Tønder Festival

Kurz notiert

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Tondern/Tønder
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Das Spiegelzelt Bolero lockt viele Menschen an. Und dort wo viele Menschen sind, sind auch viele Geschichten. Foto: Karin Riggelsen

Dort, wo viele Menschen zusammenkommen, geschehen viele Dinge, da macht das Tønder Festival keinen Unterschied. Hier drei der kleinen Geschichten

Thank you, Tønder

Die Musiker sind von Tondern begeistert. Es sind nicht die üblichen Floskeln („We love to be here“) – es sind fast schon Liebeserklärungen. Tondern hat was. Tondern kann was, wenn es um das Wohlergehen der Musiker geht. Besonders froh waren in diesem Jahr die amerikanischen Musiker. „Danke, dass ihr uns so aufgenommen habt. Das ist gar nicht selbstverständlich, denn bei uns passiert gerade etwas Idiotisches – aber wir arbeiten dran“, war der Tenor der Secret Sisters, von Darlingside und anderen US-Musikern zur aktuellen Lage in den USA. Folkmusik war eben schon immer politisch.

Silberne Hochzeit

Das Tønder Festival hat schon alles erlebt: Geburtstage, Hochzeiten und andere Feiern sind auf den Festivalplatz verlegt worden. Jedes Festival hat seine Feier(n). So auch in diesem Jahr: Autohändler Jørgen Hansen und seine Frau Ina feierten Sonnabend ihre silberne Hochzeit auf dem Festival mitsamt ihren Gästen, die den ganzen Tag versorgt wurden. Und für Musik war ja auch gesorgt…

Wie ein Uhrwerk

Das Tønder Festival tickt wie ein Uhrwerk. Wo 12 Uhr drauf steht, ist auch zwölf Uhr drin. Die Konzerte beginnen alle zur Zeit (herrlich) – und enden auch wie geplant (leider). 75 Minuten sind für ein Konzert angesetzt – inklusive Zugabe. Das Programm einer Spielstätte folgt einem strammen Minutenplan: Aufbau, Soundcheck, Konzert, Abbau, Aufbau, Soundcheck, Konzert…und das alle vier Tage. Da bleibt kein Platz für eine improvisierte Zwei-Stunden-Show. Aber manchmal geht es dann doch aus irgend einem Grund schief. Sonntagvormittag hatten sich die Veranstalter verplant, wie lange es dauern würde, das große FolkBaltica Ensemble mit vielen Musikern (30+) und ihren Instrumenten nach einem fabelhaften Konzert von der Bühne zu kriegen. Und dann für die unterhaltsame Nordjütin Annika Aakjær aufzubauen. Erst 20 Minuten später als geplant ging sie auf die Bühne. Das Publikum blieb gelassen: Wenn es bei 140 Programmpunkten wie am Schnürchen klappt, dann darf es auch einmal eine Verzögerung geben.

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