Röm

Insel-Füchse zeigen keine Scheu

Insel-Füchse zeigen keine Scheu

Insel-Füchse zeigen keine Scheu

Röm/Rømø
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Foto: dpa

Vater und Arzt Otto Lück befürchtet durch den möglichen Fuchsbandwurm ein Gesundheitsrisiko. Jäger wünschen sich mehr Regulierung.

Die Anzahl von Füchsen auf der Nordseeinsel Röm und ihr ungewöhnliches, zutrauliches Verhalten geben bei Sommerhausbesitzer Otto Lück Grund zur Besorgnis. Dabei geht es ihm zum einem um den gesundheitsgefährdenden Aspekt mit Fuchsbandwürmern und zweitens um den Schutz der Vögel.

Der Parasit wurde Anfang 2013 in Kadavern von vier Füchsen im Großraum Hoyer festgestellt. „Der Fuchs, der sich bei unserem Sommerhaus in Kromose herumtreibt, ist so zahm, dass ich ihn mit einem Besen wegscheuchen musste. Das ist besonders mit dem Blick auf die Kinder beunruhigend. Wenn sich z. B. der Hund im Kot der Füchse wälzt und anschließend von den Kindern gestreichelt wird“, so Lück mit Blick darauf, dass der Fuchsbandwurm bei Kindern zu krebsähnlichen Veränderungen in der Leber führen kann. Um dem Fuchs den Garaus zu machen, hat er sich an den Verein der Jäger auf Röm gewandt. Ihre Zulassung für eine Regulierung bezieht sich aber außer der derzeit generell zulässigen Regulierung von Fuchswelpen ausschließlich auf den Strand von Lakolk. Nun hat er bei der Naturbehörde für die Dauer von einem Monat die Erlaubnis erhalten, auf seinem Grundstück eine Falle aufzustellen. „Ich glaube, man ist sich des Risikos durch die Parasiten noch nicht ganz bewusst“, so Lück, der vom Sommerhaus aus mehrere Füchse beobachten kann.

„Wir benötigen nicht mehr. Die Füchse auf der Insel haben ihr Verhaltensmuster geändert und halten sich mehr bei den Sommerhäusern auf und schauen zur Gartentür rein. Das ist eine verkehrte Entwicklung, da es sich um ein Tier in freier Wildbahn handelt“, so der Vorsitzende der Jäger auf Röm, Hans Knudsen. Eine mögliche Ursache für das zutrauliche Verhalten der Rotschöpfe könnte sein, dass sie von Sommerhausbewohnern und Campern gefüttert werden, mutmaßen Lück und Knudsen. „Wir sind in Lakolk Richtung Westen mit in einem Regulierungs-Projekt. Da haben wir die Befugnis, die Füchse hauptsächlich zum Schutz der Wattenmeervögel zu erlegen. Die Füchse sind schlau und schnappen sich den Nachwuchs der Vögel. Unser Wunsch ist, dass wir die Regulierung auf die gesamte Insel ausdehnen dürfen“, so Knudsen. Er berichtet, dass im vergangenen Jahr ein Fuchs in ein Zelt auf dem Campingplatz in Lakolk hineinging. „Das ist ja unangenehm“, so der Vorsitzende von Rømø Jagtforening. Die Zulassung für die Regulierung stellt die Naturbehörde aus. Die für die Regulierung zuständige Projektgruppe hat sich um eine inselweite Ausdehnung bemüht. „Der Römdamm wirkt auf die Füchse wie eine Autobahn. Wenn sie erst da sind, rasen sie rüber, so Knudsen“.

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