Kommunalpolitik

Infrastruktur: Das sind die Wünsche der Kommune Tondern

Infrastruktur: Das sind die Wünsche der Kommune Tondern

Infrastruktur: Das sind die Wünsche der Kommune Tondern

Tondern/Tønder
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Um die Schwellen der Bahnverbindung ist es nicht gut bestellt (Archivfoto). Foto: DN-Archiv

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Die Tondern-Tingleff-Bahn ist wieder aktuell. Die stillgelegte Bahnverbindung könnte eine neue Rolle wegen der aktuellen Sicherheitssituation in Europa spielen. Der Stadtrat formulierte seine Anliegen.

Seit Jahren ruht der Betrieb auf der Tondern-Tingleff-Bahn. Viele Ideen hat es im Laufe der Jahre von verschiedener Seite gegeben, um gegebenenfalls die Strecke wieder für den Passagierverkehr oder als Touristenattraktion mit Draisinen wiederzueröffnen, um nur zwei Vorschläge zu nennen.

Der Tonderner Stadtrat will die Zukunft der Zugverbindung im Rahmen einer Untersuchung klären lassen. Eine Analyse soll im Zuge der Zusammenarbeit im Wirtschftsförderungsgremium „Udviklingsråd Sønderjylland“ (URS) vorgenommen wird. In diesem Rat arbeiten die vier nordschleswigschen Kommunen und die Wirtschaft zusammen. Jetzt steht eine Revision des URS-Infrastrukturplans auf der Tagesordnung.

An der östlichen Umgehungsstraße in Tondern wurden die Schienen auf der Fahrbahn der Schnellstraße schon vor Jahren entfernt (Archivfoto). Foto: DN-Archiv

Die Kosten für eine mögliche Instandsetzung sind hoch, da das Schienennetz mit vermoderten Schwellen desolat wegen mangelhafter Wartung ist. Die Strecke ist vollkommen überwuchert. Es würde 225 Millionen Kronen kosten, sie zumindest für den Güterverkehr instandzusetzen, so eine Schätzung aus dem Jahr 2009.

Seit 1971 kein Passagierbetrieb

^Die 26,7 Kilometer lange Zugverbindung wurde 1867 eröffnet. Die Schienen stammen noch aus deutscher Zeit. Die Bahnverbindung wurde für Passagiere 1971 geschlossen. Der Güterverkehr ruht seit 2002. Die Strecke war früher als Nato-Zugverbindung klassifiziert und ebenso wie die ebenfalls lange stillgelegte Verbindung von Tondern nach Niebüll betriebsfähig erhalten. Dies müsse in der angestrebten Analyse vermerkt werden, meint der Stadtrat, zumal der Esbjerger Hafen als Teil der Nato-Infrastruktur im Gespräch ist. Aufgrund der veränderten Sicherheitssituation in Europa könnte die Tondern-Tingleff-Bahn wesentlich dazu beitragen, die erforderliche Kapazität für militärische Transporte zu erreichen. Sie könne so auch die A 11 im Güterverkehr entlasten.

In Jeising ist sogar eine Sitzbank auf die Gleise gestellt worden, damit man die Störche besser beobachten kann. Foto: Monika Thomsen

Eine Wiederöffnung des Passagierverkehrs würde eine Dynamik zwischen Tondern und Sonderburg (Sønderborg) besonders für Personen bringen, die am Alsensund studieren. Mit dieser Möglichkeit könnte ein Wegzug aus der Kommune Tondern verhindert werden, meint die Kommune, die darunter leidet, dass viele junge Leute wegen ihres Studiums in größere Städte ziehen.

Die Bahninfrastruktur von Thyborøn über Esbjerg nach Tondern und weiter über die Tondern-Tingleff-Bahn zum Güterbahnhof in Pattburg (Padborg) sollte auch untersucht werden. Das würde die Kapazität und Flexibilität an der jütischen Westküste erhöhen und neue Möglichkeiten in Bezug auf den Güterverkehr sichern und eröffnen. Wünsche gibt es auch für die Bahnverbindung Esbjerg-Niebüll, die so eingerichtet werden sollte, dass die Züge schneller fahren können. Eine schnellere Verbindung von Esbjerg über Tondern und bis Hamburg als Knotenpunkt für den europäischen Bahnverkehr nimmt für die Kommune Tondern einen hohen Stellenwert ein. Auch für den Güterverkehr sollten Streckenverbesserungen vorgenommen werden, falls die Wirtschaft dies wünscht.

Nicht nur die Tondern-Tingleff-Bahn hat sich Tondern auf den Wunschzettel für den nordschleswigschen Infrastrukturplan geschrieben.

Lastwagen, landwirtschaftliche Maschinen, Personenwagen: Auf der A11 darf alles fahren. Das bedeutet oft, dass vor dem Überholen Schneckentempo angesagt ist. Foto: Transportministerium

Autobahn-Anknüpfung

Bei einem Ausbau der Autobahn bei Klipleff (Kliplev) wünscht sich Tondern schnellere Verbindungen gen Westen, um so auch auf längere Sicht von den Vorteilen einer Brückenverbindung zwischen Alsen und Fünen profitieren zu können.

Hauptstraße A 11

Die Hauptstraße A 11 von der deutsch-dänischen Grenze gen Norden ist seit Jahren das Sorgenkind der Kommune. Aufgrund des gestiegenen Verkehrs und des stark steigenden Touristikbetriebs entlang der Westküste wird zunächst eine Verbreiterung mit Umgehungsstraßen und dreistreifigen 2+1 Fahrbahnabschnitten angestrebt. In früheren Jahren stand sogar eine neue Autobahn auf der Wunschliste. Verschiedene Regierungen haben diesen Wunsch verworfen.

Die Straße wird an mehreren Stellen zum Nadelöhr, besonders in den Sommerferien aufgrund des starken Verkehrs deutscher Urlauber, die in Richtung dänische Küste unterwegs sind. Auch in diesem Punkt wird eine Voruntersuchung über gesellschaftsökonomische Werte vorgeschlagen.

Kraftfahrstraße

Als eine Verlängerung der Autobahnverbindung entlang des Hærvejs zwischen Hobro und Lunderskov wird eine Schnellstraße mit dem Status Kraftfahrstraße zum Beispiel ohne Landwirtscahftsverkehr bis Toftlund und Tondern vorgeschlagen, die bis zur Bundesstraße B 5 bei Heide führt, sodass diese Strecke eine Alternative im Westen zur E 45 im nordschleswigschen Teil des Jütland-Korridors werden kann.

Hafen in Havneby

Neben einer Verbesserung der IT-Verbindungen besonders für die Mobiltelefonie und günstigeren Verhältnissen für den Transport der erneuerbaren Energie wird dem Hafen auf Röm (Rømø) eine größere Bedeutung zugemessen. Bei einer Überbelastung des Esbjerger Hafens durch die Offshore-Industrie und dem Bau sogenannter Energieinseln böte sich Havneby als konkurrenzfähiger und attraktiver Satellit in geografisch guter Lage nicht nur für Esbjerg, sondern auch für Brunsbüttel an. Esbjerg sei zudem auch bei der Nato und der USA als möglicher Brückenkopf für Soldaten und Material im Gespräch.

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