Integration

Freude über feste Anstellung

Monika Thomsen
Monika Thomsen Journalistin
Tondern/Tønder
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Daniel Weldemichael, Finn Abild und sein Onkel Ejnar Skriver (v. l.) in einer der Werkhallen, wo Daniel tätig ist. Foto: Elise Rahbek

Der aus Nordostafrika geflüchtete Daniel Weldemichael freut sich über seinen Arbeitsplatz beim Tonderner Holz-Verpackungshersteller.

Das ganze Aufhebens, das gestern um ihn gemacht wurde, war gar nicht Daniel G. Weldemichaels Ding. Der junge Mann, der aus Eritrea stammt und 2014 als Flüchtling nach Tondern gekommen ist, hat als Erster in der Kommune die zweijährige Integrations-Grundausbildung (IGU) abgeschlossen. Damit ist seine Zeit bei dem Holz-Verpackungshersteller Tønder Emballage am Nordre Landevej in Tondern aber nicht beendet, da dem 34-Jährigen eine feste Stelle angeboten wurde.

„Mit Daniel war es vom ersten Tag an eine Erfolgsgeschichte. Wir haben ihn ein bisschen bremsen müssen, da er zu eifrig war und wir ja auf die Sicherheit achten müssen“, erklärt Finn Abild, der ab Januar alleiniger Chef in der Firma ist. Dann wechselt Firmengründer Ejnar Skriver in den Ruhestand. Er startete den Betrieb, der mit ihm sieben Mitarbeiter zählt, 1991 quasi als Nischenproduktion zu seinem damaligen Zimmerer-Unternehmen.

„Das ist toll und sehr wichtig für mich“, sagt Daniel Weldemichael lächelnd mit Blick auf seine Festanstellung. „Als ich vor zwei Jahren und drei Monaten die Anfrage von der Kommune Tondern bekam, ob ich einem jungen Mann aus Eritrea ein Praktikum anbieten würde, habe ich gleich zugesagt. Wir konnten zusätzliche Hände gebrauchen“, so Abild, der diesen Schritt nicht bereut hat. Aus dem anfänglichen Praktikum wurde eine Integrations-Grundausbildung, zu der auch Unterricht gehört.

Hohes Pflichtbewusstsein

Abild hob das Pflichtbewusstsein des sehr stabilen und gut gelaunten Mitarbeiters hervor, der gut ins Team passen würde. Anfangs gab es noch einige Sprachschwierigkeiten zu bewältigen. So fertigte Weldemichael mal statt der 20 erforderten Holzklötze 200 an. „Dann haben wir Papier zu Hilfe genommen und die Stückzahl aufgeschrieben“, lässt Abild die Gedanken an die Anfangszeit zurückgehen. „Daniel ist kein Mann von vielen Worten“, so der Chef.

In der Kommune Tondern befinden sich zurzeit 18 Geflüchtete in der Grundausbildung. „Wir haben politischen Goodwill für 35 Personen und möchten gerne mehr Arbeitgeber für die Ausbildung gewinnen“, erläutert die kommunale Fachbereichsleiterin für Gesundheit und Arbeitsmarkt, Anne Mette Dalgaard. Private und kommunale Betriebe bekommen einschließlich des Staatszuschusses einen Bonus von 100.000 Kronen. Derzeit durchlaufen neun Neubürger bei einem privaten Unternehmen und neun bei kommunalen Betrieben die Grundausbildung.

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