Kommunalpolitik

Frandsen und Iversen an einem V-Fraktionstisch?

Frandsen und Iversen an einem V-Fraktionstisch?

Frandsen und Iversen an einem V-Fraktionstisch?

Tondern/Tønder
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Die beiden Kontrahenten Iversen (Mitte) und Frandsen (r.) am Wahlabend mit Versammlungsleiter Jørn Skov Foto: Elise Rahbek

Die Wogen nach der überraschenden Wahl von Martin Iversen als Bürgermeisterkandidat von Venstre haben sich noch lange nicht gelegt, wie der Parteivorsitzende Kim Tygesen hoffte. Streit gibt es auch, ob der Wahlsieger an den Fraktionssitzungen seiner Partei teilnehmen darf. Das will sein Kontrahent aber nicht.

Der Parteivorsitzende von Venstre in der Kommune Tondern, Kim Tygesen, hatte gehofft, dass sich die Wogen geglättet hätten. Wenn erst einmal ein bisschen Gras über die Geschehnisse auf einem Feld in Aggerschau/Agerskov am 18. Juni gewachsen sei. Dort wurde Bürgermeister Henrik Frandsen von den eigenen Parteimitgliedern abgewählt. Sein Konkurrent Martin Iversen wurde in einer sehr knappen Abstimmung zum neuen Kandidaten für das Amt des Stadtoberhaupts nominiert.

Vor und unmittelbar nach diesem spektakulären Wahlabend wurde schon in Leserbriefen viel dreckige Wäsche gewaschen. Auf Facebook hat sich eine geschlossene Gruppe „Debatgruppe for Venstre-Medlemmer“ formiert, in der die Parteimitglieder auch nicht zimperlich miteinander umgehen.

Bürgermeister Henrik Frandsen bei seiner Präsentationsrede in Aggerschau Foto: Elise Rahbek

Der zutiefst enttäuschte Henrik Frandsen zeigt sich dennoch kampfbereit. Er kandidiere wieder für den Stadtrat im November 2021, erklärte er am 19. Juni. Er will bis heute nicht verraten, ob er weiter für Venstre oder mit einer eigenen Liste antreten wird.

Ohne mich

Am Tag nach der ominösen Wahl des Spitzenkandidaten hatte er erklärt, dass er nicht an den Fraktionssitzungen seiner Partei teilnehme, wenn Martin Iversen komme.

Laut der Wahlprozedur, die bei der Generalversammlung von Venstre im März verabschiedet wurde, darf ein neuer Bürgermeisterkandidat an den Fraktionstreffen vor Stadtratssitzungen teilnehmen. Dies hat Martin Iversen auch nach seinem Wahlsieg erklärt, um in die Materie Politik eingeführt zu werden und den „Maschinenraum“ der Fraktion kennenzulernen. Ob einer der beiden Kontrahenten in Bezug auf die Treffen mit der Fraktion verzichtet, ist daher spannend.

Dem „Nordschleswiger“ liegt das Protokoll von der Generalversammlung vor. Aus diesem geht unmissverständlich hervor, dass ein neuer Bürgermeisterkandidat oder eine Kandidatin unmittelbar nach seiner/ihrer Wahl an den Fraktionssitzungen teilnehmen darf. „Jeder weiß Bescheid. Der Inhalt der Wahlprozedur ist eine Kopie der früheren, es sind höchstens einige Wörter umgestellt worden. Die Abstimmung über die Wahlprozedur und die Wahl am 18. Juni waren demokratische Entscheidungen“, erklärt ein Vorstandsmitglied, das anonym bleiben will.

35 Kandidaten

In dem Text heißt es, dass die Mitglieder das Wahlprogramm ausarbeiten. Alle Kandidaten müssten den Inhalt respektieren. Dies gelte auch für Kampagnen und die Strategie. Weiter heißt es, dass 35 Kandidaten nominiert werden. Neben dem Bürgermeisterkandidaten und einem Vertreter der Jugendorganisation werden die 33 auf die örtlichen Wählerverbände nach Anzahl der Stimmberechtigen, Venstre-Stimmen und der Mitgliedergröße nach verteilt.

Tondern könnte dann mit fünf Kandidaten die meisten nominieren, gefolgt von Scherrebek/Skærbæk und Lügumkloster/Løgumkloster mit jeweils vier Kandidaten. Bredebro, Toftlund und Aggerschau/Agerskov gehen mit drei Kandidaten ins Rennen, während Hoyer/Højer und Wodder/Vodder zwei Kandidaten auf die Liste setzen können. Die restlichen sieben Ortsverbände haben Anspruch auf einen Kandidaten.

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