Venstre-Zoff

Fraktionssitzungen werden nicht seine erste Mission sein

Fraktionssitzungen werden nicht seine erste Mission sein

Fraktionssitzungen werden nicht seine erste Mission sein

Tondern/Tønder
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Martin Iversen würde gerne an den Fraktionssitzungen teilnehmen. Foto: Elise Rahbek

Der Vorsitzende der Venstre-Gruppe im Tonderner Stadtrat versteht die Diskussionen um die Teilnahme des neuen Bürgermeisterkandidaten an den Treffen der Venstre-Stadtratsmitglieder nicht. Ihm geht es jetzt primär um einen guten Haushalt.

Dass die Frage auch von den Medien derart hochgekocht wird, ob der neue Bürgermeisterkandidat Martin Iversen an den Sitzungen der Venstre-Fraktion im Tonderner Stadtrat teilnehmen darf, wundert den Fraktionssprecher Preben Linnet.

„Das Thema ist nicht das erste, dass ich nach den Sommerferien in Angriff nehmen werden. Mir geht es dann vielmehr darum, einen guten Haushalt hinzubekommen“, erklärt der Landwirt aus Dahler/Daler. Auch sei er bemüht, wieder Ruhe in die Fraktion und die Partei zu bringen. Dies sei bis jetzt keinesfalls passiert, nachdem sich Martin Iversen und der amtierende Bürgermeister in Aggerschau/Agerskov ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert hatten, bei der Kommunalwahl im November 2021 als Spitzenkandidat ins Rennen zu gehen. Bekanntlich fiel die Abstimmung zugunsten des Herausforderers Iversen aus.

Es wird nicht leicht für Fraktionssprecher Preben Linnet (Bildmitte), Ruhe in die Fraktion zu bringen. Neben ihm Bürgermeister Henrik Frandsen (l.) und Fraktionsmitglied Mathias Knudsen Foto: Elise Rahbek

Vor der Wahl des Bürgermeisterkandidaten und auch danach hatte es heftige, innerparteiliche Reaktionen gegeben. Bürgermeister Frandsen hat erklärt, dass er nicht zu den Fraktionssitzungen kommt, wenn Iversen mit am Tisch sitzt. Dieser wiederum würde gerne an den Treffen teilnehmen.

Es wäre aber nicht gut, wenn ein Bürgermeister bei den Fraktionssitzungen seiner Partei nicht anwesend ist. Dennoch wäre es auch falsch, einen neuen Bürgermeisterkandidaten an diesen Treffen nicht teilnehmen zu lassen.

Preben Linnet, Vorsitzender der Venstre-Fraktion

„Die Wahl findet erst in eineinhalb Jahren statt. Ich sage nicht, dass diese Zeit leicht für unsere Partei werden wird. Es wäre aber nicht gut, wenn ein Bürgermeister bei den Fraktionssitzungen seiner Partei nicht anwesend ist. Dennoch wäre es auch falsch, einen neuen Bürgermeisterkandidaten an diesen Treffen nicht teilnehmen zu lassen. Ich sage nicht sofort, aber irgendwann vor der Wahl“, unterstreicht Preben Linnet weiter.

Andere Interpretation

Anhänger von Martin Iversen meinen anhand der von der Generalversammlung gutgeheißenen Wahlprozedur, dass der neue Spitzenmann der Partei ab sofort an den Fraktionssitzungen teilnehmen könne. „Diese Textpassage interpretiere ich nicht so“, erklärt Preben Linnet.

In der Wahlprozedur heißt es: Spidskandidaten er medlem af venstregruppen, som gruppeformand, hvis denne ikke er valgt som borgmester. Das bedeutet: Der Spitzenkandidat ist Mitglied der Venstre-Fraktion und dessen Vorsitzender, sofern er nicht zum Bürgermeister gewählt ist.

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