Coronavirus

Förster befürchtet mehr Müllsünder in den Wäldern

Förster befürchtet mehr Müllsünder in den Wäldern

Förster befürchtet mehr Müllsünder in den Wäldern

Tondern/Tønder
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Die kommunalen Containerplätze bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Foto: Archiv/ Elise Rahbek

Während der Coronakrise haben die Bürger mehr Zeit, im Garten zu arbeiten und aufzuräumen. Aber wohin mit dem Gartenabfall und wiederverwertbarem Müll, wenn die dafür vorgesehenen Recyclinghöfe (Containerplätze) geschlossen sind? Nicht in den Wald, bitten die Förster.

Als vollkommen übertrieben bezeichnet Förster Torben Ravn, Lügumkloster, die Schließung der Recyclinghöfe in der Kommune Tondern, um eine Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Er und seine Kollegen fürchten nun, dass dies zu mehr Müllbergen in den Wäldern führen wird.

„Hält man den vorgeschriebenen Abstand zu anderen Menschen, dann kann der Abfall auf den Plätzen auch gefahrlos für das Personal und die Bürger abgegeben werden. Dort nimmt man keinen Kontakt zu anderen Menschen auf, es sei denn, man hat eine Frage an die Mitarbeiter. Auch dies kann mit der Wahrung des Abstands getan werden“, meint er.

Er sehe es als verrückte Disposition an, die Recyclinghöfe zu schließen, schimpft Ravn. „Die Menschen müssen sich in diesen Zeiten doch mit irgendetwas Sinnvollem beschäftigen, können aber zurzeit nicht ihren Müll loswerden“, bedauert der Förster, dessen Arbeitsplatz, der Forstbetrieb „A/S Plantningsselskabet Sønderjylland“, rund 1.500 Hektar Wald in Nordschleswig verwaltet. Es gebe immer die Müllsünder, die ihren Abfall in den Wäldern entsorgen. „Wir fürchten aber, dass das Problem größer wird, je länger die Containerplätze geschlossen sind.“

Direktor Bo Ludvigsen. Foto: Tønder Forsyning

Der Direktor des Versorgungsbetriebs für Wasser und Müll, Bo Ludvigsen, erklärte am Montag auf Anfrage, dass die Containerplätze vorläufig nicht geöffnet würden. Man hätte in Zusammenarbeit mit der Kommune Tondern entschieden, den Richtlinien des Verbands „Kommunernes Landsforening“ zu befolgen. „Müllabfuhr und Trinkwasserversorgung müssen demnach funktionieren, bei wiederverwertbarem Müll konnten wir selbst entscheiden. KL empfahl eine Schließung der Plätze. Wir machten es wie all die anderen Kommunen. Seit der Schließung sind die Plätze für Handwerker in Tondern und Scherrebek im begrenzten Umfang wieder geöffnet worden. Wir haben kaum Kundschaft gehabt“, berichtet der Chef von „Tønder Forsyning“.

Die fünf Recyclinghöfe (Tondern; Lügumkloster, Høllevang bei Toftlund, auf Röm und Scherrebek) sind seit dem 13. März zunächst bis zum 27. März geschlossen. Die Frist wird aber aller Wahrscheinlichkeit nach verlängert.

Abgabestelle für Gartenabfall offen

Die Abgabestellen für Gartenabfall sind aber weiter geöffnet, da es dort kein Personal gibt. „Tønder Forsyning“ hatte befürchtet, dass die Schließung der Recyclinghöfe Bürger verleiten konnte, ihren Abfall auf den Gartenabfall-Plätzen zu entsorgen. „Unsere Sorgen waren unbegründet. Es herrscht große Selbstjustiz. Das freut mich und ich kann den Bürgern nur mein Kompliment aussprechen“, so Bo Ludvigsen.

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