Kinder und Jugendliche

Förderung der Kinder aus armen Familien im Fokus

Förderung der Kinder aus armen Familien im Fokus

Förderung der Kinder aus armen Familien im Fokus

Tondern/Tønder
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Rathaus in Tondern. Foto: Archivbild: DN

In Tondern werden 7,6 Prozent der Kinder als arm eingestuft. Die Kommune setzt auf einen frühzeitigen, vorbeugenden Einsatz, meint ein Stadtratsmitglied.

Das Forschungsinstitut Arbejderbevægelsens Erhversråd (AE) hat eine Untersuchung durchgeführt, die auf eine steigende Zahl Kinder hinweist, die in Armut aufwachsen. Laut AE zählt auch Tondern zu den Kommunen, wo relativ viele arme Kinder beheimatet sind. Es sind immerhin 7,6 Prozent. Die Untersuchung weist auf einen deutlichen Anstieg der Kinderarmut in Dänemark während der vergangenen drei Jahre hin. Seit 2015 hat sich deren Zahl landesweit um 21.000 auf 64.500 erhöht.

Bei AE weist man darauf hin, dass die relative Armut für viele Kinder langfristig negative Konsequenzen mit sich führt. Es ginge nicht nur um Verzicht auf Freizeitaktivitäten, warme Winterkleidung oder Kindergeburtstage. Studien hätten gezeigt, dass bereits ein Jahr Armut die Chancen von Kindern im späteren Leben hinsichtlich des Berufserfolgs senkten.

„Im Tonderner Stadtrat ist man sich der Probleme durch Familienarmut bewusst“, berichtet Louise Thomsen Terp, die als Vertreterin der Schleswigschen Partei (SP) im Ausschuss für Kinder und Schulen mitarbeitet. Auch in Tondern hat die Armut zugenommen. Laut AE sei dafür vor allem ausschlaggebend , dass im Zuge der Sozialreformen die Sozialhilfeleistungen für Familien gedeckelt worden sind. Besonders berühre das die Menschen, die alleinstehend Kinder versorgen müssten.
Die SP-Politikerin berichtet, dass die Förderung der Kinder aus einkommensschwachen Familie vom Stadtrat zum Fokusbereich erklärt worden ist.

Vorbeugender Einsatz“

„In Tondern setzen wir auf frühzeitigen, vorbeugenden Einsatz“, so Louise Thomsen Terp und erläutert, dass bei Maßnahmen für die Erwachsenen unter Regie des Jobcenters auch die Kinder mit auf der Tagesordnung stehen. „Bei den Maßnahmen wird angepeilt, dass möglichst die gesamte Familie gefördert wird, damit einem negativen sozialen Erbe vorgebeugt werden kann.“

Es sollten nicht die Kinder unter den Problemen ihrer Eltern oder Sanktionen gegen diese leiden. Ein positives Beispiel in Tondern ist das kürzlich ausgezeichnet Konzept eines Sozialhausmeisters in einem Mietwohnungskomplex, wo unter Einsatz vieler Ehrenamtlicher Freizeitaktivitäten, Schularbeitenhilfe und Begegnungen organisiert werden. In Tondern wird als Grund für die Familienarmut angegeben, dass der relativ billige Wohnraum den Zuzug sozial schwacher Bürger fördert.

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