Schenkung

Ersthelfer auf Röm: Finanzspritze für Einsatzfahrzeug

Ersthelfer auf Röm: Finanzspritze für Einsatzfahrzeug

Ersthelfer auf Röm: Finanzspritze für Einsatzfahrzeug

Tondern/Tønder
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Die Ersthelfer auf Röm rücken seit 2016 aus, wenn der Krankenwagen oder Rettungshubschrauber gerufen wird. (Archivfoto) Foto: Privat

Die Stiftung „TrygFonden" fördert die ehrenamtlichen Nothelfer mit einer halben Million Kronen. Die freiwilligen Insel-Einsatzkräfte freuen sich über die Anerkennung ihrer Arbeit.

Die Tatsache, dass der Regionalrat der Stiftung „TrygFonden“ in Süddänemark eine halbe Million Kronen Richtung Röm (Rømø) schickt, löst auf der Nordseeinsel Freude aus.

Die Finanzspritze geht an die ehrenamtlichen Ersthelfer für die Anschaffung eines Einsatzfahrzeugs. Der Verein ist eine Unterabteilung der freiwilligen Inselfeuerwehr.

Das ist zweifellos ein riesiges Schulterklopfen. Wir sind sehr froh, dass unser Einsatz wertgeschätzt wird. Das ist ganz toll, und ich bin superstolz auf unser Nothelfer-Team.

Claus Kjemtrup, Ersthelfer und Initiator

„Das ist zweifellos ein riesiges Schulterklopfen. Wir sind sehr froh, dass unser Einsatz wertgeschätzt wird. Das ist ganz toll, und ich bin superstolz auf unser Nothelfer-Team“, sagt Claus Kjemtrup, dem es 2016 nach vier Jahren langer Vorarbeit gelang, die Regelung mit den ehrenamtlichen Notfall-Sanitätern (Akuthjælper) ins Leben zu rufen.

Rund um die Uhr auf dem Sprung

Seit 1. Oktober 2016 treten jeweils vier Ersthelfer rund um die Uhr in Aktion, wenn der Rettungswagen zum Beispiel zu Einsätzen mit Herzstillstand, lebensbedrohlichen Krankheiten oder Unfällen gerufen wird. Sie werden über eine App von dem Einsatz verständigt.

Bisher war das insgesamt 15-köpfige Team dann immer in Privatautos unterwegs.

„Einer im Team hat ein Fahrzeug mit Allradantrieb und einer Ladefläche. Das haben wir in den Fällen genutzt, wo wir und der Krankenwagen schwer vordringen konnten. Daher kam uns die Idee mit einem eigenen geländegängigen Fahrzeug“, so Kjemtrup.

Bemühungen liefen seit 2012

Seine Bemühungen für die Ersthelfer-Regelung fingen bereits 2012 an. Damals hieß es bei der Region Süddänemark für den Antrag jedoch „Daumen runter“.

Kjemtrup, der sich am Beispiel von Langeland orientierte, ließ jedoch nicht locker.

„Seit Oktober 2016 ging es Schlag auf Schlag“, so Kjemtrup. Seither gibt es auch finanzielle Unterstützung von der Region. 2020 hatte das Team 105 Einsätze, und die Insel ist mit 13 Defibrillatoren vernetzt.

Zwischen vier und sechs Minuten vor Ort

„Wir sind in der Regel nach vier bis sechs Minuten als Erste am Einsatzort, während es für den Krankenwagen 19 Minuten dauert“, erläutert Kjemtrup, der ebenfalls als Feuerwehrmann aktiv ist.
Der Krankenwagen muss erst die Strecke vom Festland zurücklegen.

Die im Sommer am Strand von Lakolk stationierten Lebensretter von „TrygFonden" verfügen über ein geländegängiges Fahrzeug. (Archivfoto) Foto: Dominik Dose

„Insbesondere im Sommer kann die Verkehrslage höllisch sein, da es ja nur eine Verkehrsader gibt. Ich stand schon mal an der Kreuzung in Twismark im Stau und musste warten, bis die Ampel zum dritten Mal Grün zeigte, bevor ich fahren konnte. Das ist sehr frustrierend, wenn man weiß, dass es in Lakolk einen Patienten mit einem Herzinfarkt gibt und der Zeitfaktor entscheidend ist“, sagt Kjemtrup.

Geburtshelfer und psychische Unterstützung

Von Geburten bis hin zum Herzstillstand, die Palette der verschiedenen Einsätze ist breit gefächert. „Es kann aber auch die Unterstützung für Frau Jensen sein, die sich einen Knöchel gebrochen hat, oder die psychische Erste Hilfe für Angehörige, die unter Schockeinwirkung stehen“, nennt Kjemtrup einige Aufgaben.

„Wir stoßen bei unseren Einsätzen wiederholt bei den Inselbewohnern und den Feriengästen auf große Dankbarkeit."

Region befürchtet ein Ausufern

„Da es sich bei den Ersthelfern um Laien handelt, gibt die Region keine Mittel, da sie befürchtet, dass es Schule machen wird, und jeder kleine Ort ein Fahrzeug haben will“, berichtet Lisbeth Oxholm Andersen, Tondern (Tønder), Vorsitzende des süddänischen Regionalrats von TrygFonden.
Röms Ersthelfer waren zum zweiten Mal bei der Stiftung vorstellig geworden.

Wir mussten ein bisschen länger darüber brüten. Für uns ist es wichtig, dass nicht jedermann mit dem Fahrzeug herumfahren kann und es der Feuerwehr unterstellt ist.

Lisbeth Oxholm Andersen, Vorsitzende

„Wir mussten ein bisschen länger darüber brüten. Für uns ist es wichtig, dass nicht jedermann mit dem Fahrzeug herumfahren kann und es der Feuerwehr unterstellt ist. Es muss eine verletzte Person befördern können“, berichtet Oxholm Andersen.

Die Hilfszeit im Blick

„Wir wollen jetzt als Art Versuch gemeinsam prüfen, ob damit die Hilfszeit verkürzt werden kann, wenn das Fahrzeug zum Beispiel in den Dünen eingesetzt wird, wo ansonsten der Rettungshubschrauber wegen des erschwerten Zutritts gerufen werden müsste“, berichtet sie.

Die Stiftung würde die Entwicklung während der nächsten zwei bis drei Jahre im Auge behalten.

Die Ersthelfer sind auf der Suche nach einem Fahrzeug, das bei Bedarf auch die Dünen passieren kann. (Archivfoto) Foto: Monika Thomsen

„Natürlich dürfen sie das Auto anschließend behalten. Wir werden verfolgen, inwieweit das Geländefahrzeug vielleicht für andere dünn bevölkerte oder schwer zugängliche Gebiete eine Idee sein könnte. Einen entsprechenden Testlauf von unserer Seite gab es, bevor der Rettungshubschrauber in der Region Seeland fest eingeführt wurde“, sagt die Vorsitzende.

Ab Sommer soll das Einsatzfahrzeug rollen

„Es wird spannend, diese Sache zu verfolgen. Das Fahrzeug sollte gerne bis Sommer einsatzbereit sein“, so Lisbeth Oxholm Andersen.

Kjemtrup berichtet, dass sich eine kleine Delegation mit der Anschaffung und dem Aufbau des Fahrzeugs befasst. Wegen der erforderlichen Betriebsmittel hat er keine Bedenken, dass diese nicht aufgetan werden können.

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