Windkraft

Energie-Verbündete lancieren Vorschlag

Energie-Verbündete lancieren Vorschlag

Energie-Verbündete lancieren Vorschlag

Tondern/Tønder
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Um regenerative Energie geht es bei der Stadtratssitzung am Donnerstag, 25. Februar. Die Sonne spielt jedoch nur bei einem der sechs Projekte eine Rolle. Eitler Sonnenschein ist bei der Diskussion über Windkraft aber nicht zu erwarten. Foto: Monika Thomsen

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Drei Parteien wollen drei Windkraft-Projekte in die nächste Runde schicken. Damit der Vorschlag mehrheitsfähig ist, erfordert es die Unterstützung von acht weiteren Stadtratspolitikern.

Mit der Sozialistischen Volkspartei (SF), Borgerlisten und Tønder Listen haben sich drei der neun Parteien im Tonderner Stadtrat in Sachen regenerative Energie verbündet.

Nun unternehmen sie einen Vorstoß, um mehr Partner mit ins Boot zu holen, wenn die Windenergie, die auf der politischen Bühne und in der Bevölkerung oft zu einem heißen Eisen mutiert, im Stadtrat auf der Tagesordnung ist.

Im Vorfeld der Stadtratssitzung am Donnerstag, 25. Februar, in Toftlund, wo es um Prioritäten bei der Umsetzung von fünf Windkraft-Projekten und einer kombinierten Anlage mit Wind- und Sonnenenergie geht, unterbreiten sie ihren Stadtratskollegen einen Lösungsvorschlag.

Drei bevorzugte Vorhaben

Die acht Politiker, die das Trio bilden, wollen für die drei von ihnen bevorzugten Vorhaben die Ampel auf Grün schalten. Dabei handelt es sich um Projekte bei Haved (18 Windräder), Rejsby Hede (15 Windräder) und in Arrild (9 Windräder).

Folgende Anlagen haben es bislang durchs Nadelöhr geschafft

• Vattenfall, Haved, 18 Windräder (155 m) Leistung: 108 MW

• Vattenfall, Rejsby Hede, 15 Windräder (155 m), 101 MW

• NRGI, Drengsted/Lovrup, 6 Windräder (136 m), 33,6 MW

• Eurowind, Vollum Enge, 10 Windräder (180 m), 56 MW

• Momentum Energy Jutlandia, Arrild, 9 Windräder (136 m), 38 MW

• Eurowind, Gasse Hede, 8 Windräder (150 m) und eine 48 Hektar große Solaranlage, Leistung 90 MW

Am Dienstag hatte der Bürgermeister noch gegenüber dem „Nordschleswiger“ erklärt, dass dieser Vorschlag und der von Venstre unter diesem Tagesordnungspunkt nicht zur Abstimmung stünden.

Wir schicken schon jetzt unseren Vorschlag, da wir wünschen, dass der ganze Kommunalrat bereits vor der Sitzung Kenntnis von dem Vorschlag hat. Damit wollen wir sichergehen, dass sich alle auf eine ordentliche und transparente Art vorbereiten können.

Henrik Frandsen, Bürgermeister

„Wir schicken schon jetzt unseren Vorschlag, da wir wünschen, dass der ganze Kommunalrat bereits vor der Sitzung Kenntnis von dem Vorschlag hat. Damit wollen wir sichergehen, dass sich alle auf eine ordentliche und transparente Art vorbereiten können“, schreibt der Bürgermeister in der an seine Stadtratskollegen und die Presse verschickten Mitteilung.

Hoffnung auf große Unterstützung

„Wir hoffen, dass der Vorschlag Unterstützung genießt und eine große Mehrheit im Stadtrat dafür stimmen wird“, so die Erwartungshaltung der drei Parteien.

„Wir meinen, dass es wesentlich dazu beitragen wird, die Kommune Tondern mit der grünen Umstellung zur nachhaltigen Energie in vorderster Position zu bringen. Außerdem trägt es wesentlich zur Ansiedlung und Entwicklung der Landbereiche bei“, heißt es weiter.

Bislang sind 66 Windräder und eine 48 Hektar große Solaranlage im Spiel, für die eine Reihenfolge für die Umsetzung festgelegt werden soll. Foto: Monika Thomsen

Damit ihr Vorschlag mehrheitsfähig ist, müssen sich 8 weitere der 31 Politiker dafür erwärmen.

Die sechs Sozialdemokraten, die zwei Konservativen und der Vertreter der Einheitsliste haben bereits signalisiert, dass sie gegen Windkraftanlagen an Land sind.

Während die zehnköpfige Venstre-Gruppe einen eigenen Vorschlag ausgebrütet hat, der aber nicht als Abstimmungs-Objekt vorgesehen ist, haben die zwei Vertreter der Dänischen Volkspartei (DF) noch nicht öffentlich Stellung bezogen.

Als seinerzeit über die Kriterien für die nachhaltigen Energieprojekte abgestimmt wurde, setzte sich DF jedoch ausschließlich für Sonnenenergie ein.

Keine Schützenhilfe von der SP

Von den zwei Stadtratspolitikern der Schleswigschen Partei wird es keine Schützenhilfe für die erforderliche Mehrheit geben, wie von Jørgen Popp Petersen zu erfahren ist.

Das wird ohne uns. Wir gehen bei unserer Kritik von den Projekten in Haved und Jerpstedt keinen Kompromiss ein. Wir sind der Meinung, dass das Projekt in Haved nicht die verabschiedete Richtlinie erfüllt, da die erforderliche lokale Rückendeckung fehlt.

Jørgen Popp Petersen, Fraktionssprecher

„Das wird ohne uns. Wir gehen bei unserer Kritik von den Projekten in Haved und Jerpstedt keinen Kompromiss ein. Wir sind der Meinung, dass das Projekt in Haved nicht die verabschiedete Richtlinie erfüllt, da die erforderliche lokale Rückendeckung fehlt", so Popp Petersen.

Kritikpunkte bleiben

Bei dem Projekt Rejsby Hede bei Jerpstedt (Hjerpsted) ist die SP nicht von der Küstennähe des Vorhabens begeistert. Zudem gebe es dort auch Widerstand, obgleich dieser nicht so laut wie anderswo sei.

Die SP befürwortet jedoch das Vorhaben in Arrild, wo in der Vorbereitungsphase alles wie am Schnürchen gelaufen sei. Die Projekte bei Jerpstedt und Haved hingegen könnten in der neuen Antragsrunde wieder vorstellig werden.

Laut der verabschiedeten Richtlinie sollen jährlich zwei Bewerbungsrunden stattfinden; die erste lief im Dezember 2020 aus.

Venstres Antrag im Gegenwind

Im Finanzausschuss hatten die drei Venstre-Politiker vorgeschlagen, an die Projekte in der ersten Antragsrunde strengere Anforderungen zu stellen. Damit sollten sämtliche Antragsteller die Möglichkeit haben, revidierte/alternative Vorhaben einzureichen.

Dieses Anliegen war aber nicht mehrheitsfähig, da mit Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei), Bent A. Paulsen (Dänische Volkspartei), Eike Albrechtsen (Sozialdemokratie) und Bürgermeister Henrik Frandsen (Tønder Listen) die übrigen Ausschussmitglieder dagegen votierten.

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