Todesfall

Annemarie Fries ist nach einem erfüllten Leben verstorben

Annemarie Fries ist nach einem erfüllten Leben verstorben

Annemarie Fries ist nach einem erfüllten Leben verstorben

Monika Thomsen
Seth/Sæd
Zuletzt aktualisiert um:
Die Trauerfeier findet in der Kirche zu Uberg statt. Foto: Karin Riggelsen

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Die gebürtige Ukerin wird am Sonnabend, 24. September, beigesetzt. Der Lebenslauf der 95-Jährigen gewährt Einblick in eine ganz andere Zeit.

Nach einem langen, arbeitsreichen und erfüllten Leben ist Annemarie Fries kurz nach ihrem 95. Geburtstag entschlafen. Den größten Teil ihres Lebens verbrachte die gebürtige Ukerin in Seth.

Dorthin kam sie 1950 durch die Heirat mit Egidius Fries. Annemarie Fries war seit 21 Jahren Witwe. Mit Unterstützung ihrer Familie und der Heimhilfe konnte sie auch nach zunehmender Schwäche in ihren eigenen vier Wänden in Seth bleiben.

Das Ehepaar war 1989 in das neu gebaute Abnahmehaus am Gamle Vej eingezogen. Bis vor einigen Wochen kochte Annemarie Fries noch Apfelgrütze für den Eigenbedarf. Auch führte es die Blumenliebhaberin in den Garten, um Blumen zu pflücken.

Die große Schwester

Annemarie Fries, die in früheren Jahren eine aktive und unternehmungslustige Frau war, deren Herz auch für ihre Mitmenschen schlug, stammte aus Uk (Uge).

Als Annemarie Jepsen wuchs sie auf dem Bauernhof mit zwei jüngeren Brüdern auf. In jungen Jahren bildete sie sich nach ihrer Schulzeit unter anderem an der Haushaltungs- und Gewerbeschule in Flensburg (Flensborg) aus.

Annemarie Fries hatte schon in einem Aufsatz in der dritten Klasse kundgetan, dass sie Kochfrau werden, heiraten und Kinder haben wollte.

Mit Kachelofen und Brennholz

Sie war in verschiedenen Haushalten in Nordschleswig tätig, bevor es sie 1948 für ein halbes Jahr nach Fünen (Fyn) auf einen Kaufmannshof verschlug. Dort bekochte sie zehn erwachsene Personen und lernte unter anderem die Zubereitung von Räucherkäse.

Anschließend fing sie in Tondern als Dienstmädchen bei Zahnarzt Wilhelm Schmidt an. In seinem Domizil an der Ecke Vestergade-Popsensgade musste sie jeden Morgen mit Koks und Brennholz fünf Kachelöfen beheizen.

Als die Zahnarztpraxis schräg gegenüber über den Laden von Schlachter Marcussen einzog, war es für sie eine Erleichterung. Gab es dort doch eine Zentralheizung, wie aus dem von ihrem Sohn Horst geschriebenen Lebenslauf hervorgeht.

Vater nicht begeistert

Ihre Pläne, sich an der Haushaltsschule in Kopenhagen (København) auszubilden, stießen bei ihrem Vater auf Ablehnung. Dass sie 1949 nicht nach Seeland ging, hing wohl auch damit zusammen, dass sie mittlerweile mit Egidius Fries verlobt war.

In der Verlobungszeit radelte sie im Sommer mehrfach die damalige 32 Kilometer lange Strecke entlang von Kieswegen und Straßen mit Kopfsteinpflaster von Uk nach Seth und wieder zurück.

Jeder Weg dauerte zwei Stunden. Somit sparte sie im Sommer 3,65 Kronen, die eine Zugfahrkarte von Tingleff (Tinglev) nach Tondern und retour kostete.

Annemarie Fries an ihrem 94. Geburtstag 2021 Foto: Privat

Seth als Lebensmittelpunkt

Mit der Heirat 1950 bildete der Elternhof von Egidius Fries viele Jahre lang den Lebensmittelpunkt für die Familie mit den vier Söhnen.

Ernst wohnt in Hostrup, Horst in Solderup, Dieter in Norderlügum (Nr. Løgum) und Hagen neuerdings auf Nordalsen (Nordals). Die Familie der elffachen Oma umfasst inzwischen auch 16 Urenkelkinder.

Annemarie Fries, die sich durch die Jahre sehr für die Belange in der Dorfgemeinschaft einsetzte, engagierte sich seinerzeit auch fast drei Jahrzehnte im Gemeinderat in Seth-Uberg. Durch viele Jahre hielt sie den „Nordschleswiger“ mit Familiennachrichten auf dem Laufenden.

Die Beisetzung findet am Sonnabend, 24. September, 13.30 Uhr, von der Kirche zu Uberg aus statt.

Mehr lesen

Leserbeitrag

Helmut Thomßen
„Apenrader Kegelklub auf Alsen“