Ruhestand wartet

Abschied im Reich der Bücher

Abschied im Reich der Bücher

Abschied im Reich der Bücher

Tondern/Tønder
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Büchereidirektorin Claudia Knauer verabschiedete Monika Grote in den Ruhestand. Auch Büchereileiterin Marie Medow sprach Dankesworte. (v. l.) Foto: Monika Thomsen

Die Mitarbeiterin Monika Grote wechselte nach neun Jahren in der Deutschen Bücherei Tondern in den Ruhestand. Als Nachfolgerin übernimmt Kristina Horn das Amt als Vikarin.

Im kleinen Kreis mit geladenen Leserinnen und Freundinnen verabschiedete sich die Deutsche Bücherei Tondern am Montag von Mitarbeiterin Monika Grote, die in den Ruhestand wechselt.

Liebe Monika, die letzte Stunde hat für dich geschlagen.

Marie Medow, Büchereileiterin

„Liebe Monika, die letzte Stunde hat für dich geschlagen“, erklärte Büchereileiterin Marie Medow mit einem Hauch Dramatik und einem Lächeln bei der Begrüßung der Überraschungsgäste.

Sie dankte der treuen Helferin und Arbeitskraft, die Marie Medow bei ihrem Dienstantritt im Februar 2018 eingearbeitet hatte.

Hahn im Korb und jüngster Gast war zum Auftakt Michaela Nissens dreijähriger Enkel Oscar. Foto: Monika Thomsen

„Wir danken dir für deinen fantastischen Einsatz. Du bist immer eingesprungen. Du hast den Umbau mitgemacht und hast, als du noch oben in der Wohnung über der Bücherei gewohnt hast, ein offenes Ohr Richtung Bücherei gehabt. Wir haben immer von deinem Lächeln und deinem Einsatz profitieren können“, sagte Büchereidirektorin Claudia Knauer zu der scheidenden Vikarin.

Eine Premiere

Dabei gab es für die Büchereichefin eine Premiere, da sie zum ersten Mal in ihrer Position, die sie seit Januar 2015 bekleidet, eine Mitarbeiterin in den Ruhestand verabschiedete.

Zum Abschied gab es von den Kollegen und Kolleginnen und dem Vorstand einen Aufenthalt im Haus Quickborn in Kollund nach eigener Wahl.

Ein neues Kapitel

„Ich werde es vermissen“, sagte Monika Grote, die seinerzeit als Mieterin der Wohnung im ersten Stock durch die räumliche Nähe und dem Kontakt zu Marie Medows Vorgängerin Jessica Witt in die Arbeit als Vikarin hereingeschlittert war.

Sie freut sich darauf, mit 66 Jahren nun ein neues Kapitel in Angriff zu nehmen.

Zu Abschiedsrunde gehörten leckere Kuchen, Kaffee und angeregte Gespräche.

Die Nachfolgerin

Neue Vertretungskraft ist Kristina Horn, die mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Nähe von Drawitt (Draved) wohnt. Die 37-jährige zweifache Mutter, die zu Hause das zweijährige Nesthäkchen betreut, freut sich auf die neue Aufgabe.

„Ich freue mich, hier zu sein und auch den Blick der Menschen für die Ressorucen der Zweisprachigkeit und die deutsche Minderheit zu öffnen. Ich finde es toll, in der deutschen Bücherei auszuhelfen und die Menschen neugierig zu machen, für das, was die deutsche Minderheit kann“, so Kristina Horn, die aus der Flensburger Ecke kommt.

Kristina Horn (r.) freut sich auf ihre neue Aufgabe. Zu den Gästen zählte auch Ulla Terp. Foto: Monika Thomsen

Aus einer Minderheit in die andere

Die Pädagogin ist südlich der Grenze in der dänischen Minderheit aufgewachsen und hat in Aarhus ihre Ausbildung gemacht.

„Wir sind jetzt zur deutschen Minderheit übergewechselt“, so Kristina Horn, deren zehnjähriger Sohn erst die deutsche Schule Osterhoist (Øster Højst) und seit deren Schließung die deutsche Schule in Rapstedt (Ravsted) besucht.

Sie berichtet, dass ihr Vater aus Mögeltondern (Møgeltønder) und ihre Mutter aus Bayern stammt. „Ich bin ein Kind der Minderheit und das ist ein großes Thema meiner Identität“, so die neue Kraft der Zehn-Stunden-Stelle.

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