Tønder Festival 2020

Absage: Volles Verständnis für Entscheidung

Absage: Volles Verständnis für Entscheidung

Absage: Volles Verständnis für Entscheidung

Tondern/Tønder
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Die zwei starken Frauen des Festivals: Geschäftsführerin Kirstine Uhrbrand (l.) und Maria Theessink, musikalische Leiterin. Foto: Archivfoto: DN

Nach 46 Jahren in ungebrochener Folge wird es am letzten Wochenende im August kein Tønder Festival geben. Die Geschäftsführung bemüht sich um den vollen Überblick.

Als Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.) am Montagabend vor die Presse trat, um über die ersten kleinen Lockerungen der Bestimmungen im Zuge der Corona-Krise zu informieren, saß auch das Organisationsteam des Tønder Festivals wie auf Kohlen, bis die Regierungschefin den Ausfall geplanter Großveranstaltungen bis Ende August bekannt gab.

Eine Absage hat es in der 46-jährigen Geschichte des Festivals noch nie gegeben, obwohl es Zeiten gab, in denen man am finanziellen Limit angekommen war und Jahr für Jahr Unterschüsse erzielte, bis die Kommune und Großsponsoren mit Finanzspritzen kamen. Seitdem ist das musikalische Highlight des Sommers aus den roten Zahlen gekommen.

Welche Konsequenzen hat die Absage?

Man habe gehofft, dass sich die Verhältnisse bis Ende August einigermaßen normalisiert hätten und die Durchführung des Festivals möglich gewesen wäre“, schreibt PR-Chefin und musikalische Leiterin, Maria Theessink, in einer kurzen Pressemitteilung, die sie auch auf Facebook veröffentlichte. Doch man habe volles Verständnis für die Entscheidung der Behörden und unterstütze diese auch. Nun werde untersucht, welche Konsequenzen die Absage haben werde. Es warte eine große Arbeit, um herauszufinden, wie das Festival 2021 durchgeführt werden kann.

Im vergangenen Jahr platzte das Festival aus allen Nähten. Hier das Schülerkonzert mit Hudson Taylor. Foto: Archivfoto: Rahbek Ohlsen

Hoffen auf Hilfspaket der Regierung

Man warte auf die nächsten Informationen der Behörden bezüglich der finanziellen Hilfspakete. Daher werde es noch dauern, bis man den vollen Überblick habe. Sobald dieser vorliege, werde auch überlegt, wie mit den schon bezahlten Eintrittskarten umzugehen sein wird, schreibt Theessink auf Facebook.

Ungewöhnliche Feuertaufe

Henrik Juul räumte ein, dass er als frisch gebackener Festivalchef eine ungewöhnliche Feuertaufe erleben werde, wenn ein Festival abgesagt wird. In etwa einer Woche werde er mehr wissen, da noch ungeklärt sei, welche Hilfspakete für die Kultur seitens der Regierung geschnürt werden.

Fans muntern auf

Die Fans zeigen auf der Facebook-Seite des Festivals Bedauern und Verständnis. Einer meinte sogar, die Eintrittskarten könnten einfach auf das nächste Jahr überführt werden. Andere wollten ihre schon gekauften Karten für 2021 aufbewahren, damit das Festival das Geld zur Disposition habe. Einige wollen sogar ganz auf eine Rückerstattung für ihre Ausgaben verzichten.

In den mehr als 100 Kommentaren, die bis Dienstag, 10 Uhr, eingegangen waren, hoffen die Fans, dass es 2021 wieder ein Festival geben wird. Dann sei die Vorfreude doppelt so groß. Stark war auch die Aufmunterung der Fans. Ein Freiwilliger, der seit 1985 für das Festival ehrenamtlich arbeitet, bot sogar auch finanzielle Unterstützung an.

Vom Verbot für die Durchführung von Großveranstaltungen in der Kommune Tondern sind der Besuch von Königin Margrethe am 12. Juli in Tondern, Mögeltondern und Hoyer, betroffen, auch der Klostermarkt, das Ringreiten im Mai, die große Ballettvorstellung im Schlossgarten in Mögeltondern, um nur einige zu nennen. Bislang verschont ist der Schafmarkt in Hoyer, der erst im September stattfindet.

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