Tag der offenen Tür

Hereinspaziert zu den Schafen am Deich

Monika Thomsen
Monika Thomsen Journalistin
Hoyer/Højer
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Peter Sönnichsen mit einem zutraulichen Schaf. Foto: LHN

Auf dem Hof der Familie Sönnichsen am Deich in Hoyer warten am Sonntag nicht nur die Schafe, sondern auch viele Aktivitäten auf die Besucher.

Mehr Beine als üblich an einem Sonntag, werden am Sonntag am Deich vor Hoyers Toren in Bewegung sein, wenn Peter und seine Eltern Allis und Hans Sönnichsen am Tag der offenen Tür in der Landwirtschaft mitmachen. Der Betrieb Sönnichsen I/S ist von 10 bis 16 Uhr für Besucher aus Nah und Fern geöffnet, die sich einmal Schafe ganz aus der Nähe anschauen möchten.

Die Schafhaltung ist in der Familie Sönnichsen, die um die 700 Mutterschafe hat, kein neues Phänomen. „Mein Vater ist von zu Hause mit Schafen aufgewachsen und ich bin erblich belastet“, sagt Peter Sönnichsen, der vor neun Jahren seinen Job in der Bank an den Nagel hängte, mit einem verschmitztem Lächeln, um Vollzeit-Landwirt zu werden. Während früher fast jeder Bauer in der Umgebung 10 bis 15 Schafe hielt, ist im Wandel der Zeit der Abstand zwischen den Höfen größer geworden. „Der Milchwagen hält einmal südlich und einmal nördlich von uns“, meint Peter Sönnichsen zur aktuellen Lage bei der Milchviehwirtschaft.

„Ich glaube, wir haben heute mehr Schafe als früher“, meint er mit Blick darauf, dass es im Vergleich zu früher zwar weit weniger Schafhalter, aber dafür im Umfeld einige größere Betriebe mit Schafen gibt.

Kein langer Transport

Ungefähr 200 Jährlinge werden in die Herde aufgenommen. Die Lämmer, die Ende März, oder im April geboren wurden, werden nach sechs bis zwölf Monaten geschlachtet. „Wir haben im August 60 abgegeben und weitere folgen im September und Oktober. Sie werden alle in Dänemark geschlachtet und wir haben keine langen Transportwege. Früher sind sie auch nach Deutschland, die Niederlande und nach Frankreich exportiert worden“, so Sönnichsen. „Nein, es ist leider nicht gekennzeichnet“, meint er zur Frage, ob das Lammfleisch unter einem besonderen Gütesiegel vermarktet wird. Tøndermarsk Initiativet arbeite aber an einer Vermarktungs-Idee im Zusammenhang mit dem Nationalpark Wattenmeer.

Ein wertwoller Mitarbeiter ist „Moss“ (rechts im Bild). Foto: LHN

Stabile Preise

Als Schafhalter anno 2018 klagt Peter Sönnichsen nicht. „Wir sind nicht unzufrieden und befinden uns in der glücklichen Lage, dass die Preise in den letzten Jahren sehr stabil gewesen sind. Das ist viel wert und eine gute Sache, wenn man weiß, wie viel man bekommt. Von dem Auf und Ab wie bei den Schweine- und Milchpreisen sind wir verschont gewesen“, erklärt der Junior im Unternehmen.

Die Wolle könnte jedoch nicht mal den Schafscherer bezahlen. Der kommt im März auf den Hof, bevor die Muttertiere zum Lammen in den Stall wandern. „Dann brauchen sie nicht so viel Platz“, sagt Peter Sönnichsen lachend in Gedanken an die geschorenen Wolle-Träger.

Zudem würden sie auch nicht so leicht ihre Lämmer totliegen. Dem Nachwuchs fällt es dann auch leichter, an die Zitzen ihrer Mütter ran zu kommen. Bis Ende April, Anfang Mai, wenn die Weiden grün sind, bleiben die wolligen Vierbeiner unter Dach. Den größten Arbeitsaufwand gibt es von Anfang März bis Mitte Mai für die Sönnichsens. „Dann wird der Tag ein bisschen lang und die Nacht etwas kurz“, beschreibt Peter Sönnichsen diese arbeitsintensive Zeit in der der Nachwuchs quasi rund um die Uhr empfangen wird. Die etwa 200 Hektar des Hofs sind alle als Grünland ausgelegt. Sehr gute Bedingungen gab es für die Heuernte auf ungefähr 40 Hektar.

Für Sonntag sind viele Aktivitäten eingefädelt worden. Die Arbeit mit Hirtenhunden wird um 10.30 Uhr, 12 Uhr und 14 Uhr veranschaulicht, wenn Helga Krag aus Gärup die Arbeit mit ihren Hunden vorstellt. Auch für Peter Sönnichsen spielt sein neun Jahre alter Hütehund „Moss“ im Alltag eine wichtige Rolle. „Oha, ich würde nicht gerne ohne ihn auskommen. Er erspart mir viel Laufen und es ist viel einfacher“, so der Schafproduzent.

Über Gräben springen

Für die Kinder gibt es am Sonntag bei der Aktion in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftlichen Hauptverein für Nordschleswig (LHN) die Möglichkeit, im losen Heu zu spielen und hinten auf dem Wagen an TreckerTouren teilzunehmen. Zwei Norweger-Pferde sind bereit für Streicheleinheiten und dies trifft auch für ein paar Lämmer in einem kleinen Pferch zu. „Die sind ziemlich zahm, da sie mit der Flasche aufgezogen wurden“, so Sönnichsen.

Mit einem Naturberater finden stündlich Wanderungen im Nationalpark statt und wer sich traut, kann mit „æ klustaw“ über Gräben springen. Für Peter Sönnichsen ist das kein Ding: Das ist wie Fahrradfahren. Das verlernt man nicht“, so der Gastgeber, der seit Kindesbeinen mit dem Springstock Gräben überwindet.

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