Kommunalpolitik

Politiker verzichteten auf eigene Energieverschwendung

Politiker verzichteten auf eigene Energieverschwendung

Politiker verzichteten auf eigene Energieverschwendung

Tondern/Tønder
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Das Thema Windkraft spaltet weiter den Tonderner Stadtrat. Foto: Drew Hays/Unsplash

Der Stadtrat tut sich schwer in Sachen Windenergie. Die Entscheidung wird dem neuen Kommunalparlament überlassen. Ein neuer Vorschlag eines Venstre-Politikers verpasste nur haarscharf eine Mehrheit. Alle Windenergieprojekte sind damit wieder vom Tisch. Die Kommune startet eine neue Bewerberrunde.

Lag es daran, dass es der Abend vor den Osterfeiertagen war oder dass sich die Mitglieder des Tonderner Stadtrats mit Schrecken an ihre Diskussion vom Februar über Windenergie erinnerten, bei der man sich nach dreistündiger Debatte einig war, dass man sich uneinig ist.

Neuer Stadtrat muss ran

Auf jeden Fall wurde auf der jüngsten Ratssitzung nur ganz kurz über die Nutzung erneuerbarer Energieformen gesprochen. Aus dem befürchteten Orkan wurde nur ein laues Lüftchen. Aber mit dem gleichen Resultat wie im Februar: In der jetzigen Besetzung des Stadtrats kann man sich über Windenergieprojekte nicht einigen. Mit der jetzigen Konstellation ist kein Staat zur Energiewende zu machen. Der neugewählte Kommunalrat wird es richten müssen, so die Entscheidung der Abgeordneten.

Peinlich

Dass das Thema überhaupt wieder auf der Tagesordnung stand, war einer Initiative des Venstre-Abgeordneten Poul Erik Kjær geschuldet. Er versuchte es in Eigenregie mit einem Vorschlag, zumindest drei Windpark-Projekte (Arrild, Vollum Enge und Rejsby Hede) in die engere Wahl zu ziehen und von der Technischen Verwaltung untersuchen zu lassen.

Kjær meinte, es sei gegenüber den Projektmachern peinlich, dass es keine richtige Rückmeldung seitens der Kommune gab, obwohl eigentlich alle Parteien Anhänger der Energiewende sind.

Doch wie im Februar untersagten ihm die fünf Mitglieder der eigenen Fraktion die Unterstützung, da sich die Venstre-Abgeordnete erneut in zwei Lager teilten. Kjær scheiterte nur knapp mit 15 Ja-, an 16 Nein-Stimmen.

Seinen Vorschlag konnten die sechs Mitglieder von der Tønderlisten, die zwei Politiker der Schleswigschen Partei, Mathilde Ziehfeldt (SF) und Thomas Ørting Jørgensen (Borgerlisten) sowie Kjærs vier Fraktionskollegen Preben und Mette Linnet, Allan Skjøth, und Jesper Steenholdt unterstützen. Damit fehlte nur eine Stimme zur Mehrheit.

Die Projekte sind:

• Vattenfall, Haved, 18 Windräder (155 m) Leistung: 108 MW

• Vattenfall, Rejsby Hede, 15 Windräder (155 m), 101 MW

• NRGI, Drengsted/Lovrup, 6 Windräder (136 m), 33,6 MW

• Eurowind, Vollum Enge, 10 Windräder (180 m), 56 MW

• Momentum Energy Jutlandia, Arrild, 9 Windräder, (136 m), 38 MW

• Eurowind, Gasse Hede, 8 Windräder (150 m) und eine 48 Hektar große Solaranlage, Leistung 90 MW

Aufgrund dieser Konstellation sind wieder alle sechs Projekte vom Tisch. Einig war man sich dann dennoch, dass eine neue Bewerbungsrunde gestartet werden soll. Die Frist für die Abgabe wurde mit dem 15. Dezember datiert. Diesen Antrag hatten die Konservativen gestellt, um dem neuen Stadtrat das weitere Vorgehen zu überlassen.

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