Neuer Lebensstil

Mit Bewegung und geänderter Ernährung zum Erfolg

Mit Bewegung und geänderter Ernährung zum Erfolg

Mit Bewegung und geänderter Ernährung zum Erfolg

Tondern/Tønder
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Das „Dreamteam" nach vollbrachter Leistung Foto: Privat

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Sport- und Teamgeist spielte für das „Dreamteam“ eine wichtige Rolle. Die Fitness legte einen Zahn zu und die Kilos wurden sehr viel weniger.

Einen persönlichen Sieg liefen, schwammen und radelten elf Personen unlängst in Aggerschau (Agerskov) ein.

Mit 400 Meter Schwimmen, 20 Kilometer auf dem Drahtesel und 4 gelaufenen Kilometern führten sie einen Triathlon im Mini-Format durch.

Für so manch einen von ihnen, mag diese sportliche Leistung vor einem Jahr wohl kaum vorstellbar gewesen sein.

Der Kampf gegen die Kilos

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben gemein, dass sie den Kampf gegen unerwünschte Kilos aufgenommen haben und bei dem Projekt „Tri 20-21“ der Kommune Tondern mitmachten.

„Es lief richtig gut. Alle haben es durchgezogen und waren mega stolz. Das ist ein großer Erfolg und ist toll zu erleben“, sagt Yvonne Luff Gottfredsen, kommunale Gesundheitsberaterin und Ernährungsberaterin.

Im Vorfeld waren nur Einzelne sportlich etwas aktiv. Es ist toll zu sehen, wie die Gemeinschaft gewachsen ist.

Yvonne Gottfredsen, kommunale Gesundheitsberaterin

Sie hat bei dem Erfolg einen Finger mit im Spiel gehabt, da die Idee mit dem Zehntel-Ironman von ihr stammt und sie die Fäden für das Projekt in den Händen hält.

„Im Vorfeld waren nur Einzelne sportlich etwas aktiv. Es ist toll zu sehen, wie die Gemeinschaft gewachsen ist“, so Yvonne Gottfredsen.

Freude pur Foto: Privat

Das Angebot richtet sich an Personen über 18 Jahre, die zu viele Kilos auf die Waage bringen. Sie sind von ihrem Hausarzt an die Gesundheitsklinik in Toftlund oder Tondern überwiesen worden.

Gesunde Ernährung im Fokus

Dort ging es im September 2020 mit den Schwerpunkten gesunde Ernährung und mentale Gesundheit los und seitdem sind die Kilos im großen Stil gepurzelt.

„Mir fiel ein, dass es nicht besonders motivierend ist, ausschließlich über Kost und Bewegung zu reden. Da können sich schon Ermüdungserscheinungen einstellen. Da kam mir die Idee, dass mit einem langfristigen Ziel der Fokus nicht ausschließlich auf die Ernährung liegen würde“, so die Gesundheitsberaterin.

An dem Kurs nahmen 20 Menschen teil. Acht Personen machten nicht beim Triathlon-Training mit, da sie nicht die erforderliche Zeit aufbringen konnten.

Teamgeist spielte für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die auf dem Gelände von „Agerskov Umgdomsskole" unterwegs waren, eine Rolle. Foto: Privat

Die zwölfköpfige Truppe, die das Training aufnahm, nannte sich „Dreamteam“. Eine Person musste am Tag des sportlichen Events gesundheitlich bedingt kurzfristig absagen.

Während des Trainings ging es nicht nur um Sport-, sondern auch um Teamgeist.

„Trotz ihrer Unterschiede ist zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine große Verbundenheit entstanden. Das ist rührend zu sehen“, so Yvonne Gottfredsen.

Corona stellte sich quer

Das Training wurde im September zweimal pro Woche aufgenommen und wurde anfangs mit physiotherapeutischer Unterstützung durchgeführt.

Auch als Corona dem Training ein Bein stellte, gab die Truppe nicht auf. Janni Paulsen und Yvonne Paulsen ergriffen mit einer Facebookgruppe die Initiative für ein gemeinsames Training.

Als Erstes galt es die 400 Meter im Wasser zu bewältigen. Foto: Privat

Als die Restriktionen etwas gelockert wurden, ging das Lauftraining in Regie von „Tønder Løbeklub“ los.

Nachdem lange Zeit in den Schwimmhallen nichts ging, gab es von „Agerskov Ungdomsskole“ in der dortigen Schwimmhalle im Crawl-Schwimmen einen Crashkurs von fünf Stunden.

Mit Spaß dabei

Zum „Dreamteam“ gehört Elisabeth Hansen aus Osterhoist (Øster Højst). Ihre Reise zu einem gesünderen und „leichteren“ Leben startete die dreifache Mutter bereits am 5. April 2019 vor dem kommunalen Angebot.

„Das hat total Spaß gemacht“, so die 41-Jährige, die sich beim sportlichen Wettbewerb einen vierten Platz sicherte.

„Ich wusste, dass ich radeln und schwimmen konnte. Das mit dem Laufen war aber nicht so mein Ding, ich wollte lieber gehen“, berichtet sie.

Die Lauf-Disziplin bekam sie jedoch durch den Coach vom Laufklub in den Griff.

Gegenseitig angespornt

„Der Triathlon war ein klasse Erlebnis. Manche von uns sind Freunde geworden. Die Gemeinschaft ist das, was am meisten gebracht hat. Wir haben uns gegenseitig zum Trainieren angespornt“, so Elisabeth Hansen.

Ich bin von Kleidergröße 54 auf 44 heruntergegangen und von 141 auf 91 Kilogramm. Ich fühle mich einfach gesünder.

Elisabeth Hansen, Teilnehmerin

Verabredungen zum gemeinsamen Radeln wurden getroffen, und es habe animiert, wenn man in der Facebook-Gruppe Bilder von anderen beim Training gesehen habe.

So ist sie dann auch frühmorgens aus dem Bett gesprungen, um sich erst aufs Fahrrad zu schwingen und dann nachfolgend eine Runde zu laufen.

Elisabeth Hansen während sie beim Mini-Triathlon auf dem Fahrrad ihre Runden drehte. Foto: Privat

50 Kilogramm abgenommen

Elisabeth machte sich gemeinsam mit Weiteren auf, um die 54 Kilometer des Marschensteigs in zwei Etappen zu bestreiten. Der nächtlichen Übernachtung im Shelter habe die Kälte leider einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Wer Elisabeth Hansen länger kennt, für den ist ihre Lebensstiländerung deutlich sichtbar. „Ich bin von Kleidergröße 54 auf 44 heruntergegangen und von 141 auf 91 Kilogramm. Ich fühle mich einfach gesünder“, sagt sie lächelnd.

Neues Ziel vor Augen

Mit dem Triathlon hat sie keinen Schlusspunkt unter das Training gesetzt, sondern hat Appetit auf mehr bekommen.

„Ich würde wahnsinnig gerne 2022 denBerlin-Halbmarathon laufen. Das ist mein Ziel“, kündigt sie an. Einen ersten Laufpartner hat sie auch schon, nämlich ihren 16-jährigen Sohn.

„Carsten sagt, wenn ich das mache, dann will er auch“, so Elisabeth Hansen, während der sie um Kopflängen überragende Sohnemann das bestätigt.

Vorreiterrolle

Das „Dreamteam“ nimmt im kommunalen Gesundheitsangebot eine Vorreiterrolle ein.

Beim nächsten Verlauf wird der sportliche Teil auch dazu gehören, dann aber in Regie des neu gegründeten Sportvereins „Idræt for livet“ laufen, wie Yvonne Gottfredsen berichtet.

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