Wahlkampf

Grenzüberschreitend gemeinsam mehr bewegen

Grenzüberschreitend gemeinsam mehr bewegen

Grenzüberschreitend gemeinsam mehr bewegen

Tondern/Tønder
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SP-Kandidat und Kommunalvorsitzender Christian Andresen, Stadtratspolitiker und SP-Bürgermeisterkandidat Jørgen Popp Petersen, SSW-Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl Sybilla Nitsch, SP-Spitzenkandidatin Randi Damstedt sowie SP-Kandidatin Karin Müller (v. l.) Foto: Monika Thomsen

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Bei einem kleinen Westküsten-Gipfel tauschten sich die Schleswigsche Partei und der Südschleswigsche Wählerverband auf dem Markt in Tondern aus. Die SSW-Spitzenkandidatin Sybilla Nitsch legte einen Wahlkampf-Stopp nördlich der Grenz ein.

Zu einem kleinen, eher diskreten politischen Gipfel kam es am Mittwochnachmittag auf dem Markt in Tondern, als ihre Wahlkampftournee die Spitzenkandidatin des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW) im Kreis Nordfriesland für die Bundestagswahl, Sybilla Nitsch, nach Tondern führte.

Minderheiten-Treffen

Vor dem historischen Klostercafé gingen die deutsche und die dänische Minderheit auf Tuchfühlung. Außer dem Stadtratsvertreter der Schleswigschen Partei, Jørgen Popp Petersen, gesellten sich die SP-Kandidatinnen für die Kommunalwahl, Randi Damstedt und Karin Müller, dazu.

Auch ihr Kollege und SP-Kommunalvorsitzender Christian Andresen war mit von der Partie. Gleiches galt für eine Schülerin und drei Schüler der dänischen Minderheit, die im Sommer an der dänischen Schule in Husum ihr Realexamen absolviert haben und nun am Handelsgymnasium in Tondern sind.

„Für die Jugendlichen ist es in dieser Region ganz natürlich, dass sie zum Beispiel in Husum leben und in Tondern zur Schule gehen“, sagte Sybilla Nitsch, die Lehrerin an der dänischen Schule in Husum ist.

Im Laufe des Nachmittag schauten mehrere ehemalige Schülerinnen und Schüler von Sybilla Nitsch vorbei. Foto: Monika Thomsen

Für sie sei gegenwärtig der richtige Augenblick, um eine grenzüberschreitende Strategie auszuarbeiten.

Eine entscheidende Rolle spiele auch der Bahnverkehr zwischen Tondern, Niebüll und Sylt.

„Es kommt zu oft vor, dass die Westküste vergessen wird. Mir schwebt vor, dass wir mit Niebüll, Tondern und Sylt im Bereich von Wirtschaft und Kultur ein Dreieck werden, wie Sonderburg, Apenrade und Flensburg. Wir können sehr viel voneinander lernen“, sagte sie dem „Nordschleswiger“.

881 deutsche Staatsangehörige

Etwa zehn Tage vor der Bundestagswahl am Sonntag, 26. September, war sie in der Wiedaustadt auch auf Stimmenjagd.

Immerhin leben in der Kommune Tondern 881 deutsche Staatsbürger, wie auf der Grundlage von Material von „Danmarks Statistik“ von Thomas Dam, dem Chef des kommunalen Bürgerservices, zu erfahren ist.

Sybilla Nitsch und Christian Andresen Foto: Monika Thomsen

Popp und Nitsch sind sich einig, dass es zu oft vorkommt, dass das deutsch-dänische Grenzland in der großen Politik vergessen wird.

Dies sei auch während der Pandemie ohne einen vorherigen Dialog mit Vertreterinnen und Vertretern des Grenzlandes der Fall gewesen.

Es kommt zu oft vor, dass die Westküste vergessen wird. Mir schwebt vor, dass wir mit Niebüll, Tondern und Sylt im Bereich von Wirtschaft und Kultur ein Dreieck werden, wie Sonderburg, Apenrade und Flensburg. Wir können sehr viel voneinander lernen.

Sybilla Nitsch, SSW-Spitzenkandidatin

„Die Bundespolitik hat auch bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit eine Verantwortung und muss sich einbringen, wie es vom Land Schleswig-Holstein und dem dänischen Staat der Fall ist, um im Bereich der Ausbildung etwas zu stemmen“, sagt die Kreistagsabgeordnete.

„Distanz nicht miterlebt"

„Ich habe nicht die Zeiten miterlebt, als die zwei Minderheiten sich distanziert gegenüberstanden. Ich halte die brückenbauende Zusammenarbeit für sehr ertragreich, wichtig und inspirierend“, so Nitsch beim interessanten Austausch bei Kaffee und Gebäck.

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