Austern im Fokus

Gastronomisches Festival wirft seine Schatten voraus

Gastronomisches Festival wirft seine Schatten voraus

Gastronomisches Festival wirft seine Schatten voraus

Monika Thomsen
Tondern/Tønder
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Während des Festivals werden Touren im Watt angeboten. (Symbolfoto) Foto: Monika Thomsen

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Die Meeresfrüchte aus dem Wattenmeer stehen für vier Tage im Mittelpunkt. Viele Spitzenköche und eine Kollegin verwerten die Austern auf Röm in drei verschiedenen Kategorien.

Das Austernfestival „Danmarks Østers Festival“ freut sich über das Interesse von ausländischen Medien.

Aus Deutschland haben unter anderem die „Welt am Sonntag“ und das „Hamburger Abendblatt“ ihr Kommen angekündigt. Zudem rückt aus Amerika ein TV-Dokumentarist an, der ein Programm über skandinavische Kultur und skandinavischen Lebensstil produziert.

Die ausländischen Pressevertreter besuchen auch einige Zusammenarbeitspartner des Austernfestivals wie zum Beispiel den Lebensstil-Laden „Brinksgaard“ in Rohrkarr (Rørkær) und den Saftproduzenten „Vibegaard“ bei Scherrebek (Skærbæk), wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht.

Die Köche entscheiden sich im Vorfeld für eine Kategorie. (Archivfoto) Foto: Danmarks Østersfestival

Zwei Tage auf dem Festland

Das Austernfestival findet von Freitag, 8. Oktober, bis Montag, 11. Oktober, statt.

30 Spitzenkräfte aus dem In- und Ausland werden am 11. Oktober im Ferienresort Enjoy Resort am fünften Wettstreit um den Titel als der „Austernkoch des Jahres" teilnehmen.

Wir hatten auf mehr ausländische Teilnehmende gehofft. Aber zum einen spielen die Corona-Restriktionen eine Rolle, und zweitens steht die Gastronomie weltweit unter Druck und braucht dringend Mitarbeitende.

Povl Lønberg, Initiator

Neu dabei ist, dass die Gastronomen in ihrem Gericht mindestens 50 Prozent der Zutaten aus der Region anwenden müssen.

Das Austernfestival, das seit 2019 auf der Nordseeinsel Röm (Rømø) ausgerichtet wird, ist auch in der Stadt Tondern präsent.

In der Fußgängerzone gibt es am Freitag und Sonnabend die Möglichkeit zu lernen, wie die Meeresfrucht korrekt geknackt wird. Foto: Monika Thomsen

Dort können Interessierte am Freitag von 15 bis 18 Uhr in der Fußgängerzone unter fachmännischer Anleitung lernen, wie man die Austern knackt. Zudem können kleine Austerngerichte gekauft werden.

Die Geschäfte richten ihre Deko auf das Austernfestival aus, und der Musiker und Bootsbauer Joakim Okkels spielt Gitarre und zeigt sein Boot Marke Eigenbau vor.

Es handelt sich um eine originalgetreue Kopie der Boote mit flachen Böden, die ursprünglich im Wattenmeer eingesetzt wurden.

Auf ins Wattenmeer

Rahmenveranstaltungen gibt es auch auf Schloss Schackenborg in Mögeltondern (Møgeltønder) und in Hjemstedt (Hjemsted), wie auch Austern-Safaris angeboten werden.

„Es handelt sich bei dem Austernfestival um ein sehr, sehr spannendes Event, das nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland in gastronomischen Kreisen Aufmerksamkeit schafft“, berichtet der Vorsitzende von „Danmarks Østersfestival“, Bürgermeister Henrik Frandsen (Tønder Listen) auf Anfrage.

Damit soll auch der Fokus auf das Potenzial gerichtet werden, das das Wattenmeer birgt. „Ein paar Gummistiefel und ein Eimer, und schon ist man gerüstet, um Austern zu pflücken“, so Frandsen.

Musiker und Bootsbauer Joakim Okkels wird in der Fußgängerzone sein inzwischen fertiggestelltes Boot zeigen. (Archivfoto) Foto: Erik Egvad Petersen

Der Vorsitzende verzehrt auch Austern

Zur Frage, ob er selbst Austern verzehrt, erklärt er: „Ich esse mit großem Wohlbefinden Austern. Besonders, wenn sie zubereitet sind“, so Frandsen, der den Meeresfrüchten im rohen Zustand nicht so viel abgewinnen kann.

Es sei sehr spannend zu sehen, was die Gastronomen in den drei verschiedenen Kategorien hervor aubern würden.

Der Wettstreit ist in die drei Varianten „Die salzige Küche“, „Die süße Küche“ und –„Austern und smørrebrød“ gegliedert.

Köche aus Belgien und Deutschland

Bei der Anmeldung entscheiden sich die Köche für eine Kategorie, wie vom Initiator und Leiter des Festivals, Povl Lønberg, zu erfahren ist.

Er berichtet, dass zwei Köche aus Belgien, zwei bis drei aus Deutschland und vermutlich einer aus Frankreich anreisen.

„Wir hatten auf mehr gehofft. Aber zum enen spielen die Corona-Restriktionen eine Rolle, und zweitens steht die Gastronomie weltweit unter Druck und braucht dringend Mitarbeitende“, so Lønberg.

Die Spitzenkräfte müssen nicht selbst Austern pflücken, sondern das Rohmaterial aus dem Wattenmeer liefert „Rømø Shellfish". Foto: Rømø Shellfish

Viele Köche und eine Köchin

Einzige Köchin unter den Teilnehmenden ist Emilie Qvist Kjærgaard, Küchenchefin und Besitzerin des Restaurants „Medvind“ in Hanstholm.

„Wir haben uns auch um Köchinnen bemüht. Das ist aber ein generelles Problem, da es sich vielleicht um eine von Männern dominierte Branche handelt, da die jungen Frauen Kinder kriegen“, erläutert Lønberg.

Nachwuchs an den Töpfen

Am Sonnabend wird ein Team von Kochschülerinnen und - schülern von der „Hotel- og Restaurantskolen“ in Kopenhagen in der Küche der Kochschule Hoyer Gaard in Hoyer (Højer) Austern zubereiten.

Die Auszubildenden werden in Hoyer Austern verwerten. (Archivfoto) Foto: Elise Rahbek

„Ein hohes Niveau"

Das Event, das im Oktober 2020 coronabedingt ausfiel, fand ursprünglich auf Fanø statt.

Als die dortigen Austern von Krankheit befallen wurden, rückte die Veranstaltung 2019 in die Kommune Tondern. Ein Schritt, den auch vder Vorsitzende des Wirtschaftsrates begrüßt.

„Ich bin stolz, dass es in Zusammenarbeit mit dem Touristikverein, dem Einzelhandel und der Kommune Tondern gelungen ist, das Festival auf ein so hohes Niveau zu bringen, wie es der Fall ist“, so Bo Kjelkvist, Vorsitzender des Tonderner Wirtschaftsrates.

Die Austern spielen vier Tage lang eine Hauptrolle. (Archivfoto) Foto: Rømø Shellfish

Kommunale Finanzspritze

Das Austernfestival hat einen Etat von 1,5 Millionen Kronen, und die Kommune Tondern unterstützt den Vorstoß mit 200.000 Kronen.

Bei der ersten Ausgabe auf Röm 2019 wurden um die 2.000 Besucherinnen und Besucher verbucht.

Henrik Frandsen hofft, dass die Gästeschar in diesem Jahr größer wird. „3.000 bis 4.000 dürften es gerne werden“, so Frandsen.

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