Kommunalpolitik

Venstre-Chef Linnet steigt aus der Politik aus

Venstre-Chef Linnet steigt aus der Politik aus

Venstre-Chef Linnet steigt aus der Politik aus

Tondern/Tønder
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Preben Linnet (r.) ist Vorsitzender der kommunalen Entsorgungsgesellschaft Tønder Forsyning. Er und Bürgermeister Henrik Frandsen nahmen im Herbst 2019 maschinell den ersten Spatenstich für das Regenwasserbecken in Hoyer vor. (Archiv) Foto: Jane R. Ohlsen

Der Fraktionsvorsitzende Preben Linnet hat sich gegen eine erneute Kandidatur bei der Kommunalwahl entschieden. Die Bürgermeisterfrage ist für ihn nicht entscheidend gewesen.

Nach 24 Jahren in der Kommunalpolitik – erst in Hoyer (Højer), dann in Tondern – zieht Venstre-Stadtratspolitiker Preben Linnet aus Dahler (Daler) einen Schlussstrich.

Bei der Kommunalwahl im November wird sein Name somit nicht auf der Liste von Venstre zu finden sein.

„Die Zeit ist reif"

„Ich habe während des vergangenen Jahres darüber nachgedacht, wann die Zeit reif dafür ist, in der Kommunalpolitik aufzuhören. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es jetzt an der Zeit ist“, teilt der Fraktionssprecher von Venstre mit.

„Es sind 24 spannende Jahre mit vielen guten Erlebnissen und natürlich auch einigen weniger angenehmen gewesen."

Bürgermeisterwahl nicht entscheidend

Linnet betont, seine Entscheidung habe nichts damit zu tun, wer am 18. Juni 2020 von den Venstremitgliedern als Bürgermeisterkandidat gewählt wurde.

Damals zog Bürgermeister Henrik Frandsen im Verhältnis zu Martin Iversen den Kürzeren. Frandsen gründete dann im Oktober gemeinsam mit den Venstrepolitikern Anita Uggerholt Eriksen, Bo Jessen, René Andersen, Daisy Dahl sowie Irene Holk Lund Tønder Listen.

Fünf Oberhäupte

„Ich habe im Laufe der Zeit unter fünf verschiedenen Bürgermeistern gearbeitet und meine eigentlich, dass ich allen gegenüber loyal gewesen bin und mich gegebenenfalls auch einem eventuellen neuen Bürgermeister anpassen könnte.“

Stadt- und Regionsratsmitglied Mette Bossen Linnet fotografiert ihren Vater Preben Linnet (r.) und Bo Jessen, als die zwei Stadtratskollegen wegen ihres langjährigen politischen Engagements im September 2020 mit dem dänischen Ritterkreuz ausgezeichnet wurden. (Archivfoto) Foto: Monika Thomsen

Ich habe im Laufe der Zeit unter fünf verschiedenen Bürgermeistern gearbeitet und meine eigentlich, dass ich allen gegenüber loyal gewesen bin und mich gegebenenfalls auch einem eventuellen neuen Bürgermeister anpassen könnte.

Preben Linnet, Fraktionssprecher

Durch die Jahre sei er in vielen Räten, Gremien und Vorständen gewesen. Dies habe ihm jede Menge Erlebnisse und Einblick in viele Sachen gegeben.

„Gleichzeitig habe ich viele Menschen kennengelernt und ein riesengroßes Netzwerk erhalten“, so Preben Linnet.

Bürgermeisteramt zum Greifen nah

„Nach dem viel zu frühen Tod von Laurids Rudebeck hätte ich sogar Bürgermeister werden können. Das war ein riesiger Vertrauensbeweis von der Venstregruppe und den anderen Parteien. Nachdem ich eine knappe Woche darüber nachgedacht hatte, kam ich zu der Erkenntnis, dass das nicht meine Mission war. Ich fühlte mich nicht dazu bereit, die Arbeitsklamotten abzustreifen und der Landwirtschaft den Rücken zu kehren. Ich habe immer die Kombination aus praktischer Arbeit und Politik genossen“, erklärt Linnet.

Ein harter Ton in der Politik

Es sei eine schöne und erlebnisreiche Zeit gewesen, die er nicht hätte entbehren wollen.

Linnet, der seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Politik mitmischt, widmet sich aber auch dem Ton, der sich in der Politik in eine unerfreuliche Richtung entwickelt habe.

Kein Freund von Facebook

„Ich denke, das ist in hohem Maß diversen Medien zuzuschreiben. Aus dem gleichen Grund bin ich nicht auf Facebook. Vor einigen Jahren habe ich jedoch den Fehler gemacht, dass ich damit anfing, die Kommentare auf ,JV’ zu lesen. Aus meiner Sicht handelt es sich sehr oft um einen harten Ton, den man wohl nicht einsetzen würde, wenn man sich direkt gegenüberstehen würde“, sagt der Fraktionsvorsitzende.

Als Bürgermeister Henrik Frandsen Linnet im September 2020 das dänische Ritterkreuz verlieh, gehörte er noch zur Venstre-Fraktion. Das änderte sich einen Monat später. (Archivfoto) Foto: Monika Thomsen

Mehr Freizeit erwartet

„Ich hoffe, ab Januar 2022, wenn es etwas mehr Freizeit gibt, den Menschen, die mir wichtig sind, etwas zurückgeben zu können“, so Linnet. Er richtet einen großen Dank an seine Familie und seine Freunde für ihre Rückendeckung und dafür, dass sie stets ein offenes Ohr hatten.

Neben der Landwirtschaft wird er sich auch der Vorstandsarbeit bei „Sparekassen Bredebro“ widmen. Er wurde unlängst für eine vierjährige Periode gewählt und ist Vorsitzender.

Während Preben Linnet zum Jahresende das kommunalpolitische Kapitel zu den Akten legt, kandidiert seine Tochter Mette, die auch zur zehnköpfigen Venstre-Fraktion gehört, erneut für den Kommunal- und den Regionsrat.

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