Kommunalpolitik

Nach langer Debatte: Grünes Licht für Jugendwohnheim

Nach langer Debatte: Grünes Licht für Jugendwohnheim

Nach langer Debatte: Grünes Licht für Jugendwohnheim

Tondern/Tønder
Zuletzt aktualisiert um:
Die Fassade des Jugendwohnheims, in das die Wohnungsbaugesellschaft investiert Foto: tnt arkitekter

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Alle Stadtratsmitglieder hielten das neue Jugendwohnheim für eine gute Idee. Einige fahndeten aber ohne Erfolg nach mehr Informationen.

Die 31 Mitglieder des Kommunalrats in Tondern haben auf ihrer Sitzung am Donnerstagabend nach fast 90-minütiger kontrovers geführter Diskussion den Weg für den Bau eines modernen Studentenwohnheims auf dem Gelände von Campus Tønder geebnet.

Der Weg zu dieser Entscheidung war aber nicht nur sehr holprig, sondern teils auch sehr unschön.

Dabei ging es nicht um das Projekt als solches, das alle Politikerinnen und Politikern befürworteten, sondern es ging um die Handhabung.

Gesellschaften investieren 40 Millionen Kronen

In den Bau von 42 Wohneinheiten investieren die Wohnungsbaugesellschaft Domea und die örtliche Gesellschaft „Tønder Boligselskab“ zusammen knapp 40 Millionen Kronen.

Eine Mehrheit im Finanzausschuss, bestehend aus drei Venstreleuten, einem SP-Vertreter und einer Sozialdemokratin, hatte sich dafür eingesetzt, den Punkt zu vertagen, da es aus ihrer Sicht noch offene Fragen gab.

Dies führte dazu, dass Bürgermeister Henrik Frandsen (Tønder Listen) das Aufhebungsrecht einsetzte, und diesen Punkt auf die Tagesordnung des Kommunalrats brachte.

Bent Paulsen (Dänische Volkspartei) hatte im Finanzausschuss befürwortet, dass mit dem Projekt weitergearbeitet wurde.

Man kann beibleiben, Fragen zu stellen und eine Sache kompliziert machen. Ich habe die Informationen, die ich für eine Entscheidung benötige.

Henrik Frandsen, Bürgermeister

Unbeantwortete Fragen

Aus der Warte von Eike Albrechtsen (Soz.), der Schleswigschen Partei und Venstre (mit Ausnahme von Jesper Steenholdt) gab es immer noch offene Fragen und nicht präsentierte Fakten.

Dies fegte Bürgermeister Henrik Frandsen jedoch vom Tisch. „Man kann beibleiben, Fragen zu stellen und eine Sache kompliziert machen. Ich habe die Informationen, die ich für eine Entscheidung benötige“, sagte er unter anderem.

Das Vorhaben genießt auch bei den drei großen Wirtschaftsunternehmen, Ecco, Hydro und Hartmann, Rückendeckung. Foto: tnt arkitekter

Eike Albrechtsen ging es auch um die Auswirkungen auf die bestehenden Wohnheime, und sie hatte Bedenken, was die Größe der Ein- und Zweizimmerwohnungen anging.

Auf der Suche nach Fakten

„Welche Plätze gibt es in der Stadtmitte? Das alte Gefängnis könnte auch eine Möglichkeit sein“, so die Fraktionssprecherin, die Fakten vermisste.

Ihr Parteikollege Harald Christensen erklärte sich im Namen der Fraktion als Fürsprecher für des Projekt und unterstützte eine sofortige Entscheidung.

Mathias Knudsen (Venstre) wollte wissen, wie groß die kommunale Bürgschaft sein sollte. Er fragte nach den Konsequenzen der Tatsache, dass der Wohnungsleerstand in der Kommune inzwischen die Marke von zwei Prozent überschreitet. „Ist es legal, dass wir das Grundstück für 3,1 Millionen Kronen verkaufen, während der Preis neulich auf 1 Krone festgesetzt wurde“, so Knudsen.

Verpflichtet, Fragen zu stellen

Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) verwies unter anderem darauf, dass der Finanzausschuss im Oktober 2020 den Punkt vertagt hatte, um einen Plan für die strategische Stadtentwicklung abzuwarten.

„Das können wir nicht einfach unter den Teppich kehren. Ich halte es für eine sehr alternative Vorgehensweise, dass man nicht der Aufforderung von fünf Mitgliedern nachkommt. Es ist unsere verflixte Pflicht, kritische Fragen zu stellen, um eine Sache zu klären“, so Popp Petersen. Er fand es nervig, dass der Prozess darauf hinauslief, „dass einige die Guten und andere die Bösen sind".

Ich halte es für eine sehr alternative Vorgehensweise, dass man nicht der Aufforderung von fünf Mitgliedern nachkommt. Es ist unsere verflixte Pflicht, kritische Fragen zu stellen, um eine Sache zu klären.

Jørgen Popp Petersen, Stadtratspolitiker

Vertagung abgewiegelt

Der Antrag von Venstre auf Vertagung erhielt Rückendeckung von 13 Mitgliedern, dagegen votierten 17, und es gab eine Enthaltung (Holger Petersen Einheitsliste).

Gegen eine Vertagung waren die sechs Mitglieder von Tønder Listen, die Sozialdemokratie (mit Ausnahme von Eike Albrechtsen), die Sozialistische Volkspartei, Borgerlisten, die Dänische Volkspartei sowie Jesper Steenholdt (Venstre).

Für den Venstre-Vorschlag stimmten die Venstre-Fraktion (minus Jesper Steenholdt), die Schleswigsche Partei, die Konservative Volkspartei und Eike Albrechtsen

Der Lageplan auf dem Campus-Gelände Foto: tnt arkitekter

Nachdem der Änderungsvorschlag hinfällig wurde, gaben alle 31 Stadtratsmitglieder mit der Annahme des „Schemas A für gemeinnützige Jugendwohnungen im Zusammenhang mit dem Campus“, das Startsignal für das Vorhaben.

Mehr lesen