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Brutplätze auf Röm mit Elektrozaun geschützt

Brutplätze auf Röm mit Elektrozaun geschützt

Brutplätze auf Röm mit Elektrozaun geschützt

Röm/Rømø
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Die Seeregenpfeifer – auf dem Foto werden Junge aufgewärmt – sind in Dänemark ebenso wie im deutschen Teil des Wattenmeers vom Aussterben bedroht. Auf Röm liegt eines der letzten Vorkommen in Dänemark. Foto: Naturstyrelsen

Die staatliche dänische Naturbehörde sichert Gelege von Zwergseeschwalben und Seeregenpfeifern auf dem „Sønderstrand“ zusätzlich gegen Füchse. Die Strandgäste werden um Rücksicht gebeten.

Nachdem seit einigen Jahren bereits durch Einzäunungen und Hinweisschilder Strandbesucher vom Betreten der Bereiche abgehalten wurden, ergreift die Naturschutzbehörde Naturstyrelsen jetzt zusätzliche Maßnahmen, um den im vergangenen Jahr 27 Zwergseeschwalbenpaaren und 16 Seeregenpfeiferpaaren eine erfolgreiche Brut und Jungenaufzucht zu sichern.

Füchse bleiben weg

Es wird ein Elektrozaun aufgestellt, der – wie Versuche im vergangenen Jahr gezeigt haben – Füchse von einem „Besuch“ im Brutrevier abhält. Viele Gelege von Seevögeln fallen den Raubsäugern zum Opfer, von denen es recht viele auf Röm gibt. Sie finden dort ein gutes Nahrungsangebot unter anderem aufgrund von Abfällen, die von Inselgästen hinterlassen werden, so Jens Hjerrild Hansen non der Naturbehörde gegenüber dem „Nordschleswiger“.

Wirkung der Zäune erforscht

Die Naturbehörde hat in Zusammenarbeit mit der Universität Aarhus die Wirksamkeit von Elektrozäunen in Schnauzenhöhe der Füchse getestet. Im Bereich des Margrethenkooges bei Hoyer sind Brutinseln angelegt worden, die wie eingezäunte Bereiche weniger von Füchsen frequentiert werden. Auch hier hofft man auf mehr Bruterfolg von Strandvögeln.

Appell an Strandgäste

Der für den Schutz der Strandvögel auf Röm zuständige Mitarbeiter der Naturbehörde, Jens Hjerrild Hansen, wendet sich an die Strandgäste, das Vorhaben zu unterstützen: „Normal halten sich Brutvögel, Badegäste und Naturliebhaber Seite an Seite auf den Stränden auf. Wir können aber feststellen, dass es einen positiven Effekt hat, den Brutvögeln einige Monate lang Ruhe vor Menschen und Füchsen zu geben.“ Deshalb werden in diesem Jahr zusätzliche Bereich mit elektrischen Drähten eingezäunt.

Ein Prozent des Strandes gesperrt

Er erläutert, dass nur ein Prozent des Strandes abgesperrt wird. Vor allem im Mai, der Hauptbrutzeit, werden Strandbesucher um Rücksichtnahme gebeten. Hjerrild Hansen hofft, dass sich die Zahl der brütenden Seeregenpfeifer und Zwergseeschwalben auf Röm dieses Jahr erhöht. 30 Prozent des Römer Brutbestandes hatte sich in den eingezäunten Bereichen niedergelassen.

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Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
„Der Mensch – der schlechte Freund des Hundes“