Neue Zahlen

Arbeitnehmerzahl sinkt – aber Negativtrend gestoppt

Arbeitnehmerzahl sinkt – aber Negativtrend gestoppt

Arbeitnehmerzahl sinkt – aber Negativtrend gestoppt

Kopenhagen/Tondern
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Foto: Scanpix

Tonderns Bürgermeister Henrik Frandsen fordert mehr berufliche  Bildung in Nordschleswig, um Zahl der Arbeitsplätze zu steigern. Eine große Herausforderung ist die Alterung der Bevölkerung im Grenzland.

Die neuesten Angaben von Danmarks Statistik zur Entwicklung der Zahl der Arbeitnehmer in den dänischen Kommunen weisen auf einen besonders starken Rückgang in der Kommune Tondern um nicht weniger als 12,5 Prozent zwischen 2008 und 2018 hin.

Auch in den übrigen nordschleswigschen Kommunen hat es unter den Arbeitnehmern in dem Zeitraum ein Minus zwischen 5 und 14 Prozent gegeben.

Zahl der Arbeitnehmer steigt seit fünf Jahren

Landesweit ist die Zahl der Arbeitnehmer seit fünf Jahren gestiegen. Allerdings sind offenbar die meisten neuen Jobs in Kopenhagen geschaffen worden, wo die Zahl der Arbeitnehmer von 2008 bis 2018 um 21,4 Prozent gestiegen ist. In Aarhus immerhin auch um 10,5 Prozent.

Für Tonderns Bürgermeister Henrik Frandsen (Venstre) ist der Negativtrend im Bereich der Arbeitsplätze und Zahl der Arbeitnehmer nichts Neues. Er kann aber bereits seit einigen Jahren eine Verbesserung sehen. „In der Kommune Tondern herrscht aktuell fast Vollbeschäftigung. Die Arbeitslosenquote lag zuletzt bei 2,8 Prozent. Die Unternehmen, die ich zuletzt in unserer Kommune besucht habe, suchten durchweg Arbeitskräfte“, so Frandsen. Er unterstreicht, dass die vier Kommunen in Nordschleswig sich als gemeinsamer Arbeitsmarkt verstehen und auf gemeinsame Wirtschaftsförderung setzen.

Er erinnert daran, dass nach Einsetzen der Wirtschaftskrise 2007/2008 Tondern zahlreiche Arbeitsplätze eingebüßt hat – und vor allem viele Einwohner, weshalb der jüngste Aufschwung den Verlust bei der Zahl der Arbeitnehmer nicht ausgleichen konnte. „Es kommen täglich 600 Beschäftigte zur Arbeit aus Deutschland in unsere Kommune“, so der Tonderner Bürgermeister, und sieht darin ein Zeichen, dass die Wirtschaft sich erholt hat.
„Wir benötigen in der Kommune Tondern vor allem mehr berufliche Ausbildungsplätze“, so Henrik Frandsen. Beruflich gut ausgebildetes Personal sei die Basis für Neuansiedlungen und den Ausbau bestehender Unternehmen.

Tourismus brachte nur wenig

Er räumt ein, dass der in jüngster Zeit als Wachstumsbranche oft erwähnte Fremdenverkehr in Tondern bisher nicht die Wirtschaft hat expandieren lassen. „Der Tourismus hat gerade einmal einen Anteil von fünf bis sechs Prozent an unserer Arbeitnehmerschaft“, berichtet er. Wichtig sei es, insgesamt die Kommune attraktiver zu machen und möglichst weitere staatliche Arbeitsplätze nach Nordschleswig zu holen, damit ein breites Spektrum an Jobs den Arbeitsmarkt attraktiv macht.

Große Herausforderungen seien mit der Alterung der Bevölkerung in Nordschleswig verbunden. Die Kommunen Lolland (Minus 21,9 Prozent), Ærø (Minus 17,2 Prozent), Læsø (Minus 17 Prozent) und Struer (Minus 16,1 Prozent) haben die meisten Arbeitnehmer verloren.

Landesweit hatten 70 Prozent im Alter zwischen 16 und 64 Jahren einen Job als Arbeitnehmer, insgesamt 2,736 Mio. Das sind 1,9 Prozent weniger als vor zehn Jahren.

Mit 871.375 Jobs war der öffentliche Dienst in Dänemark im ersten Quartal des Jahres der wichtigste Arbeitgeber. Es folgt auf Platz zwei die Branche Handel und Transport mit 684.590. Die Industrie bot 330.000 Jobs und die Landwirtschaft noch knapp 43.000.

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