Jagd

Zahl erlegter Wildschweine seit Juli verhältnismäßig gering

Kjeld Thomsen
Kjeld Thomsen Lokalredakteur
Fröslee/Frøslev
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Symbolbild Foto: DPA

Vermutlich aus Schleswig-Holstein wanderte kürzlich eine Horde Wildschweine in Dänemark ein. Anscheinend verstecken sie sich, wie ihre heimischen Artgenossen auch, recht gut.

Erst kürzlich konnte man in einem Video im Internet sehen, wie eine Horde von ca. 20 Wildschweinen über ein Feld bei Holebüll rennt. Es handelte sich offensichtlich um eine neue Gruppe von Wildschweinen, die von Deutschland gekommen war. Mit Furcht vor der afrikanischen Schweinepest wird diese Horde bei hiesigen Jägern und allen voran bei Schweinebauern mit Jagdschein das Jagdfieber weiter entfacht haben. Die große Abschussquote gibt es jedoch nicht. Zumindest noch nicht.

Laut Wildkonsulent Klaus Sloth von der Naturbehörde „Sønderjylland“ sind ihm 41 Abschüsse seit Januar bekannt. Im Juli lag die Zahl bei 35. Trotz der gelockerten Vorschriften für die Wildschweinjagd sind somit lediglich sechs gemeldete Abschüsse hinzugekommen.

Blutprobe von jedem toten Schwein

„Es wurden laut unserer Liste zudem zwei Wildschweine überfahren“, ergänzt Sloth.
Von jedem toten Wildschwein wird eine Blutprobe entnommen und zur Untersuchung eingeschickt. Rund zwei Tage dauert diese Analyse, so Sloth. Alarmierendes sei bislang nicht festgestellt worden.

Im Juli war die Zahl von Wildschweinen im grenznahen Raum auf 50 bis 100 geschätzt worden. Es sei schwierig, die tatsächliche Population der scheuen und nachtaktiven Tiere zu beziffern, und man könne es nur unter Vorbehalt tun. „Wir gehen davon aus, dass sich hier aktuell zwischen 100 und 150 Wildschweine befinden“, so Klaus Sloth.
Seiner Einschätzung nach hängt die verhältnismäßig geringe Abschussquote mit den guten Versteckmöglichkeiten im Mais und mit dem großen Nahrungsangebot im Spätsommer zusammen.

„Wir vermuten, dass die Abschusszahlen im Winterhalbjahr erheblich zunehmen werden, wenn das Nahrungsangebot weniger wird und die abgeernteten Felder nicht mehr so viele Versteckmöglichkeiten bieten“, ergänzt der Wildexperte. Abzuwarten bleibt, wie sich der geplante Zaun auf die Population und auf die Jagd auswirken wird. Im Kreis Schleswig-Flensburg auf deutscher Seite ist tendenziell mehr Schwarzwild erlegt worden. Laut Zahlen des Kreises wurden im vergangenen Jagdjahr (April 17 bis April 18) 111 Wildschweine erlegt. Die beiden Jahre davor waren es jeweils 66. Im grenznahen Einzugsgebiet der Stadt Flensburg liegt die Quote indes bei null.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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