Aufenthalt

„Vor dem Wort danke sollte man sich nicht fürchten“

„Vor dem Wort danke sollte man sich nicht fürchten“

„Vor dem Wort danke sollte man sich nicht fürchten“

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Kollund
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Lasse Balsgaard (l.) schaut den Kindern beim Basteln zu. Foto: Jon Thulstrup

Lasse Balsgaard übernahm im Juni 2018 die Leitung des Julemærkeheims in Kollund. Er ist beeindruckt, was die Kinder während ihres zehnwöchigen Aufenthalts so alles lernen.

Im Oktober 2018 hat das Julemærkeheim in Kollund sein 80-jähriges Bestehen gefeiert. In der Zeit hat das Heim vielen Kindern zu einem neuen, selbstbewussteren Lebensstil verholfen. Kurz vor dem Jubiläum übernahm Lasse Balsgaard im Juni die Leitung des Heims. Seine Beweggründe: „Die Stelle passte hervorragend zu mir. Die Arbeit mit Kindern in dem Alter macht mir Spaß“, so Balsgaard, der vorher 16 Jahre lang in Hadersleben in der Institution „Stationen“ arbeitete.

Die Arbeit in Kollund sei aber eine andere als die in Hadersleben. „Ich bin beeindruckt, was man hier innerhalb eines zehnwöchigen Aufenthaltes hinbekommt. Die Kinder werden in der Zeit viel selbstbewusster. Man sieht die positive Entwicklung der Kinder“, so Balsgaard und ergänzt: „Das ist eines der schönen Dinge an meiner Arbeit. Die ja in vielerlei Hinsicht eine Kombination aus Freude, Optimismus und Dankbarkeit ist.“ Ihm zufolge lebt das Heim von den Erfolgen der Kinder. „Und da muss ich auch die Angestellten loben, die täglich hier eine große Arbeit leisten.“

Eine der ganz großen Herausforderungen des Heims sind die Finanzen. „Wir sind eine selbsttragende Institution und werden durch unsere Stiftung und Spenden finanziert“, so Balsgaard. Gerade die Spenden spielen eine große Rolle für den Betrieb eines solchen Angebotes für bedürftige Kinder. Und das ist eine der großen Arbeitsaufgaben des Leiters. „Ich muss dafür sorgen, dass wir uns über Wasser halten können“, erklärt er. „Ein Aufenthalt eines Kindes kostet rund 70.000 Kronen. Die Kosten übernehmen Spendengelder und die Stiftung“, so Balsgaard. „Deshalb sollte man sich als Leiter des Heims nicht vor dem Wort danke fürchten. Denn für uns ist die Unterstützung, insbesondere aus dem Lokalgebiet, das Entscheidende. Und glücklicherweise haben wir diese Unterstützung“, betont der Leiter. Die Selbstfinanzierung habe ihm zufolge viele Vorteile. „Wir können uns dann auf unsere Arbeit konzentrieren, ohne von Vorgaben eingeschränkt zu werden.“

Gesunde Ernährung spendet Kraft und Konzentration

Eine andere Herausforderung seien laut Balsgaard die Eltern. „Natürlich haben wir Kinder, die nach ihrem Aufenthalt hier in ihre alten Gewohnheiten zurückfallen. Deshalb wollen wir den Einsatz bei den Eltern auch verstärken, sodass sie ihre Kinder nach der Rückkehr unterstützen“, sagt Balsgaard. „Doch bei einem Rückfall der Kinder haben sie von uns gelernt, wie man die alten Gewohnheiten loswird. Sie müssen das Gelernte nur wieder anwenden“, betont er.

Für die Zukunft wünscht sich Balsgaard eine Erweiterung der Küche, sodass die Kinder auch beim Zubereiten der Mahlzeiten helfen können. „Die Ernährung spielt bei uns eine große Rolle. Nur durch eine gesunde Kost hat man auch die Kraft und Konzentration, sich in andere Dinge zu vertiefen“, so der Leiter. Doch für den Ausbau der Küche fehlten noch ein paar Groschen. Balsgaard ist jedoch zuversichtlich, dass sein Wunsch irgendwann in Erfüllung geht. Er ist sich sicher, dass die Arbeit des Heims auch in Zukunft wichtig für die Gesellschaft ist. „Es werden immer wieder Studien veröffentlicht, die besagen, dass immer mehr Kinder einen Psychologen besuchen. Deshalb denke ich nicht, dass unsere Arbeit mit dem Selbstbewusstsein und dem Selbstwertgefühl der Kinder unmodern wird – ganz im Gegenteil.“

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