Deutsche Schulen

Unterrichtsministerium entschuldigt sich

Unterrichtsministerium entschuldigt sich

Unterrichtsministerium entschuldigt sich

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Tingleff/Tinglev
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Schulleiter Jørn Warm freut sich darüber, dass das Ministerium ihm recht gibt. Foto: Gwyn Nissen

Eine Statistik des Unterrichtsministeriums rückte die Deutsche Nachschule Tingleff in kein gutes Licht. Zu Unrecht, wie nun das Ministerium einräumte – und sich entschuldigte. Zufrieden ist der Schulleiter aber noch nicht ganz.

„Vi beklager …“ heißt es in einem Schreiben des dänischen Unterrichtsministeriums, das vor Kurzem die Deutsche Nachschule Tingleff erreichte. Schulleiter Jørn Warm ist erleichtert, wenn auch noch nicht ganz zufrieden. Das Unterrichtsministerium hat der Schule zwar dahingehend recht gegeben, dass die Statistiken, die das Ministerium immer zum Jahresende herausgibt, nicht das richtige Bild hergeben, aber zufrieden ist der Schulleiter damit noch nicht ganz. Zweimal wurde die Schule in den vergangenen Jahren auch einer näheren Kontrolle unterzogen. Es gab zwar nie etwas zu beanstanden, aber selbstverständlich sind solche Kontrollbesuche mit Zeit und Nerven verbunden.

Seit Jahren muss die Nachschule immer wieder feststellen, dass sie in der sogenannten Übergangsfrequenz (dän. overgangsfrekvens) regelmäßig mit einer Quote von 49 bis 50 registriert wird. Das würde bedeuten, dass 49 bis 50 Prozent der Abgangsschüler aus dem neunten Schuljahr weder eine zehnte Klasse noch das Gymnasium oder eine andere Art der Ausbildung anfangen. „Das entspricht einfach nicht der Wahrheit. Bei uns liegt die Zahl nie unter 95 Prozent. Wir können das belegen. Wir kennen ja unsere Schüler und wissen genau, was sie nach dem neunten Schuljahr machen“, sagt Jørn Warm.

Fehler unklar

Er vermutete erst, dass die Schüler mit deutschem Wohnsitz aus der Statistik flogen, sobald sie die Nachschule verließen und dadurch auch ihre Personennummer verloren. Aber das war offensichtlich nicht der alleinige Grund, denn auch die Schüler, die ans Deutsche Gymnasium für Nordschleswig in Apenrade gingen, wurden nicht registriert.

Warum das Zahlenmaterial allerdings nicht stimmt, darauf hat Schulleiter Warm noch keine Antwort erhalten. Er hat dem Ministerium angeboten, bei der Fehlerfindung zu helfen, wenn man es wünscht. Das erfordere aber, dass man seitens des Unterrichtsministeriums bereit sei, ihm den Algorithmus zuzuschicken. Das ist bislang nicht geschehen.

Zur Freude des Schulleiters ist die Tingleffer Nachschule nicht mehr verpflichtet, das offensichtlich falsche Zahlenmaterial auf ihrer Homepage zu veröffentlichen.

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