Jubiläum

Der Spaß am Tennis ist nicht geringer geworden – die Kondition schon

Der Spaß am Tennis ist nicht geringer geworden – die Kondition schon

Der Spaß am Tennis ist nicht geringer geworden – die Kondition schon

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin - Apenrade
Tingleff/Tinglev
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Peter Blume in seinem zweiten Zuhause, der Anlage des Tingleffer Tennis Klubs. Foto: Friedrich Hartung

Peter Blume ist seit 50 Jahren Mitglied des Tingleffer Tennis Klubs. Das Jubiläum wird mit einem besonderen Turnier gefeiert.

Dass so viel Aufhebens um seine Person gemacht wird, ist Peter Blume nicht wirklich angenehm. Dennoch freut er sich auf den kommenden Dienstag, 1. August. Weil er seit 50 Jahren aktives Vereinsmitglied ist, führt „sein“ Tennisklub, der Tinglev Tennis Klub (kurz: TTK), nämlich ein kleines Turnier durch – und spendiert eine Grillwurst. Turnierbeginn ist um 17 Uhr; die Grillwürste gibt es ab 18.30 Uhr.

„Nach Möglichkeit werde ich auch selbst mitspielen; das kommt aber ganz drauf an, wie viele sich anmelden“, kündigt er an. Er spielt noch selber regelmäßig. Die Faszination am Tennis ist nicht geringer geworden, auch nicht nach einer Herzoperation vor einigen Jahren. „Durch die Sache mit dem Herzen muss ich mit weniger Kondition auskommen“, räumt der 76-Jährige ein. Er geht aber nach wie vor auf den Platz, um zu gewinnen. Klappt es nicht, wird man Peter Blume weder schimpfend noch den Schläger auf den Boden werfend erleben. „Tab og vind – med samme sind“, lautet eine dänische Redensart, und die hat Peter Blume für sich verinnerlicht. Tennis ist für ihn noch immer ein Gentleman-Sport.

Die Anfänge

Zum Tennis gekommen ist er vor rund 52 Jahren durch einen Pastor. Peter Blume war damals als junger Lehrer nach Lügumkloster gekommen. Der dortige Pastor Ove Schmidt spielte Tennis und nahm ihn mit. Blume, der bis dahin nie Tennis gespielt hatte , sondern Badminton, gefiel der Sport. „Obwohl ich die Technik gar nicht draufhatte, hat mich der Sport sofort gepackt. Das hängt womöglich damit zusammen, dass sich gleich einige Erfolgserlebnisse einstellten“, vermutet er.

Nach zwei Jahren in Lügumkloster wechselte er an die Deutsche Schule Tingleff und meldete sich sofort beim Tennisklub des Ortes an. Einige seiner Kollegen der Schule spielten damals auch aktiv. Über den Tennisklub fand er aber auch Kontakt zu Personen der dänischen Mehrheitsbevölkerung. Gemeinsam ging man auf Punktejagd für den TTK in der Serie 4 von Sydjysk Tennisunion. Anfang der 70er Jahre gelang der Aufstieg in die Serie 3 und im Jahr drauf in die Serie 2.

Trainer

Blume übernahm nebenbei auch Trainertätigkeiten, obwohl er erst 1976 einen Trainerschein machte und drei Jahre später einen Ergänzungskursus belegte. „Eigentlich habe ich bei diesen Trainerkursen die Technik erst selbst wirklich gelernt. Das hat mir persönlich noch einmal einen Schub gebracht“, sagt er. Heute profitiert er von dieser Technik und kann – ausgestattet mit einem sogenannten Ballauge – auch mit wesentlich jüngeren Spielern mithalten oder sie „möglichst lange ärgern“, wie er es selbst ausdrückt.

Blume trat 1970 in den TTK-Vorstand ein und übernahm 1973 den Vorsitz, den er nach 18 Jahren abgab, um frischen Kräften Platz zu machen. Er wurde für seinen jahrelangen Einsatz mit der Ehrenmitgliedschaft belohnt. Es ist aber noch immer „sein“ Verein. Er kümmert sich, auch weil er es gar nicht lassen kann.

Er hat den Verein geprägt. In den 80er Jahren schwappte der deutsche Tennisboom durch die Erfolge von Steffi Graf und Boris Becker auch nach Tingleff. „Wir hatten damals einige große Talente“, erinnert sich Peter Blume und erwähnt in diesem Zusammenhang vornehmlich die Brüderpaare Claus und John Jacobsen sowie Leif und Kjeld Thomsen; auch Hans-Martin Alnor, Ole Hansen und Helle Pedersen gehörten zu den Eigengewächsen mit großem Potenzial. „Sie hätten es alle auch viel weiter bringen können, wenn sie nicht den Hand- oder Fußball vorgezogen hätten“, ist Peter Blume überzeugt. Obwohl sie Tennis – nur nebenbei – spielten, sorgten diese jungen Menschen für den Aufstieg in die Serie 1. Diese Zeiten sind vorbei; inzwischen nimmt nur eine kleine Mannschaft an einem regelrechten Spielbetrieb teil. Der Verein verfügt auch nach wie vor über eine Kinder- und Jugendabteilung. Tennis wird aber primär als schöne Freizeitbeschäftigung gesehen.

Weiter Tennis statt Golf

Zu seinen Glanzzeiten zählte der Tennisklub 150 Mitglieder in allen Altersstufen. Inzwischen liegt die Mitgliederzahl bei etwa 40, wobei die meisten das 60. Lebensjahr überschritten haben.

Woran das liegt? Der TTK hat viele Mitglieder an die Fitnesszentren und Golfklubs verloren. Peter Blume hat sich auch mit dem Golfschläger probiert und versteht durchaus die Faszination früherer Weggefährten an dem Sport. Ihm fehlt jedoch der Schweiß auf der Stirn und außerdem dauert ihm das zu lang. „Ein Tennismatch dauert anderthalb Stunden und nicht einen ganzen Vor- oder Nachmittag“, sagt Blume mit allem gebührenden Respekt. Wie erwähnt, er hat es probiert, aber das Golfspielen hat ihn nicht wirklich gepackt.

Peter Blume spielt weiterhin lieber Tennis, und wer am Dienstag mit bzw. gegen ihn spielen möchte, aber keine Einladung erhalten hat, ist dennoch herzlich willkommen. Bis zum 30. Juli kann man sich noch bei der Vorsitzenden Ellen Møller (em6360@gmail.com) anmelden.

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