Recht & Justiz

Sieben Jahre Gefängnis für Kopfschuss im Stationsvej

Kjeld Thomsen
Kjeld Thomsen Lokalredakteur
Sonderburg/Tingleff
Zuletzt aktualisiert um:
Gericht Sonderburg
Foto: Ute Levisen

Ein 36-jähriger Tingleffer ist am Donnerstag wegen versuchter Tötung verurteilt worden. Er will dagegen in Berufung gehen.

Er fühlte sich vom Freund seiner ehemaligen Lebensgefährtin seit Jahren permanent bedroht und hatte Angst vor ihm. Sogar verprügelt wurde er. In jener Nacht zum 20. April habe er dann die Fassung verloren, eine Pistole an den Kopf des Widersachers gerichtet und abgedrückt. Das sagte ein 36-jähriger Tingleffer am Donnerstag vor Gericht, als sein Verfahren wegen versuchter Tötung („manddrab“) als Geständnissache verhandelt wurde.

Das Urteil: Sieben Jahre Gefängnis. Der Beschuldigte ging nach Rücksprache mit seinem Verteidiger in Berufung. Dieser hatte auf maximal fünf Jahre plädiert. Das Opfer wurde schwer verletzt, überlebte aber.

Richterin Ulla From Petersen sah keine mildernden Umstände für den Schuss in jener Nacht in der Wohnung des Täters. Es habe zwar Kontroversen im Vorfeld gegeben und der Täter sei provoziert worden. Er hatte sich aber eine Pistole besorgt und war sich über die Tat im Klaren, so die Richterin in der Urteilsbegründung unter Berufung auf das psychologische Gutachten, das den Tingleffer als voll schuldfähig einstufte.

Die Pistole hatte der Mann am Nachmittag in einem nahe gelegenen Naturgebiet geholt, wo sie versteckt lag. Mit Bekannten hatte er dort „hin und wieder in Cowboymanier auf Flaschen rumgeballert“, so der 36-Jährige. Wegen der Beziehung zu seiner ehemaligen Lebensgefährtin und der gemeinsamen beiden Kinder hatte er es zwangsläufig immer wieder mit dem anderen Mann zu tun. An jenem Tag im Stationsvej war er auch wieder zugegen. Auch Bekannte des Tingleffers waren in der Wohnung. Als die gegangen waren, „sagte er zu mir, dass ich meine Kinder nie mehr sehen werde. Da hat es bei mir klick gemacht“, schilderte der 36-Jährige im Gerichtssaal.

Mehr lesen