Waschanlage

Sauberkeit ist oberstes Gebot

Sauberkeit ist oberstes Gebot

Sauberkeit ist oberstes Gebot

Paul Sehstedt
Pattburg
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Alle Klappen auf! Desinfektionsmittel wird in alle Ritzen und Ecken gespritzt. Foto: Paul Sehstedt

Europaweit einzigartiges kostenloses Kontrollverfahren für Schweinetransporter. 1.400 Lastzüge werden monatlich inspiziert.

„Sauberer als in der Küche zu Hause“, stellt Direktor Claus Clausen von Danish Safety Wash in Pattburg fest und streicht mit dem Finger über die Seite eines Viehaufliegers, der gerade die Wasch- und Desinfektionsanlage der Firma durchläuft. Danish Safety Wash ist einer von landesweit drei Betrieben, die Schweinetransporter waschen, kontrollieren und mit einem Reinheitszertifikat versehen. Eine wichtige Maßnahme, um Krankheiten von den dänischen Schweinezuchtbetrieben fernzuhalten.

„Durchschnittlich 1.400 Viehlastzüge kontrollieren wir jeden Monat“, erläutert Clausen. „Unsere Arbeit ist kostenlos für die Fuhrunternehmer, wird aber von Dansk Landbrug SEGES svin bezahlt. Ein in Europa einzigartiges freiwilliges Angebot, das von allen angenommen wird, weil die Schweineproduzenten sonst keine Tiere an den Transporteur ausliefern. Ohne eine Reinheitsbescheinigung läuft gar nichts.“

„Die Kontrollarbeit ist manuell“, fährt er fort „Nach dem der Lastzug von außen gewaschen und desinfiziert worden ist, kommt die Sichtkontrolle. Stellen wir zum Beispiel fest, dass das Fahrzeug von innen verdreckt ist, schicken wir es zurück nach Deutschland, wo er nachgewaschen werden muss, bevor er wieder bei uns begutachtet werden kann.“
Die Kontrolleure haben einen geübten Blick, wo Schmutz sich verstecken kann. Die Seitenschränke werden inspiziert, jede Ecke ausgeleuchtet. Selbst die Gummistiefel des Fahrers werden fachgerecht behandelt und zusammen mit einem Einwegkesselanzug in einen blauen Sack gesteckt, damit der Schweineproduzent sicher sein kann, dass über diesen Weg keine Krankheitskeime einwandern können.

Per Christensen säubert und desinfiziert selbst die Gummistiefel des Lkw-Fahrers. Foto: Paul Sehstedt

„Wir sind sehr bedacht darauf, dass alle Übertragungsquellen minimiert werden“

Da die Laderampe der einzige Fahrzeugteil ist, der direkten Bodenkontakt mit dem Schweinehof bekommt, wird sie besonders gründlich gewaschen und desinfiziert. Insgesamt dauert ein Besuch bei Danish Safety Wash rund eine Stunde, dann aber hält der Fahrer eine Bestätigung in der Hand, die er beim Schweineproduzenten vorweisen kann.
„Wir sind sehr bedacht darauf, dass alle Übertragungsquellen minimiert werden“, erklärt der 50-jährige Direktor weiter. „Aus diesem Grund bieten wir den Fahrern eine kostenlose Mahlzeit in unserer Kantine an, damit sie nicht ihre eigenen Lebensmittel bei uns einnehmen.“ Auch das, um der afrikanischen Schweinepest entgegenzuwirken.

Über die GPS-Daten der Fahrzeuge lässt sich ablesen, welche Länder sie innerhalb der letzten sieben Tage durchkreuzt haben. Ist die sogenannte „schwarze Zone“ berührt worden, muss eine Woche Quarantänezeit verstreichen, bevor wieder Tiere geladen werden dürfen. Der „rote Bereich“ löst eine 48-stündige Quarantäne aus, während die „grünen Gebiete“ keine Wartezeit mit sich führen.

Die Quarantäne gilt nicht, falls der aus dem Ausland kommende Lkw an einer Sammelzentrale lädt. Dort werden die Tiere von einem dänischen Lkw, der nicht im Ausland war, an der einen Seite angeliefert, während das Exportfahrzeug an der entgegengesetzten Seite einlädt. So kommen die Fahrzeuge nicht miteinander in Berührung.

Bei Danish Safety Wash arbeiten dreizehn Mitarbeiter rund um die Uhr an allen Wochentagen. Ihre Arbeit wird unter anderem von Baltic Control überwacht, um somit eine lückenlose Kontrollkette zu gewährleisten.

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