Deutsche Minderheit

Nachschule: Volles Haus und viele neue Ansätze

Kjeld Thomsen
Kjeld Thomsen Lokalredakteur
Tingleff/Tinglev
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Vorbereitungen zum Musical, das auch diesmal wieder zu den Höhe- und Glanzpunkten des Nachschuljahres gehörte. Foto: Karin Riggelsen

Schon jetzt gibt es 108 Anmeldungen für das kommende Schuljahr an der Deutschen Nachschule in Tingleff. Die Schule geht in vielen Bereichen neue Wege.

„So viele Anmeldungen hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nie. Für die 10. Klasse haben wir eine Warteliste erstellen müssen“, so Nachschulleiter Jørn Warm in seinem Bericht zur Generalversammlung des Volkshochschulvereins am Donnerstagabend in der Deutschen Nachschule Tingleff.

108 Schüler stehen auf der Liste für das kommende Jahr. „Der Anteil dänischer Schüler hat erfreulicherweise zugenommen“, erwähnte Warm, der das als ein Zeichen für einen guten Ruf wertete. In der Regel ist es eine Herausforderung, angesichts der vielen Nachschulen das Interesse bei dänischen Schülern zu wecken. Das sei geglückt.

„Deutschland gehört uns gewissermaßen ja schon“, so Warm bildlich zum Umstand, dass, wenn Schüler aus Deutschland eine Nachschule in Dänemark besuchen wollen, die Tingleffer Nachschule meist erste Wahl ist.

Neue Reisen

Auf der alljährlichen Skifahrt hatte es Schnee im Übermaß gegeben. „Das führte zu Unstimmigkeiten und Überreaktionen. Leider haben Medien es durch übertriebene Darstellung verstärkt. Wir haben es überlebt und sogar gut überlebt“, ärgerte sich Warm über die Begleitumstände. Im Skiort waren Pisten gesperrt. Bei Liftpasskosten von über 100.000 Kronen habe man sich schlussendlich zu einer anderen Reisestrategie entschieden. Ziel wird Berlin sein. „Und Anfang des Jahres schwebt uns auch eine Bornholm-Fahrt vor“, so Warm.

Kooperation

„Die Zusammenarbeit mit dem Jugendverband und dem Knivsberg ist sehr gut“, hob Warm mit Dank an Jugendverbandskonsulent Lasse Tästensen und Jugendhofleiter René Schneider hervor.
Die Adventuresparte der Schule hat mit dem Knivsberg hervorragende Bedingungen, und auch vom Konzert, das dort erneut veranstaltet wird, verspreche man sich viel, so Warm. „Es wird diesmal mit einer Gruppe aus Deutschland ergänzt, und auch unsere Schüler werden eingebunden. Sie nehmen im Vorwege an einer Trommelaktion teil und treten dann auf“, erwähnte Warm ein weiteres neues Unterfangen.

Lerntypen

Neu wird auch ein pädagogisch-psychologisches Vorhaben sein. In Verbindung mit dem Prinzip „Positive Psychologie“ werde man das Augenmerk verstärkt auf Differenzierung, Inklusion und Lerntypen legen, „um noch besser auf den einzelnen Schüler einzugehen“, skizzierte Warm. Man arbeite hier eng mit dem DSSV und Schulrätin Anke Tästensen zusammen und wolle ein spezielles Lernmilieu schaffen.

DGN-Zulieferer

31 Schüler sind im vergangenen Jahr von der Nachschule auf das Deutsche Gymnasium gewechselt. „Wir sind quasi Hauptlieferant und haben eine gute Zusammenarbeit mit dem DGN“, so Warm. Man dürfe allerdings nicht aus den Augen verlieren, „dass es nicht für alle sinnvoll ist, auf ein Gymnasium zu gehen. Auch wenn es in ist, muss man sehen, ob sich nicht eher eine Lehre anbietet“, gab der Schulleiter zu bedenken.

Minus

190.000 Kronen Minus stehen zu Buche, berichtete Warm. Unerwartete Ausgaben wegen Bodenfeuchtigkeit beim Physikraumumbau hätten das Jahresergebnis mit beeinflusst.

„Im kommenden Jahr werden wir Landeszuschüsse behalten können, die für Schulen wie unsere gegeben werden. Ein großer Dank geht dabei an Rasmus Hansen (Geschäftsführer des BDN, red. Anm.), der sich dafür eingesetzt hat, dass wir dieses Geld diesmal komplett erhalten.“

 

„Erfolgreiches Jahr mit vielen Aktivitäten“

„Es war ein erfolgreiches Jahr mit vielen Aktivitäten. Und es gibt eine voll besetzte Schule.“ Durchweg positiv blickte Claus Erichsen, Vorsitzender des Volkshochschulvereins als Träger und Förderer der Deutschen Nachschule Tingleff, bei der Generalversammlung auf das vergangene Jahr zurück.
Konzert mit dem „Sønder-jyllands Amatør Symfoniorkester“ (Saso), Konzert auf dem Knivsberg mit der färöischen Folkrockband „Hamradun“, das Ehemaligenfest, Weihnachtsmarkt und Musical gehörten zu den Höhepunkten des Nachschulbetriebes. Unterstützt hatte man vor allem die beiden Konzerte (20.000 Kronen Knivsberg und 24.734 Kronen Saso).

Unterm Strich blieb immer noch ein Plus von knapp 5.000 Kronen, so Erichsen, der auch den Kassenbericht vortrug.
Man habe entschieden, das Saso-Konzert erst einmal nicht wieder zu veranstalten und das Augenmerk stattdessen auf die Förderung des Musikunterrichts und des Konzerts auf dem Knivsberg zu richten.

Bei den Wahlen wurde Vorstandsmitglied Susanne Jørgensen wiedergewählt. Claus Erichsen bleibt Vorsitzender. Das ergab die Konstituierung.

 

Auch äußerlich gute Bedingungen

Schon jetzt 108 Anmeldungen. „Das zeigt, dass wir mit dem Konzept richtig liegen und die Schule sehr gut geführt wird“, so Nachschulvorsitzender Johann Andresen auf der Generalversammlung des Volkshochschulvereins für Nordschleswig am Donnerstagabend in der Aula der Nachschule.
Man habe dank Sonderzuwendungen über den BDN vieles an den Gebäuden gemacht und könne auch äußerlich einen guten Rahmen bieten, so Andresen. Beim Umbau des Physikraums habe es leider Probleme mit Feuchtigkeit gegeben, was das Projekt trotz viel Eigenleistung durch die Hausmeisterei leider teurer machte.
„In den Sommerferien werden alte Türen und Fenster ausgetauscht. Diese Maßnahme ist überfällig, und wir erhoffen uns davon eine Energieeinsparung“, ergänzte Johann Andresen.

Dank Sonderzuwendungen konnte die Finanzlage entschärft werden. „Das erleichtert den Beginn des neuen Schuljahres“, so der Vorsitzende.
Bei den Wahlen gab es Wiederwahl für Vorstandsmitglied Otto Jensen.

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