Mensch & Natur

Lösung am Süderauwehr angestrebt

Lösung am Süderauwehr angestrebt

Lösung am Süderauwehr angestrebt

Groß Jündewatt/ Store Jyndevad
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Am Süderauwehr braust das Wasser stromabwärts. Foto: Volker Heesch

Die Jündewatter Wassermühle ist eine Sehenswürdigkeit für Menschen, aber auch ein Hindernis für Fische auf Wanderschaft. Der Eigentümer der Mühle ist bereit, mit der Kommune über Lösungen zu sprechen – zum Wohle von Mensch und Flossenträger.

Die Jündewatter Wassermühle in Groß-Jündewatt zählt mit ihrem mächtigen Gebäude, dem im Bereich der Süderaubrücke errichteten Wehr und dem angrenzenden Mühlensee zu den Sehenswürdigkeiten der Landschaft nördlich der deutsch-dänischen Grenze. Die Süderau ist seit Jahrzehnten bekannt für ihre gute Wasserqualität, deshalb bemühten sich bereits das Amt Nordschleswig und die inzwischen zuständige Kommune Apenrade darum, im Bereich des Süderauwehrs eine Passage für wandernde Fische zu ermöglichen. Besonders interessiert ist man daran, ein Aufsteigen des nur im Flusssystem der Wiedau noch laichenden Fisches Schnäpel in die Süderau oberhalb Groß-Jündewatts zu ermöglichen. Dort gibt es gute Wasserqualität und Kiesbänke, die den Schnäpeln zum Laichen zusagen – und ein Verschwinden der vom Aussterben bedrohten Art aus der Natur verhindern könnten.

Die vorhandene Fischtreppe am Süderauwehr ist nicht geeignet, um dem seltenen Schnäpel die Passage in Laichgewässer zu ermöglichen. V. Heesch Foto: Volker Heesch

Eigentümer und Kommune suchen gemeinsam nach Lösungen

Der Eigentümer der Wassermühle und Verantwortliche für das Süderauwehr, Paul Werner Dall, ist bereit, gemeinsam mit der Kommune eine Lösung für das Süderauwehr zu finden, damit Schnäpel und andere wandernde Fische die Stelle passieren können. „Früher wurde das Wasser der Au zeitweise auch abgesenkt, um den Bauern die Heuernte in der Niederung zu ermöglichen“, berichtet Dall, der kürzlich mit ansehen musste, dass der Wasserstand im Mühlensee schlagartig absackte. Die Kommune alarmierte das Unternehmen „Hede Danmark“, das kurzfristig eine Platte ins Wehr einsetzte, was den Wasserstand wieder auf die vorgeschriebene Höhe ansteigen ließ.

„Der Wasserstand muss stabil gehalten werden“, berichtet Teamleiterin Tine Frikke von der Umweltverwaltung der Kommune Apenrade und erklärt, das dies in den Auflagen in Verbindung mit dem Status Natura-2000-Gebiet für die Süderauniederung festgeschrieben worden ist. Im Mühlensee mit großen Schilfflächen leben seltene Vögel wie die Große Rohrdommel („Rørdrum“). Tine Frikke berichtet, dass die Kommune Apenrade an einem Projekt arbeitet, um am Mühlenwehr eine Passage für Schnäpel, Lachs und andere Fische zu ermöglichen. „Die vorhandene Fischtreppe ist dazu nicht geeignet“, erklärt sie. Sie berichtet auch, dass Anlieger oberhalb des Wehrs Unzufriedenheit mit den Wasserständen im Bereich der aufgestauten Au geäußert haben. Es gibt Hinweise, dass Schwankungen des Wasserspiegels nicht nur mit der Überalterung des Wehrs, sondern auch mit eigenmächtigen Eingriffen am Wehr durch Unbefugte zu erklären sind.

Süderau Wiedau-Zustrom mit bester Qualität

Die Süderau ist eines der vielen in die Wiedau mündenden Fließgewässer in Nordschleswig. Sie reichte ursprünglich vom Zusammenlauf von Geilau und Behrendorfer Mühlenau bei Gaardeby bis nach Aventoft, wo sie in die Wiedau einmündete. Im Zuge der Entwässerung der Tonderner Marsch ab Ende der 1920er Jahre wurde das Wasser der Süderau über den Windtwedter Kanal in die Grünau umgeleitet.

Auch im Raum Jündewatt/Renz wurde der Lauf der Au reguliert, deren ursprünglicher Verlauf auf den Karten als Gammelå zu erkennen ist. Bei Groß-Jündewatt wurde die Süderau bereits im 13. Jahrhundert aufgestaut, um den Betrieb der dortigen Wassermühle zu ermöglichen, die viele Jahre als Wasserkraftwerk zur Stromerzeugung gedient hat.

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