Wildschweinzaun

Landwirte verhandelten im Bus über Entschädigungen

Landwirte verhandelten im Bus über Entschädigungen

Landwirte verhandelten im Bus über Entschädigungen

Pepersmark/Pebersmark
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Draußen war es zu kalt, also wurden die individuellen Verhandlungen zwischen Anrainern des Wildschweinzaunes und der Enteignungskommission im warmen Bus geführt. Foto: Kjeld Thomsen

Anrainer im Raum Pepersmark setzten sich mit Vertretern der Enteignungsbehörde zusammen. Für sie sind keine Reichtümer zu holen.

Das Komitee der Enteignungsbehörde „Statens Ekspropriationer i Jylland“ ist am Dienstag mit Bus zum Grenzübergang Pepersmark gekommen, wo Landwirte aus der näheren Umgebung händereibend warteten.

Die Hände wurden weniger gerieben, weil man von der ganz großen Entschädigungssumme ausging, sondern weil es für einen Ortstermin ganz schön kalt war. Es traf sich daher gut, dass das Komitee unter Leitung von „Kommissarius“ Mette Plejdrup Nielsen mit einem beheizten Bus da war. Dorthin verlegte man nach einem kurzen Informationsgespräch die späteren Schadenersatzverhandlungen.

Mette Plejdrup Nielsen und Vertreter der Naturbehörde, die für Bau und Wartung des Wildschweinzauns verantwortlich sein werden, erläuterten einleitend die wesentlichen Details zum Zaunbau.

„Ihr tretet keine Areale ab, ihr könnt über Abschnitte aber nicht mehr verfügen“, machte Mette Plejdrup Nielsen die Besitzverhältnisse deutlich. Flächen direkt an der Grenzlinie, wo der Wildschweinzaun verlaufen wird, sind kein privates Eigentum. Landwirte haben dafür aber ein Nutzungsrecht. Dieses Nutzungsrecht wird abschnittweise abgetreten, verdeutlichte Nielsen.

Praktische Details

Martin Brink und Anders Hauge Rahbek von der Naturbehörde „Vadehavet“ erklärten anhand von Skizzen, wie der Zaun verlaufen wird und wie Bau und Wartung praktisch vonstattengehen sollen. Generell wird ein Meter vom Zaun nicht zu bewirtschaften sein. Darüber hinaus muss eine Schneise von fünf Metern für Fahrzeuge der Naturbehörde zugänglich bleiben, kann aber bewirtschaftet werden, erklärten die beiden Mitarbeiter.

Warum in der Kommune Tondern ein Meter für den Zaun entlang von Wasserläufen angesetzt ist, in der Kommune Apenrade aber zwei, wollte Gerhard Asmussen wissen. Die Kommune Apenrade habe das wegen der Wasserlaufpflege so festgelegt, so die Rückmeldung der Vadehavet-Mitarbeiter.

Mit so manch weiteren Fragen im Hinterkopf bestiegen die betroffenen Landwirte den Bus in der Hoffnung, Antworten zu finden. Mit dabei war auch Claus Erichsen vom Landwirtschaftlichen Hauptverein für Nordschleswig, der Anrainern beratend zur Seite stand.

12 Kronen pro qm

Nach und nach wurden die Landwirte in den Verhandlungsraum gebeten – dem hinteren Teil des Busses. In den Mittelpunkt rückten hier die Schadenersatzansprüche. Das erste Ergebnis war mehr oder weniger ernüchternd. 12 Kronen pro „verlorenen“ Quadratmeter werden zugrunde gelegt, erfuhren die Landwirte.

„Ich kann anscheinend mit rund 8.500 Kronen rechnen. Die Fläche, die ich nicht mehr bewirtschaften kann, ist auf etwa 700 Quadratmeter berechnet worden“, verriet Iver Hansen. Nach seiner Verhandlung blieb er im Bus sitzen und leistete den Kollegen noch etwas Gesellschaft.

Die Kommission hatte bei Pepersmark und bei Jündewatt noch drei weitere Ortstermine mit Anrainern. Heute und morgen stehen Enteignungsverhandlungen in den Einzugsgebieten Pattburg und Krusau an.

Der Zaunbau ist im kommenden Jahr in zwei Etappen vorgesehen, erwähnte Martin Brink von der Naturbehörde beim gestrigen Zusammentreffen. Von Januar bis März gibt es eine Art Testphase und danach folgt dann der komplette Bau.

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