Sprachaustausch

Grenzüberschreitendes Kennenlernen im Zeichen der Sprache

Grenzüberschreitendes Kennenlernen im Zeichen der Sprache

Grenzüberschreitendes Kennenlernen im Zeichen der Sprache

Flensburg
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Die Schüler aus Bülderup und Flensburg beim ersten Freundschaftstreffen am Nordertor. Foto: kjt

Nach deutsch-dänischem Briefwechsel haben sich Schüler der achten Klasse aus Bülderup und Flensburg im Rahmen eines Sprachprojekts das erste Mal persönlich getroffen. Eine Rolle spielte dabei die dänische Königin.

Achtklässer und Lehrer der Fridtjof-Nansen-Schule waren dienstagfrüh zuerst am Nordertor. Sie warteten gespannt auf die Kollegen der Bülderuper Schule. Gemeinsam wird man sich der Sprache des Nachbarlandes widmen. Die Bülderuper haben den Fokus auf Deutsch, die Flensburger auf Dänisch.

Um das Ganze effektiv und abwechslungsreich zu gestalten, hatte Bülderups Deutschlehrerin Helle Jepsen Kontakt zur Fridtjof-Nansen-Schule aufgenommen, um einen Sprachaustausch der Schüler in die Wege zu leiten. Der ist mit einem Briefwechsel und elektronischem Kontakt eingeleitet worden. Am Dienstag galt es nun, seinen Sprachpartner persönlich kennenzulernen, den man im Vorweg zugeteilt bekommen hatte.

In Flensburg war man schnell für den Austausch zu gewinnen. „Dänisch wird an der Schule schon seit 25 Jahren unterrichtet, und wir haben schon mehrmals einen Austausch mit Schulen in Dänemark gehabt“, so Gunvor Dlubatz, Dänischlehrerin an der Fridtjof-Nansen-Schule beim Zusammentreffen am Nordertor.

Die Sprache des Nachbarlandes zu erlernen, hält vor allem auch Helle Jepsen für enorm wichtig. Das könne man gar nicht genug fördern, zumal Deutschland der größte Handelspartner Dänemarks ist, und die Beherrschung der deutschen Sprache große Vorteile auf dem Arbeitsmarkt im Grenzland bietet, so ihr Credo.

Nach dem ersten „Hallo“ und einem kurzen Smalltalk mit den Partnern der anderen Schule folgte ein kleines Gemeinschaftsprogramm, bei dem sich die Schüler noch besser kennenlernen konnten.

Deutschlehrerin Helle Jepsen aus Bülderup verteilte kleine Dannebrog, mit denen der Königin bei der Ankunft im Flensburger Hafen zugewunken wurde. Foto: kjt

Helle Jepsen hatte einen Haufen kleiner Dannebrogs mitgebracht, die am Nordertor an alle Schüler verteilt wurden. Die Flaggen waren für den ersten Höhepunkt des Tages vorgesehen. Die dänische Königin wurde im Rahmen ihres Südschleswig- und Schleswig-Holsteinbesuchs mit Schiff im Flensburger Hafen erwartet, und das wollte sich die deutsch-dänische Schülergruppe nicht entgehen lassen. Der royale Gast wurde Fahne schwenkend gebührend begrüßt.

Eine Fußgängerrallye und ein Besuch im Schifffahrtsmuseum rundeten das erste Aufeinandertreffen der Achtklässler ab. Im Frühjahr ist ein Gegenbesuch geplant. Der erfolgt im Jubiläumsjahr der „Genforening“ (1920) – der Wiedereingliederung Nordschleswigs in Dänemark. Das deutsch-dänische Sprachprojekt hat somit auch eine historische Komponente.

Nachbarsprache können: „ein großer Vorteil“

Jonas aus Flensburg und Thomas aus Bülderup bilden ein Sprachteam. Jonas lernt in seiner Schule dänisch, Thomas in seiner deutsch. Beide Schüler sind sich darin einig, warum die Sprache des Nachbarlandes von großer Bedeutung ist. Per Brief und Internet haben sich die beiden schon ein wenig kennengelernt; nun sahen sie sich das erste Mal persönlich.

Thomas Andersen (Bülderup) und Jonas Lenckner (Flensburg) sind Sprachpartner. Foto: kjt

Jonas hat Dänisch als Wahlfach genommen. Von der siebten Klasse bis zum Abschluss wird er Dänischunterricht haben. „Ich habe mich ganz bewusst darauf festgelegt, weil wir hier im Grenzland leben. Dänisch zu können ist ein großer Vorteil. Eventuell werde ich später auch in Dänemark arbeiten“, so Jonas Lenckner beim Zusammentreffen am Nordertor.

Thomas Andersen von der Bülderuper Schule ist einer Meinung, was die Sprache des Nachbarlandes angeht. „Ich halte es für wichtig, die Sprache zu können“, so Thomas in Bezug auf die deutsche Sprache. Thomas stammt aus Indien und lebt seit zehn Jahren in Dänemark. Dass er in Bülderup neben Dänisch und Englisch auch Deutsch im Unterricht hat, sehe er nicht als Belastung, sondern als Chance, wie er sagt.

In Bülderup spielt Deutsch seit geraumer Zeit eine wichtige Rolle. „Deutsch wird ab der ersten Klasse unterrichtet“, so Deutschlehrerin Helle Jepsen, die den Austausch mit der Flensburger Schule initiierte.

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