Demo

Grenzüberschreitend gegen Zaun und Kontrollen

Kjeld Thomsen
Kjeld Thomsen Lokalredakteur
Pattburg/Padborg
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Grenzüberschreitende Demo am Sonntag. Foto: Karsten Sörensen

An der Grenze hat es am Sonntag eine Demonstration gegen Grenzkontrollen und Wildschweinzaun und für offene Grenzen gegeben. „Wenn Politiker in Europa sich dafür nicht einsetzen wollen, dann müssen wir Bürger es eben tun“, so ein Teilnehmer.

Das Apenrader Komitee der Partei „Alternativet“ hatte auf beiden Seiten der Grenze für die Demo geworben. Am Sonntag kamen dann auch Teilnehmer sowohl aus Dänemark als auch aus Deutschland, als bei einem Spaziergang entlang der Grenze bei Pattburg gegen die Passkontrollen und gegen den bevorstehenden Wildschweinzaun demonstriert wurde.

Unter die rund 65 Teilnehmer hatte sich unter anderem auch Tobias Klindt, Vorsitzender der Jungen SPitzen gemischt. Die Botschaft, die mit dieser Kundgebung zum Ausdruck gebracht wird, „ist ja auch die Haltung der Schleswigschen Partei“, so Klindt zu seinem Beweggrund, an dem kleinen Protestmarsch teilzunehmen.

Auch Vertreter des Südschleswigschen Wählerverbandes „SSW“ waren dabei. SSWer Bodo Neumann betonte in einer Ansprache an der Freilichtbühne, dass der Schengengedanke mit offenen Grenzen unbedingt Bestand haben müsse. „Wenn Politiker in Europa sich dafür nicht einsetzen wollen, dann müssen wir Bürger es eben tun“, so Neumann.

„Als ich das erste Mal davon hörte, dachte ich, es ist ein Aprilscherz“

Eine Lanze für offene Grenzen und gegen einen Wildschweinzaun brach auch Heinz Petersen aus Harrislee. Der Bürgervorsteher der Gemeinde Harrislee, der als Privatperson teilnahm und als Verfechter enger deutsch-dänischer Zusammenarbeit bekannt ist, bezeichnete einen Wildschweinzaun als reine Symbolik. „Als ich das erste Mal davon hörte, dachte ich, es ist ein Aprilscherz“, so Petersen. Er bezweifle, dass Wildschweine mit ihrem Instinkt und „sportlich-konditionellen Fähigkeiten“ an den hiesigen Landes- und Wassergrenzen überhaupt aufgehalten werden können, scherzte und wetterte Petersen gleichermaßen.

Ganz aus Vejle war Politiker Olav Bach von „Alternativet“ gekommen, um an der Kundgebung teilzunehmen. Auch er stellte Sinn und Zweck eines Wildschweinzaunes beim Zwischenstopp an der Pattburger Freilichtbühne in Frage und sprach sich für ein Ende der Grenzkontrollen aus, die seiner Ansicht nach nicht nur praktisch sondern auch mental eine Barriere darstellen.

Angeführt von den Initiatoren Karin Rohr Genz und Tina Brixen von „Alernativet“ Apenrade ging es bei sonnigem Herbstwetter von der Freilichtbühne weiter Richtung Grenzübergang Rönsdam und von dort dann zurück zum Ausgangspunkt in Pattburg.

Begleitet wurde die Demo grenzüberschreitend von einer Streife, die mit Polizeibeamten aus Deutschland und Dänemark besetzt war.

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