Fleggaard

Gefragte Einblicke in eine kaufmännische Erfolgsgeschichte

Gefragte Einblicke in eine kaufmännische Erfolgsgeschichte

Gefragte Einblicke in eine kaufmännische Erfolgsgeschichte

Bau/Bov  
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Im weißen Kaufmannskittel vergangener Tage erzählte Hans Frede Fleggaard über seine Karriere als Grenzhandelskaufmann. Foto: K. Riggelsen

Hans Frede Fleggaard erzählte über sich, seine Karriere als Kaufmann und über die Unternehmerfamilie Fleggaard. Viele Gäste mussten wegen des hohen Andrangs draußen bleiben.

Hans Frede Fleggaard erzählte über sich, seine Karriere als Kaufmann und über die Unternehmerfamilie Fleggaard. Viele Gäste mussten wegen des hohen Andrangs draußen bleiben.

Etliche Bürger verließen am Dienstagnachmittag verdutzt und ein wenig enttäuscht die Bauer Bibliothek. Für sie war als Zuhörer eines Vortrags von Kaufmann und Unternehmer Hans Frede Fleggaard kein Platz mehr. Der charismatische Fleggaard-Senior hatte buchstäblich den Rahmen gesprengt. Nur 100 Zuhörer durften in den Sitzungsraum im Keller hinein, und es kamen weitaus mehr als 100. Wer nicht früh da war, wurde mit Bedauern wieder nach Hause geschickt.

Man werde besprechen, ob ein zweiter Termin angesetzt werden kann, so Maike Albertsen Zwoch, Bibliothekarin des Apenrader Bibliothekswesens, das zu dem Vortragsnachmittag eingeladen hatte.
Für alle, die den Vortrag von Hans Frede Fleggaard über sich und sein Unternehmertum nicht miterleben konnten, wäre ein weiterer Termin zu wünschen, denn der 83-jährige Lokalmatador wusste auf charmante und amüsante Weise viel über sich, seine Familiengeschichte und über den Werdegang des Fleggaard-Geschäfts zu berichten, wobei auch viel über die Lokalhistorie einfloss. Nicht von ungefähr befanden sich ältere Ortsansässige und viele Weggefährten von Fleggaard unter den Zuhörern.

In einen weißen Kittel vergangener Kaufmannstage gehüllt, nahm Hans Frede Fleggaard die Zuhörer mit auf eine autobiografische Zeitreise, die er vor einigen Jahren bereits in einem Buch festgehalten hat.

Die Anfänge von Papa Peter

Er beschrieb, wie sein Vater Peter J. die Kaufmannstätigkeit nach der Grenzziehung seinerzeit von Brændstrup nach Pattburg verlagerte und dort einen Kolonialhandel gegenüber dem Bahnhof im heutigen Aktivitätshaus eröffnete. Hans Frede übernahm dann später und baute das Geschäft in den 60er Jahren mit eigenwilligem, aber erfolgreichem Geschäftssinn kontinuierlich aus. Der 83-Jährige erzählte dabei so manche amüsante Anekdote von den Anfängen des Grenzhandels und erntete im Keller der Bibliothek viele Lacher.

Spielten Butter und Tee zu Beginn seiner Kaufmannskarriere noch eine wichtige Rolle, wagte sich Fleggaard an ganz andere Waren. Er berichtete, wie er sich auf Kühlschränke und andere elektronische Geräte aus Dänemark konzentrierte, deren Verkauf auf deutscher Seite für die Kunden große Preisvorteile brachte.
Es gab so manche Auseinandersetzung mit dem Zoll, und es mussten auf deutscher Seite Räume für den Handel her. Anfangs wurde einfach beim ersten Bauernhof hinter der Grenze angefragt. Außergewöhnlich dann später ein Mietangebot aus Harrislee. „Es zeigte sich, dass es ein Bordell war“, so Hans Frede Fleggaard mit einem Schmunzeln.

Auch das war für den gewieften Geschäftsmann kein Hindernis. Ob an der Grenze oder sogar im ehemaligen Osten: Das Grenzhandelsimperium Fleggaard nahm seinen Lauf und entwickelte sich zu einem bekannten Konzern mit verschiedenen Geschäftszweigen.

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