100 Jahre

Eine Familie – ein Betrieb: HPT feiert Jubiläum

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Pattburg/Padborg
Zuletzt aktualisiert um:
Mogens (l.) und Peter Therkelsen in der Firmenzentrale in Pattburg Foto: Friedrich Hartung

Im September feiert die Spedition H. P. Therkelsen ihr 100-jähriges Bestehen. In dieser Zeit hat sich in der Branche einiges verändert.

Das Fuhrunternehmen H. P. Therkelsen (HPT) hat einen Grund zum Feiern: Im September ist es 100 Jahre her, dass Niels Therkelsen das Unternehmen 1918 in Lügumkloster gründete. Seitdem fahren die mit Gütern beladenen aktuell rund 200 Lkw quer durch Europa und liefern jährlich rund anderthalb Millionen Europaletten. Trotz der vielen verstrichenen Jahre ist eines jedoch gleich geblieben: „Mein Großvater (Niels, Red.) fuhr in seinen Anfangsjahren mit frischem Fisch nach Flensburg. Heute fahren wir auch grenzüberschreitend mit frischem Fisch – aber auch mit anderen Nahrungsmitteln“, erklärt Firmendirektor Mogens Therkelsen.

In seiner Zeit an der Spitze des Unternehmens hat sich einiges in der Transportbranche geändert. „Früher hatte man ein freundschaftliches Verhältnis zu den Kunden. Das haben wir teilweise auch noch heute, aber es hat sich eine gewisse Berührungsangst in unsere Branche eingeschlichen“, so der Direktor. Sein Sohn Peter Therkelsen, der Juniorchef, stimmt dem zu und ergänzt: „Heute ist die Tendenz zum ,Cool Busines’ sichtbarer. Es darf auf keinem Fall ein Misstrauen zwischen Kunde und Dienstleister entstehen. Doch zum Glück ist die Geschäftswelt in weiten Teilen immer noch von einem gegenseitigen Vertrauen geprägt.“ Die guten Kundenverhältnisse, die bei HPT teilweise schon über 30 Jahre andauern, haben das Unternehmen auch zu dem gemacht, was es heute ist. „Einer unserer ältesten Kunden, das Unternehmen Migros aus der Schweiz, wird auch bei unserer Feier dabei sein. Das freut mich besonders“, so der Direktor.

Das schlechteste Jahr

Auf die Frage, ob es bei HPT auch schlechte Jahre gab, antwortet er: „Das Geschäftsjahr 1990/91 werde ich nicht vergessen. Wir kauften das Unternehmen Padborg Transit mit den dazugehörigen Verträgen, die nicht sonderlich lukrativ waren“, so Mogens Therkelsen. Er räumt ein, dass er dabei seine Hausaufgaben nicht gut genug gemacht habe. „Das war ein in gewissermaßen langweiliges Jahr. Und es war meine Verantwortung, aus diesen Verträgen rauszukommen – was nach einem Jahr auch vollzogen war“, erklärt er. Doch ihm zufolge ist nichts so schlecht, dass es nicht für irgendetwas gut ist. „Mit der Übernahme bekamen wir auch sehr gute Mitarbeiter“, so der Direktor. „Und Padborg Transit war auf den Transport von Stückgütern (viele Kunden pro Lkw) in der Nahrungsmittelbranche spezialisiert. Letzten Endes diente die Übernahme auch als Fundament für unser heutiges Geschäft“, ergänzt Peter Therkelsen. Beide sind sich einig darin, dass der Transport mit Stückgütern die richtige Strategie war.

Jedoch gibt es auch Herausforderungen für das Transportunternehmen mit dem internationalen Fokus. „Wir sind große EU-Anhänger. Doch der Protektionismus, der aktuell herrscht, ist schädlich für unsere Branche“, so Mogens Therkelsen. Eine effektive Transportbranche ist ein Gewinn für jede Gesellschaft. „Doch uns wird öfters ein Bein gestellt. Beispielsweise müssen unsere Fahrer ihren Arbeitsvertrag nun in den jeweiligen Sprachen haben“, sagt er.
Der Betrieb mit Hauptsitz in Pattburg beschäftigt zurzeit 290 Mitarbeiter, verteilt auf Lager, Büro und Lkw-Fahrer, und ist nach wie vor in Familienbesitz. In Verbindung mit dem Jubiläum erscheint auch ein Buch über die Firmengeschichte, aber auch über die sich wandelnde Transportbranche der vergangenen Jahrzehnte, erklärt Peter Therkelsen.
Gefeiert wird am 6. September mit 300 geladenen Gästen. Zwei Tage später sind dann die Mitarbeiter mitsamt ihrer Partner zu Feierlichkeiten eingeladen.

Mehr lesen

Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
„Venstre-Wellen“