Theatertradition

Ereignisreiche Zeit für die Jündewatter Laienspieler

Ereignisreiche Zeit für die Jündewatter Laienspieler

Ereignisreiche Zeit für die Jündewatter Laienspieler

Jündewatt/Jyndevad
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Die Jündewatter Laienspieler in Aktion Foto: Karin Riggelsen

Theater hat sich seit den 80er Jahren in Jündewatt neu etabliert. Ehrenamtliche sind bemüht, die lange Tradition fortzuführen. In diesem Jahr werden Laienspieler gleich mehrfach im Einsatz sein.

Rolf Pfeifer ist als Zuzügler aus Deutschland vor über 20 Jahren in Jündewatt heimisch geworden. Er engagiert sich als Vorsitzender des Vereins Deutsches Haus und als eine treibende Kraft der Laienspielgruppe für das Miteinander der deutschen Gemeinschaft.

Die Geschichte des Hauses, die Laienspieltradition und die Existenz der Volksgruppe faszinieren den 68-Jährigen. Er hat eine kleine Chronik über die Jündewatter Theatertradition verfasst.

In Archiven stöberte er unter anderem auch wegen des bevorstehenden 85-jährigen Bestehens des Versammlunghauses, das einst auch als Schule genutzt wurde.

Eine Theaterszene vergangener Tage. Seit über 30 Jahren ist das Laienspiel in Jündewatt fester Bestandteil der Gemeinschaft. Foto: Archiv DN

„Noch ist die Bühne leer, und die Mitspieler der Theatergruppe bewegen sich noch etwas ziellos über die Spielfläche, Texte werden abgelesen und Stimmlagen ausprobiert. Das alles wirkt ziemlich chaotisch, und die Spielleitung versucht immer wieder, dieses Chaos zu ordnen. Ein Blick in den Kalender lässt die Herzen schneller schlagen. Wie viel Zeit haben wir eigentlich noch – schaffen wir das bis zum festgesetzten Termin?“

So leitet Rolf Pfeifer von der Jündewatter Laienspielgruppe einen kleinen Rück- und Ausblick zur Theatergruppe ein. Sie wird für das Frühlingsfest des BDN-Orstvereins Renz-Jündewatt Mitte März und für andere Anlässe wieder eine Komödie einstudieren.

Der Titel lautet „Glaubersalz zum Nachtisch“. Es ist ein Lustspiel über einen turbulenten Welnessaufenthalt mehrerer Familienmitglieder.

Aus dem Theaterarchiv: Freddy Hansen und Hella Andresen vor Jahren auf der Jündewatter Bühne Foto: Archiv DN

Anlässlich des Jubiläumsjahres der Grenzziehung („genforening“) werden Laienspieler aus Jündewatt eine Sonderschicht einlegen und, wie berichtet, in Zusammenarbeit mit deutschen Einrichtungen in Tingleff auch bei einer 2020-Veranstaltung an der Tingleff Waldbühne Szenen spielen.

Wie hat es mit dem Laienspiel in Jündewatt eigentlich begonnen? Rolf Pfeifer machte sich diesbezüglich schlau: „Nachdem die Schule 1977 geschlossen wurde, stand man vor dem Problem, dass niemand eine Weihnachtsfeier mit Aufführungen veranstalten wollte oder konnte, obwohl das Schulgebäude immer noch als Deutsches Haus zur Verfügung stand.
Bei einer Kaffeerunde der drei Nachbarinnen, Christel Jepsen, Gretel Nissen und Alli Petersen, auch liebevoll die drei ‘Theatertanten’ genannt, an dem auch der damalige Vorsitzende Jacob Nissen teilnahm, nahm man sich dieser Aufgabe an.
Der damals weiterhin existierende Schulverein Renz/Jündewatt gab seinen Segen, das Weihnachtstheater weiterzuführen. Teilweise kam eine Gruppe von 20 bis 25 Mädchen und Jungen zusammen, die dann gemeinsam Sketche und kleine Theaterstücke einstudierten.“

Dank des Mitwirkens vieler Akteure konnte die Jündewatter Laienspielgruppe bis heute aufrechterhalten werden. Foto: Archiv DN

Schon in den 60er Jahren fanden Theateraufführungen in Jündewatt statt, so Pfeifer zum „Nordschleswiger“. Laienspiel wurde dann in den 80er Jahren zusätzlich zu den Weihnachtsdarbietungen neu aus der Taufe gehoben. „Es ergab sich, dass im Frühling Aufführungen geboten wurden“, erwähnt Hobbychronist Pfeifer.

Fortbestehen

Die Leitung der Theatergruppe wurde über die Jahre hinweg an andere Personen weitergereicht. So hat unter anderem Gudrun Asmussen maßgeblich für den Weiterbestand gesorgt.

Gudrun Asmussen (r.) war viele Jahre nicht nur auf, sondern auch hinter der Bühne eine treibende Kraft. Foto: Archiv K. Riggelsen

Sie gab den Stab an Kim Hansen weiter, und auch dessen Bruder Freddy zählte zu den herausragenden Laienspielern. Mittlerweile hält Rolf Pfeifer in Zusammenarbeit mit seinen Mitstreitern die Fäden in der Hand.

Die Gruppe besteht aus einem festen Stamm mit langjährigen Darstellern und mit hin und wieder wechselnden Akteuren. Beim aktuellen Schwank sind dabei: Cilli Guldager, Sabrina Nissen, Ursula Petersen, Erin Petersen, Kurt Schmidt und Rolf Pfeifer. Gretel Riis hat die Regie übernommen.

Szene mit Freddy Hansen und Hans Nissen Foto: Archiv DN
Einst ein kongeniales Paar der Jündewatter Theaterszene: Freddy Hansen und Gudrun Asmussen beim Aufführen eines Sketches Foto: Archiv DN
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