Werbefilme

Casper Christensen lernt den Grenzhandel kennen

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Pattburg/Harrislee
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Casper Christensen besucht in einem der sechs kurzen Werbefilme zum ersten Mal einen Grenzladen. Foto: Fleggaard/Facebook

Dänemarks wohl bekanntester Comedian hat für Fleggaard sechs kleine Filmchen im „Klovn“-Stil produziert. Der Marketingchef des Handelskonzerns, Nikolai Fink, stellte sich dazu den Fragen des Nordschleswigers.

Dänemarks wohl bekanntester Comedian hat für Fleggaard sechs kleine Filmchen im „Klovn“-Stil produziert. Der Marketingchef des Handelskonzerns, Nikolai Fink, stellte sich dazu den Fragen des Nordschleswigers.

Es soll Leute geben, die noch nie in einem Grenzmarkt eingekauft haben. Zu dieser seltenen Spezie zählte sich bislang auch Dänemarks Comedian Casper Christensen. Für den Fleggaard-Konzern hat er nun Neuland betreten. Daraus sind sechs kleine Filmchen geworden, die ab der kommenden Woche die neueste Fleggaard-Werbekampagne ausmachen.

Das Prinzip nennt sich „Branded Content“. Es ist nicht wirklich ein neuer Begriff in der Werbung, wird aber in der Kundenwerbung bzw. -bindung künftig einen noch höheren Stellenwert erhalten. Davon sind die Werbefachleute überzeugt. Der Fleggaard-Konzern hat für seine „Branded-Content“-Werbekampagne mit Casper Christensen die wohl derzeit angesagteste Person aus der dänischen Unterhaltungsindustrie gewinnen können. Christensen hat sich zusammen mit seinem Kollegen Frank Hvam die Sitcoms „Langt fra Las Vegas“ und später „Klovn“ ausgedacht. Später sind auch noch einige Spielfilme entstanden – aktuell läuft der Film „Dan Dream“ in den dänischen Kinos. Jener Casper Christensen hat nun im besten „Klovn“-Stil sechs kleine Episodenfilme gedreht, die zum einen unterhalten sollen, aber auch – mehr oder weniger – indirekt über die Fleggaard-Grenzmärkte informieren, Kunden an die Läden binden und möglichst neue dazugewinnen sollen.

Der Nordschleswiger hat den Marketingchef der Fleggaard GmbH mit Sitz in Harrislee, Nikolai Fink, zu der ungewöhnlichen Kampagne befragt.

Der Fleggaard-Konzern hat sich in der Vergangenheit mit mal mehr, mal weniger Glück mit Werbung zu profilieren versucht, die „bis zur Grenze“ und manchmal auch ein wenig drüber ging. Ist die Christensen-Kampagne unter ähnlichem Blickwinkel entstanden?

Wenn wir eine nationale Fernsehkampagne mit Casper Christensen durchführen, dient das mehreren Zwecken. Bei Vermarktung geht es schlichtweg darum, Aufmerksamkeit zu schaffen. Mit Casper Christensen, meinen wir, den vielleicht besten Komiker Dänemarks und die stärkste Marke überhaupt gewählt zu haben. Wir sind sogar überzeugt, dass Casper Christensen perfekt zu unserem Slogan „genau jenseits der Grenze“ („lige over grænsen“ ) passt. Ich glaube, dass viele Dänen Casper Christensen als einen Komiker einschätzen, der nicht nur bis an die Grenze, sondern auch ein wenig darüber hinweg geht.

Bislang sind nur kurze Sequenzen der Filme veröffentlicht worden. Hat Casper Christensen vollkommen freie Hand gehabt, oder hat es seitens des Fleggaard-Konzerns ein Vetorecht gegeben?

Casper ist Casper. Und er hat weitestgehend freie Hand gehabt. Man kann einem solchen Mann auch nicht Handschellen anlegen, dann wäre die Zusammenarbeit wohl auch nicht zustande gekommen. Wir haben natürlich vorab ein Briefing abgehalten, ihm von unserem Unternehmen erzählt und auch unsere Wünsche und Erwartungen für die Kampagne mitgeteilt und natürlich auf diese Weise versucht, Einfluss zu nehmen. Unsere erste Priorität lautete aber Unterhaltung. Die Werbung wurde quasi im Nachhinein drübergestreut.

Welches Kundensegment soll diese Kampagne erreichen?
Die Kampagne wird ein recht breites Segment ansprechen. Sie soll möglichst viele Dänen unterhalten, so das Ziel. Casper Christensen ist ja schon viele Jahre dabei und spricht daher auch ein recht breites Publikum an. Wir wollen sowohl die erfahrenen Grenzmarktbesucher als auch Leute – wie Casper Christensen selbst – für die der Grenzhandel eher fremd ist, ansprechen.

Was kostet eine solche Kampagne?

Wir haben mit Casper Christensen und unserem Marketingbüro vereinbart, dass wir die Summe nicht preisgeben.

Können Sie dann vielleicht sagen, wie viel mehr (oder weniger) eine solche „Branded-Content“-Kampagne im Vergleich zu herkömmlicher TV-Werbung kostet?

Eine Kampagne wie diese ist nicht billig. Weil die Inhalte der Filme doch sehr unterhaltend sind, hoffen wir, dass die Zuschauer sie miteinander teilen. Damit erhöht sich die Chance, dass sich die Kampagne „viral“ im Netz verbreitet, und das wiederum könnte zur Folge haben, dass sich unser Medienbudget sogar verringert.

Wird die TV-Werbung mit Kampagnen in den sozialen Medien unterstützt?

Ja, Facebook, Youtube und Instagram sind ganz wichtig in der Kampagne. Hier haben die Zuschauer ja die Möglichkeit, ihre Meinung kundzutun und sich mit anderen über die Serie auszutauschen.

Was sind die Erwartungen dieser Kampagne? Gibt es Erfolgskriterien?

Wir erwarten, dass die Dänen diese vollkommen anderen und ungeheuer lustigen Filmchen mit Wohlwollen aufnehmen. Wir hoffen, dass sie positive Aufmerksamkeit schaffen, und gleichzeitig hoffen wir natürlich, dass sie sowohl jetzige als auch potenzielle Kunden ansprechen. Das Erfolgskriterium ist eigentlich nur, dass die Filme gut und positiv angenommen werden. Sollte sich allerdings auch ein Kundenzuwachs feststellen lassen – sowohl physisch in unseren Läden als auch in unseren digitalen Universen, dann betrachten wir das natürlich auch als positiv.

Ist es ein Zufall, dass der Kampagnenstart in eine Zeit fällt, in der Christensens Dan-Dream-Film in den Kinos läuft?

Ja, das ist ein Zufall. In unserer Kampagne steckt darüber hinaus viel mehr „Klovn“ als „Dan Dream“.

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