Fahrrad-Nerd

Aller guten Dinge sind zwei

Aller guten Dinge sind zwei

Aller guten Dinge sind zwei

Kjeld Thomsen
Kjeld Thomsen Lokalredakteur
Tingleff/Tinglev
Zuletzt aktualisiert um:
Per Nielsen kennt sich mit Tandems gut aus. Foto: F. Hartung

Pensionär Per Nielsen ist ein richtiger Fahrrad-Nerd – und er schraubt besonders gern an Tandems herum.

Eine Lenkung, zwei Sättel, vier Pedale. Eher selten stößt man auf Tandems, auf jene Fahrräder für zwei Personen. In Tingleff und Umgebung kommen diese Zweiräder seit einiger Zeit öfter vor. Das liegt an Per Nielsen. Der pensionierte Lehrer und ehemalige Jugendschulleiter schraubt für sein Leben gern an Fahrrädern herum, repariert, baut zusammen und wartet. Er hat sogar einen eingetragenen Hobby-Fahrradservice bei sich im Skovfennen.

Sein neues Steckenpferd sind Drahtesel für zwei. „Ich habe auf dem Recyclinghof in Kobro vor einem Jahr ein altes Tandem entdeckt. Das wollte ich haben“, erzählt der 63-Jährige vom Beginn seiner neuen Leidenschaft.
Es bekam das Rad schließlich, setzte es instand und optimierte es, nachdem er mit Ehefrau Brigitte Schumacher die ersten Probefahrten unternommen hatte.

„Ich habe hinten höhere Lenker montiert. Der Mitfahrer sitzt bequemer und kann die Umgebung besser sehen“, erklärt Fahrrad- und Tandem-Experte Nielsen, der weitere ausgemusterte Tandems besorgte und daran werkelte. In der Garage wird gerade ein Exemplar aus dem Jahr 1947 flottgemacht.

Das Fahren ist nach einer kurzen Eingewöhnung recht einfach, so Nielsen. „Beide müssen treten, da die Pedale miteinander verbunden sind.“

Der soziale Aspekt

Der große Vorteil beim Tandemfahren ist für Nielsen das soziale Moment. „Man kann sich sehr gut unterhalten und kann die gleichen Dinge betrachten. Wenn Ehepaare mit normalen Fahrrädern unterwegs sind, ist es doch oft so, dass einer hundert Meter vorausfährt und den anderen nur beim Zurückschauen wahrnimmt“, so Nielsen mit einem Lächeln. Ja, wer kennt dieses Szenario nicht.

Sind auf dem „Doppelrad“ schon ein eingespieltes Team: Per Nielsen und Ehefrau Brigitte Schumacher. Foto: F. Hartung

Tandemfahrern ist da viel kommunikativer. Man erlebt das Fahren zusammen und muss sich auf einander abstimmen, wenn man losfährt oder anhält.

„Das ist eine sehr gute Paartherapie“, so Nielsen lachend. „Wer es mal ausprobieren möchte, darf sehr gerne vorbeikommen und sich ein Tandem ausleihen“, ergänzt der Zweiradbastler, der Gebrauchte auch verkauft.
Mit Ehefrau „Kicki“ hat er im vergangenen Jahr auch schon eine Drei-Tages-Tour auf der Grenzroute unternommen mit Gepäck in Satteltaschen und auf dem Gepäckträger. Das habe ihnen gefallen, wie er sagt.

Obwohl ein Tandem erheblich länger ist als ein herkömmliches Fahrrad, kann es auf einem Fahrradträger auf der Anhängerkupplung mitgenommen werden. „Ich habe mich da genau erkundigt. Bis zu 30 Zentimeter darf es über die Karosserie hinausragen. Wenn man das Tandem etwas schräg auf den Träger setzt und den Lenker einschlägt, dann kommt es hin“, erklärt Per Nielsen und zeigt es am eigenen Träger seines Kleinwagens.
Und wie gesagt: „Einfach mal vorbeikommen oder anrufen und ausprobieren.“

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Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
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