Zwei Museen an einem Ort

Ärger über Eintrittsgeld nebenan

Sara Wasmund
Sara Wasmund Hauptredaktion
Fröslee/Frøslev  
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Auch gestern herrschte bei Sonnenschein reger Betrieb: Mehrere Hundert Besucher kommen täglich in die Museen, die sich im Fröslevlager befinden. Foto: Friedrich Hartung

Das UN-Soldatenmuseum in Fröslee leidet unter den vom Nationalmuseum eingeführten Eintrittskosten. Viele Besucher glauben, dass sie nun für beide Museen zahlen müssen und bleiben weg.

Zwei Museen nebeneinander. Nur eines nimmt Eintritt. Aber beide verzeichnen Besucherschwund. So hat das UN-Museum im Fröslevager zum jetzigen Zeitpunkt mit 6.700 Besuchern seit Ende März weitaus weniger Gäste als im vergangenen Jahr.

Der Vorsitzende des Vereins „FN Museet – Danmarks Internationale Veteranmuseum“, Per A. Rasmussen, benennt das Problem: „Seitdem das Nationalmuseum nebenan Eintritt eingeführt hat, denken viele, dass dies auch für unseren Teil des Museums gilt. Das ist aber nicht so. Wir erheben weiterhin keinen Eintritt!“

Besucher werden abgeschreckt

Doch wenn potenzielle Besucher nach Fröslevlager googelten, kämen diese als erstes zur Internetseite des Nationalmuseums. „Wir haben dieses Problem wiederholt angesprochen und erhoffen uns von der neuen Direktion des Nationalmuseums schnelle Abhilfe“, sagt Per A. Rasmussen.

Das Nationalmuseum habe durch den eingeführten Eintritt rund 40 Prozent an Besuchern verloren, das UN Museum rund 20 Prozent, schätzt der Vorsitzende. „Wir können festhalten: Seit der Einführung des Eintrittsgeldes kommen definitiv weniger Besucher ins Lager. Und das gilt für beide Museen.“

Das Nationalmuseum hatte im vergangenen Jahr den freien Zugang zu Museen im ganzen Land abgeschafft und wieder Eintrittsgeld eingeführt. Diese Änderung traf auch den Standort Fröslevlager, wo der Eintritt nun 50 Kronen pro Person kostet.
Das Nationalmuseum betreibt im Lager zwei Baracken und den Turm und zeigt die Geschichte des einstigen Gefangenenlagers, das 1944 von den Nazis errichtet worden war.

Weniger Merchandise-Verkäufe

Das UN-Museum hingegen stellt den Einsatz dänischer Soldaten innerhalb internationaler UN-Einsätze dar. Dem UN-Museum kommt der Besucherrückgang teuer zu stehen, da sich der Verein unter anderem durch den Verkauf von Merchandising-Artikeln finanziert, die im Kiosk und im Museum verkauft werden.

„Und auch der Verkauf von kalten Getränken und Eis bringt Umsatz. Aber je weniger Besucher, desto weniger Umsatz“, sagt Per A. Rasmussen, der seit neun Jahren im Amt ist. Das UN-Museum hat den Eintritt 2014 durch einen Zuschuss abschaffen können. „Seitdem haben sich die Besucherzahlen verdreifacht, und der Verkauf der Produkte bringt Geld ein, von dem wir das Museum betreiben können“, sagt Per A. Rasmussen. „Umso ärgerlicher, dass der Eintritt nebenan nun auch uns betrifft. Wir hoffen also, dass dieses Missverständnis schnell wieder aus der Welt geschaffen werden kann“, so der Vorsitzende.

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