Klimaschutz

Abwärme aus Meiereiabwasser jetzt im Fernheizungsnetz

Abwärme aus Meiereiabwasser jetzt im Fernheizungsnetz

Abwärme aus Meiereiabwasser jetzt im Fernheizungsnetz

Krusau/Kruså
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Auf dem Gelände der Meierei in Krusau ist ein Gebäude errichtet worden, in dem die Wärmepumpen untergebracht sind, die dem Abwasser des Unternehmens Restwärme entziehen. Foto: Volker Heesch

Nach einer Testphase kurz vor dem Jahreswechsel funktioniert die umweltfreundliche Zusammenarbeit von „Arla“ und der Fernwärmegesellschaft. Bis zu 500 Haushalte können im Rahmen einer Werbeaktion neu an das Netz der Fernheizung angeschlossen werden.

„Die neue Technik zur Nutzung der Abwärme des Meiereiabwassers funktioniert bestens. Wir beziehen rund 8.000 Megawatt Energie von Arla in Krusau“, berichtet der Vorsitzende der Pattburger Fernwärmegesellschaft „Padborg Fjernvarme“, Jan Riber Jakobsen, dem „Nordschleswiger“. „Kurz vor Weihnachten ist der Probebetrieb angelaufen, jetzt funktioniert alles“, so Riber Jakobsen über das im Jahr 2019 vereinbarte Vorhaben, das dem Pattburger Unternehmen nicht nur ermöglicht, den Anteil der „grünen“, klimaneutralen Energieversorgung bei der Wärmeversorgung auf 50 Prozent zu steigern, sondern auch bis zu 500 Haushalte neu an das Versorgungsnetz anzuschließen.

16 Millionen Kronen investiert

Wie berichtet, stellt der Meiereibetrieb des genossenschaftlichen Unternehmens Arla in Krusau sein gereinigtes Abwasser der Fernwärmegesellschaft kostenlos zur Verfügung. Über eine Wärmepumpenanlage auf dem Meiereigelände, das die Fernwärmegesellschaft errichtet hat, wird dem meist 25 Grad warmen Abwasser Energie entzogen, sodass heißes Wasser ins Fernwärmenetz eingespeist werden kann. Das gekühlte Abwasser fließt wie bisher in die Flensburg Förde.

Riber Jakobsen berichtet, dass rund 16 Millionen Kronen in die Wärmepumpentechnik und die neuen Rohrleitungen zwischen dem bestehenden Netz und der Meierei investiert worden ist. „Wir haben uns im vorgesehenen Kostenrahmen gehalten, die Fernheizungskunden können in diesem Jahr mit stabilen Preisen rechnen“, so der Vorsitzende der im Besitz der angeschlossenen Bürger befindlichen Fernwärmegesellschaft.

Anschluss auf freiwilliger Basis

„Wir führen aktuell Gespräche mit einer Wohnungsbaugesellschaft in Nachbarschaft zur Meierei und der Kommune, damit dort Häuser und die Schule ,Fjordskole‘ an die Fernheizung gekoppelt werden können“, berichtet Riber Jakobsen. Die Haushalte müssen einen größeren Betrag für die Anbindung an die Fernheizung zahlen. „Das ist freiwillig, niemand wird dazu gezwungen“, so Riber Jakobsen, der aber unterstreicht, dass die Fernwärmekunden sich nicht mehr um Heizungsanlagen samt deren Wartung kümmern müssen. Bisher sind rund 1.700 Haushalte vor allem in Pattburg an das Fernwärmenetz angeschlossen. Größter Lieferant von Fernwärme in Pattburg sind die Flensburger Stadtwerke, deren Kraftwerk inzwischen nur noch in geringem Umfang mit Kohle befeuert wird.

„Bis 2030 streben wir einen Anteil klimaneutraler Energie von 70 Prozent an, so der Vorsitzende der Fernwärmegesellschaft. Zur guten Klimaschutzbilanz tragen neben der neuen Wärmepumpentechnik in Krusau auch eine Solaranlage und Wärmepumpen an Kühlhäusern im Pattburger Gewerbegebiet bei.

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