Grenze

20 Jahre Mahnmal zur Deportation

Kjeld Thomsen
Kjeld Thomsen Lokalredakteur
Pattburg/Harrislee
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Foto: Karsten Sörensen

In Zeiten zunehmender nationalistischer Strömungen in Europa und rechtsradikaler Entgleisungen sei es wichtiger denn je, an das Unrecht zu erinnern, das Menschen unter dem totalitären NS-Regime erlitten, so Harrislees Bürgermeister Ellermann.

An der Gedenkstätte „Harrisleer Bahnhof“ auf deutscher Seite des Pattburger Grenzübergangs wird stets im Januar den Gefangenen gedacht, die 1944 während der Besatzung des NS-Regimes vom Fröslevlager aus mit Viehwagen vom kleinen Harrisleer Bahnhof vorwiegend in das Konzentrationslager Neuengamme deportiert wurden.

Am Freitag kam man erneut an der Gedenkstätte zusammen. Anlass war das 20-jährige Bestehen des Mahnmals. 1998 hatte eine Arbeitsgruppe die Initiative für solch eine Gedenkstätte ergriffen, die schließlich über einen Schülerwettbewerb entstand.

Noch heute sind die südschleswigsche Duborgskole und die Zentralschule Harrislee Paten des Mahnmals, und jedes Jahr gestalten Schüler das Innehalten mit. So auch beim gestrigen Jubiläum, bei dem Harrislees Bürgermeister Martin Ellermann (l.) die Bemühungen der Ideengeber Anerkennung aussprach. „Ich ziehe meinen Hut“, sagte Ellermann.

In Zeiten zunehmender nationalistischer Strömungen in Europa und rechtsradikaler Entgleisungen sei es wichtiger denn je, an das Unrecht zu erinnern, das Menschen unter dem totalitären NS-Regime erlitten, betonte Ellermann.

Im Bürgerhaus wurden die Feierlichkeiten mit Wortbeiträgen von Bürgervorsteher Heinz Petersen sowie Anke Spoorendonk fortgesetzt, ehemalige Landtagsabgeordnete des SSW und Sprecherin der Arbeitsgruppe. Auf dem Programm stand auch ein Beitrag von Henrik Skov Kristensen, Leiter des Fröslevmuseums, über das Museum und die Zukunft.

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