Umwelt & Natur

Ab Oktober wird Energie aus Meiereiabwasser zu Fernwärme

Krusau: Energie aus Meiereiabwasser wird zu Fernwärme

Krusau: Energie aus Meiereiabwasser wird zu Fernwärme

Krusau/Kruså
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Auf dem Gelände der Meierei, in der Weichkäse für Salate erzeugt wird, findet die Wärmepumpe Platz, die dem Meiereiabwasser Energie entzieht und ins Fernwärmenetz einspeist. Foto: Volker Heesch

Der dänische Konzern Arla stellt die bisher ungenutzte Energie der Pattburger Fernwärmegesellschaft gratis zur Verfügung. 13 Millionen Kronen werden im Grenzort Pattburg in klimaschonende Technik investiert.

Mitte Oktober dieses Jahres werden auf dem Gelände der Meierei des Molkereikonzerns Arla in Krusau die technischen Anlagen installiert, mit deren Hilfe Energie aus dem meist 25 Grad warmen Abwasser des milchverarbeitenden Betriebs entzogen und ins Fernwärmenetz der örtlichen Gesellschaft „Padborg Fjernvarme“ geleitet werden kann.

Wärmepumpentechnik wird insatlliert

„Während einer Unterbrechung der Produktion der Meierei in der Woche 43, in der technische Anlagen erneuert werden, ist die Montage der Wärmepumpentechnik in Nachbarschaft zur Abwasserreinigungsanlage vorgesehen“, so der zuständige Projektleiter in der Meierei Krusau, Peder Aagaard Nielsen, gegenüber dem „Nordschleswiger“.

Er erläutert, dass Arla der Fernwärmegesellschaft die Energie aus dem zuvor gereinigten Meiereiabwasser kostenlos zur Verfügung stellt. „Das Projekt ist für Arla nicht mit Kosten verbunden. Es ist aber ein Beitrag zum Klimaschutz, den das Unternehmen fördert“, so Aagaard Nielsen.

Am Sitz der Fernwärmegesellschaft in Pattburg steht ein erdgasbefeuertes Kraftwerk als Reserve. Foto: Volker Heesch

„Mit der Nutzung der bisher ungenutzten Energie aus dem Meiereiabwasser können rund 20 Prozent des Energiebedarfs der Fernwärmegesellschaft gedeckt werden“, so der Vorsitzende des Versorgungsunternehmens „Padborg Fjernvarme“, Jan Riber Jakobsen.

1.760 Haushalte erhalten Fernwärme

Nach seinen Angaben können rund 380 Einfamilienhäuser im örtlichen Fernwärmenetz mit der Energie aus dem Abwasser versorgt werden. „Wir erreichen damit einen Anteil von über 50 Prozent grüner Energie bei unserer Energieversorgung“, so Riber Jakobsen. Aktuell erhalten 1.760 Haushalte in Pattburg Fernwärme, angestrebt wird ein Anschluss von weiteren Häusern im Raum Krusau.

Weniger Kohlendioxidausstoß

Bei einem Energieversorgungsverbrauch von jährlich 30.000 Megawatt werden nach seinen Angaben 18.000 Megawatt künftig ohne Kohlendioxidausstoß gewonnen. Neben Warmwasserlieferungen vom Flensburger Kraftwerk wird durch Solartechnik erwärmtes Wasser ins Fernwärmenetz eingespeist. Auch wird Energie von Kühlhäusern in Pattburg genutzt.

Am Sitz der Fernwärmegesellschaft in Pattburg steht als Reserve eine erdgasbefeuerte Wärmeproduktionsanlage bereit. „Wir investieren in das Projekt rund 13 Millionen Kronen“, berichtet Riber Jakobsen.

Es liegen bereits Angebote von Firmen vor, die die Wärmepumpentechnik liefern und installieren, die in einem Container auf dem Gelände von Arla untergebracht wird. Er erklärt, dass es keine Verzögerung durch eine aufwändige Umweltverträglichkeitsprüfung („VVM-Vurdering“) gibt.

Komplizierte Arbeiten auf Landstraßenkreuzung

„Etwas komplizierter gestaltet sich die Verlegung der Rohrleitung, durch die das Wasser ins Fernwärmenetz gepumpt wird. Es muss unter der Kreuzung der Landstraßen in Krusau gebohrt werden, denn es kann dort mit Rücksicht auf den starken Verkehr nicht mit Baggern gegraben werden, was zur Sperrungen führen würde“, so der Vorsitzende der Fernwärmegesellschaft.

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