Rechtsprechung

Zeuge von den Philippinen belastet Transportfirma

Zeuge von den Philippinen belastet Transportfirma

Zeuge von den Philippinen belastet Transportfirma

kjt/jv.dk
Sonderburg/Sønderborg
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Am Gericht in Sonderburg ist der Prozess gegen das Unternehmen „Kurt Beier" fortgesetzt worden. Foto: DN (Archiv)

Ein ehemaliger Lastwagenfahrer sagte im Prozess gegen das Unternehmen „Kurt Beier“ aus und bestätigte Vorwürfe aus der Anklageschrift.

Im Gerichtsverfahren gegen die Firma „Kurt Beier“, die sich seit einigen Wochen wegen mutmaßlicher Ausbeutung von ausländischen Fahrern in der Niederlassung in Pattburg (Padborg) am Gericht in Sonderburg verantworten muss, hat es laut „jv.dk“ die erste Zeugenaussage eines geschädigten ehemaligen Mitarbeiters gegeben.

Der von den Philippinen stammende Brummifahrer sagte demnach aus, dass er mit falschen Versprechungen nach Europa gelockt wurde und davon ausgegangen war, dass er in Polen als Fahrer arbeiten wird.

Über die Tochterfirma von Kurt Beier sei er dann aber zur Niederlassung nach Pattburg gekommen, wo er mit vielen anderen Fahrern unter kümmerlichen Bedingungen hausen oder im Lastwagen übernachten musste.

Ihm seien 1.060 Euro (knapp 8.000 Kronen) in Aussicht gestellt worden. In den Monaten, in denen er in Pattburg war, habe er diese Summe aber nie ausgezahlt bekommen. Es sei immer etwas abgezogen worden und dies sei mit dem Flugticket begründet worden, das die Firma gezahlt hatte, so der Zeuge.

Kollegen sei es ähnlich gegangen.

Überstunden

Am Lenkrad habe er bis zu zehn Stunden verbracht, wobei Überstunden nicht bezahlt wurden.

Auch Medikamente habe er selbst bezahlen müssen, nachdem er nach einem Schwächeanfall wegen zu hohen Blutdrucks ins Krankenhaus eingeliefert werden musste.

Seine Familie, für die er in Europa Geld verdient, habe er aus finanziellen Gründen noch nicht besuchen können, so der Mann weiter.

Als nächster Zeuge wird ein betroffener Fahrer aus Sri Lanke erwartet, der mittlerweile in Flensburg arbeitet.

Wieviele weitere der rund 30 betroffenen Fahrer als Belastungszeugen im Sonderburger Gericht aussagen oder per Videoschaltung befragt werden, ist noch unklar.

Das Urteil zugunsten oder gegen den Firmenchef und drei mitangeklagte führende Mitarbeiter, darunter eine Frau, wird voraussichtlich im August gefällt.

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