Martin Christiansen

Landwirt und Naturfreund

Kjeld Thomsen
Kjeld Thomsen Lokalredakteur
Hornse/Horns
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Etliche Obstbäume hat Martin Christiansen gepflanzt. Foto: Kjeld Thomsen

Martin Christiansen aus Hornse ist bestrebt, mit kleinen Projekten seines zur Naturerhaltung beizutragen.

In der Reuse zappeln mehrere Fische. Rotaugen, Karauschen und sogar Schleien. „Schleie finde ich besonders schön“, sagt Martin Christiansen aus Hornse. Den kleinen Tümpel hat der ehemalige Landwirt selbst angelegt. Wie viele andere auf Feldern, die er einst selbst bewirtschaftete. Heute nutzt Sohn Rainer die Areale für seine Landwirtschaft. Er hat einen großen Milchviehbetrieb mit Ackerbau. Es ist ein konventioneller Landwirtschaftsbetrieb.

„Es wird ja viel auf Ökologie als die angebrachte Form der Landwirtschaft fokussiert. Vieles daran ist sicherlich richtig. Ich finde aber, es wird sehr einseitig betrachtet“, sagt der 74-Jährige, der als belesener und interessierter Mensch die politische, historische, gesellschaftliche und eben auch landwirtschaftliche Situation genau mitverfolgt.

Ein typisches Bild in und um Hornse: Martin Christiansen und Hund auf Tour in der Natur. Foto: Kjeld Thomsen

Ihm war und ist es ein Bedürfnis, eine Lanze auch für Landwirte zu brechen, die offiziell keinen ökologischen Betrieb haben. Auch solche Landwirte, wie er einer war, sind sich bei allen betriebswirtschaftlichen Interessen sehr wohl ihrer Verantwortung gegenüber der Natur bewusst, wie er sagt. Und an Natur interessiert.

Er selbst hat Waldflächen und Tümpel als kleine Biotope angelegt, Obstbäume und sogar Zierblumen auf Areale gepflanzt, die man größtenteils für die Landwirtschaft nutzen könnte. Und das schon seit Jahrzehnten, wie er kürzlich bei einem Rundgang mit seinem Jagdhund erläuterte.

Landwirtschaft und Natur in Einklang zu bringen, ist und bleibt bei immer größer werdenden Betrieben und Tierhaltungen eine große Herausforderung, weiß Martin Christiansen. Auch wenn er mit seinen Biotop-Projekten nur einen kleinen Teil zur Naturerhaltung beiträgt, so befriedige es ihn. Dass einige Bereiche auch ein wenig der Jagd dienen, verschweigt er nicht.

Martin Christiansen in seinen eigens angelegten Biotopen. Foto: Kjeld Thomsen

Als Landwirt im Ruhestand genießt es der Hornser, in der Natur zu sein und zu sehen, wie sich seine kleinen Projekte entwickeln. „Ich muss immer in Gang sein und den Kopf gebrauchen“, so Martin Christiansen, der gerne Leserbriefe verfasst und als eingefleischter Volksgruppenangehöriger kontroverse Betrachtungen nicht scheut.

Noch in Arbeit: Das Kunst- und Bauprojekt aus Holzstämmen. Foto: Kjeld Thomsen

Still sitzen ist nur etwas für ihn, wenn er liest. Ansonsten muss etwas passieren. Da werden riesige Baumstämme aus seinen orkangeschädigten Waldstücken schon mal für ein großes Konstrukt hinter dem Haus verbaut. Eine künstlerisch anmutende Mischung aus Holzhaus, Turm, Labyrinth und Sitzecke entsteht. „Es ist noch nicht fertig. Ich werde noch weiter daran arbeiten“, so der umtriebige Landwirt. Mit Bekannten hat er es sich hier schon mal gemütlich gemacht und wenn er dieses Projekt zum Abschluss gebracht hat, „bietet es sich vielleicht als Ausflugsziel für Kindergärten an“, so Christiansen.

Vorher muss dann aber das imposante Hornissennest umsiedeln, das sich in einem Spalt eines dicken Stammes befindet. Christiansen hat die Hornissen dort einfach hausen lassen. Der Natur wegen.

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