Gedächtnis der Minderheit

Archiv und Bücherei der deutschen Minderheit kooperieren

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Tingleff/Tinglev
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Nina Jebsen erhielt viel Beifall für ihren Einblick in das aktuelle Geschehen im Deutschen Archiv Nordschleswig, das im Gebäude des Deutschen Museums Nordschleswig in Sonderburg untergebracht ist. Foto: Volker Heesch

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Bei der Generalversammlung der Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft für Nordschleswig (HAG) berichtete die Archivleiterin Nina Jebsen über ihre Digitalisierungsstrategie und das Streben nach mehr Sichtbarkeit. Rückschau in Bildern auf Exkursionen der vergangenen Jahre.

Während der Generalversammlung des Vereins in Tingleff (Tinglev) hat sich am Sonnabend erstmals die neue Leiterin des Deutschen Archivs Nordschleswigs, Nina Jebsen, den Mitgliedern der Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft für Nordschleswig (HAG) vorgestellt. Außerdem gab es zwei Vorträge mit Lichtbildern von HAG-Tagesfahrten während der vergangenen Jahre.

Team von Ehrenamtlichen

Nina Jebsen berichtete zunächst über den Kraftakt, 130 Regalmeter des zuvor im Haus Nordschleswig in Apenrade gelagerten Archivs in die neuen Räumlichkeiten des Deutschen Museums Nordschleswig in Sonderburg zu verfrachten. „Das hat zum Glück noch mein in den Ruhestand getretener Vorgänger Frank Lubowitz durchgeführt“, sagte sie. „Es sind darunter auch viele unerforschte Schätze“, so Nina Jebsen unter Hinweis auf zehn Regalmeter Akten und Dokumente, die noch nicht durchleuchtet worden sind. „Eine Gruppe von Ehrenamtlichen unterstützt uns bei den aktuellen Aufgaben“, so Nina Jebsen und erläuterte, dass es ein Team von Frauen und eine Gruppe von Männern gibt, die beispielsweise bei der Digitalisierung von Disketten, Super-8-Filmen, Speicherkarten oder Dias im Einsatz sind.

Viele interessante Nachlässe

„Es geht dabei auch um die Erfassung von Nachlässen, beispielsweise des einstigen NS-Parteichchefs in Nordschleswig, Jens Möller“, so die Archivleiterin. „Es finden sich immer wieder Fotos mit der Frage, wer da wohl darauf zu sehen ist“, beschrieb sie Probleme mit „unerschlossenen“ Beständen.

Anhand von Lichtbildern gab Nina Jebsen Einblick in die Schatzkammern des Deutschen Archivs Nordschleswig. Dazu zählen auch viele Nachlässe, zu denen einige Titel auf dem Bild sichtbar sind. Foto: Volker Heesch

Nina Jebsen erläuterte auch die Umbenennung des jetzt zusammen mit dem Museum untergebrachten Archivs in „Deutsches Archiv Nordschleswig“. „Der neue Name ist gängiger“, meinte sie und erwähnte auch den neuen Lesesaal des Archivs, der dem Wunsch von Besuchern und Forschenden entgegenkommt.

Schätze des Archivs in Büchereikatalog

Sehr intensiv arbeite das Archiv mit der Deutschen Zentralbücherei Apenrade zusammen. Es würden die umfangreichen Bestände an Büchern und Zeitschriften in Zusammenarbeit mit der Bibliothekarin Silke Amthor im Katalog des Büchereiverbandes erfasst. Damit könnten die „Schätze“ des Archivs auch über den Katalog aufgespürt und an Interessierte ausgeliehen werden. „Es geht uns immer darum, dass wir mehr wahrgenommen werden“, betonte die Archivleiterin und wies auch auf die Zusammenarbeit mit dem nordschleswigschen Museumsverbund „Museum Sønderjylland“ hin. Es würden gemeinsame Sonderausstellungen geplant und unterstütze sich gegenseitig mit Gegenständig.

Über „arkiv.dk“ Einblick ins Deutsche Archiv

Durch Mitgliedschaft im Archivsystem „Arkibas“ können sich künftig Interessierte über die Homepage arkiv.dk digital in Bestände des Deutschen Archivs Nordschleswig einklicken. Allerdings steht noch eine große Arbeit bevor, bis das vorhandene Material digital erfasst ist.

Helmut Thomßen beeindruckte die HAG-Versammlung mit seinem Profi-Lichtbildervortrag. Foto: Volker heesch

Lichtbildervorträge

Im Anschluss an Nina Jebsens Vortrag luden HAG-Vorstandsmitglied Volker Heesch und HAG-Mitglied Helmut Thomßen zu einer Rückschau auf Tagesfahrten und Exkursionen der Heimatkundler während der vergangenen Jahre ein. Volker Heesch durchstreifte anhand von Lichtbildern das deutsch-dänische Grenzland, wo die HAG kleine Dorfkirchen, Schlösser, Herrenhäuser, „Dorfhökerläden“, Museen und interessante Naturlandschaften Besuche abgestattet hat. Die Bilder riefen viele Erlebnisse der vergangenen 15 Jahre in Erinnerung. Helmut Thomßen hatte eine Profi-Bilderereise durch Eiderstedt vorbereitet. Untermalt mit eingesprochenem Text und Musik unter anderem von dem auf der Halbinsel aufgewachsenen Knut Kiesewetter wurden noch einmal die bei der Eiderstedtfahrt der HAG im August 2021 besuchten Orte und historischen Gebäude lebendig.

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