Musiktalent

„Mama, ich will trommeln …“

„Mama, ich will trommeln …“

„Mama, ich will trommeln …“

Paul Sehstedt
Nolde
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Birthe Andresen an der Marimba (auch Marimbafon genannt) Foto: Paul Sehstedt

Birthe Andresen aus Nolde hat sich ganz den Schlaginstrumenten verschrieben, und das Talent liegt ihr im Blut.

„Also AC/DC, Queen und Status Quo sind schon mein Musikgeschmack“, gesteht die zwölfjährige Birthe Andresen aus Nolde, die sich dem Schlagzeug als Hauptmusikinstrument ganz verschrieben hat.

Sowohl an der kommunalen Musikschule in Apenrade als auch in der Schlagzeugschule von Holger Schreiber in Flensburg erhält sie fachgerechten Unterricht. „Sie war gerade sieben Jahre alt, als sie mit Nachdruck sagte: Mama, ich will trommeln!“, erzählt ihre Mutter Angela Andresen. „Auf dem Flensburger Weihnachtsmarkt sahen wir einen Auftritt der Schlagzeugschule und bekamen einen Laufzettel mit nach Hause. So entstand der erste Kontakt zu Holger Schreiber“, fügt die Mutter hinzu.

Unterricht seit fünf Jahren

„Seit April 2015 lerne ich bei Holger Schlagzeug. Zuerst auf der Trommel und vor vier Jahren auch auf der Marimba, denn Schlagzeug ist ein breites Instrumentenfach“, erzählt Birthe.

Der Unterricht bei Holger Schreiber in Flensburg findet sonnabends statt. Dort wird sie zusammen mit dem ein Jahr älteren Flensburger Justus Reiser unterrichtet. Wenn das Wetter nicht zu schlecht ist, spielen die beiden anschließend gemeinsam vor Publikum in der Flensburger Fußgängerzone. Das ist auch Teil des Unterrichts. So lernen die beiden nämlich, öffentlich aufzutreten. Meist stehen sie in der Nähe der Holm-Passage oder bei Karstadt. Mit dem Geld, das so zusammenkommt, können neue Musikinstrumente angeschafft werden.

„In diesem Jahr ist das Klavier als Nebeninstrument hinzugekommen. Ich besuche beide Musikschulen, weil ich dann sowohl in Deutschland als auch in Dänemark an Wettbewerben teilnehmen kann.“

Teilnahme an Talentwettbewerben

Gemeinsam mit Justus nahm Birthe 2018 am regionalen Wettbewerb des Musikförderprojekts „Jugend musiziert“ (JM) in Schleswig teil, wo das Duo einen ersten Preis gewann. Beim daran anschließenden Landesentscheid spielten die beiden erfolgreich in Elmshorn, doch weil sie damals noch unter zwölf Jahre alt waren, durften sie nicht am Bundeswettbewerb teilnehmen.

Genauso 2019 als Birthe mit Solo-Auftritten sowohl auf regionaler als auch auf Landesebene erste Preise gewann. In Süddänemark können junge Talente zwischen 7 und 20 Jahren auch an einem Wettbewerb teilnehmen, der unter dem Titel Syddansk Talentkonkurrence (ST) ausgetragen wird.
„An diesem Wettbewerb habe ich 2018 teilgenommen und nichts gewonnen“, erinnert sich Birthe, „doch im Jahr darauf kam ich auf den 3. Platz, der immerhin 1.000 Kronen einbrachte. In diesem Jahr habe ich nicht an ‚Jugend musiziert‘ teilgenommen, weil ich mich voll auf die ST konzentrieren wollte. Die Teilnahme verlief zwar gut, aber nicht gut genug, um einen Preis zu ergattern. Bei der nächsten Runde von JM will ich wieder dabei sein, und zwar als Duo mit Justus.“

Erste Proben mit SASO

Bisher hat Birthe nie in einem Orchester gespielt, doch am 2. November soll sie am Probenwochenende des Sønderjysk Amatør Symfoniorkester (SASO) auf dem Knivsberg teilnehmen.

„Darauf freue ich mich schon sehr und würde gern ein Solo spielen, am liebsten Csárdás“, schwärmt das Musiktalent aus Nolde. „Unser Pastor, Carsten Pfeiffer, spielt auch mit im SASO“, fügt sie hinzu.
Ihr Gespür für Musik kommt nicht von irgendwoher: Mutter Angela hat in einem Posaunenchor gespielt, und Vater Kurt blies einst die Tuba in der Blaskapelle des Deutschen Jugendverbandes für Nordschleswig.

Birthe ist sich jedoch mit der Berufswahl nicht ganz sicher, doch eine Kombination aus Landwirtin und Musikerin wäre ihr nicht fremd. „Mein Opa war Bauer und hatte eine Band, die auf Hochzeiten und bei Festen spielte“, berichtet Birthe Andresen noch schnell, bevor sie zum Unterricht in der Gruppe „Gesang, Musizieren, Bewegung“ in der Apenrader Musikschule eilt.

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