Umwelt & Natur

2020 bisher zehn Wildschweine nördlich der deutsch-dänischen Grenze erlegt

2020 bisher zehn Wildschweine nördlich der Grenze erlegt

2020 bisher zehn Wildschweine nördlich der Grenze erlegt

Tingleff/Tinglev
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Auch nachts wird Jagd auf Wildschweine gemacht, um die Tiere als potenzielle Überträger der Afrikanischen Schweinepest in Dänemark ausschalten zu können. Foto: Naturstyrelsen

Der Wildsachverständige der staatlichen Naturbehörde geht von einer deutlichen Dezimierung des Bestandes in Dänemark aus. Übertragung der Schweinepest droht weiter durch Nahrungsmittelreste an Rastpätzen.

„Wir haben in diesem Jahr bisher zehn Wildschweine nördlich der deutsch-dänischen Grenze erlegt“, berichtet der Wildsachverständige der staatlichen Naturbehörde in Nordschleswig, Klaus Sloth, gegenüber dem „Nordschleswiger“.

Bestand unter 30 Wildschweinen

Und er fügt hinzu: „Der Bestand auf dänischer Seite der Grenze liegt inzwischen wohl unter 30 Exemplaren.“ Damit gelingt es den Jägern auf dänischer Seite der Grenze offenbar, die in den vergangenen Jahren, vor Errichtung des viel diskutierten Wildschweinzauns, ins Land gekommenen Wildschweine aus dem Verkehr zu ziehen.

Risiko Nahrungsmittelreste

„Das größte Risiko, dass die Afrikanische Schweinepest (ASP) nach Dänemark eingeschleppt wird, besteht weiter darin, dass Wildschweine an Autobahnrastplätzen weggeworfene Nahrungsmittel fressen, die aus Osteuropa mitgebracht werden, wo die Viruskrankheit grassiert“, so Sloth. In Polen und anderen osteuropäischen Ländern ist es nach der Infektion dort heimischer Wildschweine mit den ASP-Viren nicht gelungen, die Seuche einzudämmen. Sloth hofft, dass Reisende und Lkw-Fahrer, die aus Ländern mit Schweinepest nach Dänemark kommen, Essensreste auf den Rastplätzen in die dort aufgestellten Behälter werfen, an denen Wildschweine kein Futter aufnehmen können.

Klaus Sloth ist Wildsachverständiger der staatlichen dänischen Naturbehörde Naturstyrelsen. Er jagt selbst Wildschweine und hält den Bestand der Tiere im Auge, die die Afrikanische Schweinepest nach Dänemark einschleppen könnten. Foto: Naturstyrelsen


„Die wenigen Wildschweine in Nordschleswig leben überwiegend östlich der Autobahn“, so Klaus Sloth, der von Jägern südlich der Grenze berichtet, die dort versuchen, den Wildschweinbestand zu reduzieren.

„Dort sind sie nicht nur ein Gefahrenherd für eine Schweinepestinfektion, sondern richten auch große Schäden auf Feldern an.“

Sloth berichtet, dass 2019 nördlich der Grenze 56 Wildschweine geschossen worden sind. Im Jahr 2018 waren es 47.

Einsatz von Nachtsichttechnik

„Wir hätten uns aktuell etwas mehr Winterwetter gewünscht“, so der Mitarbeiter der Naturbehörde, der die Erlaubnis hat, den Wildschweinen mit Nachtsichttechnik nachzustellen. Er hofft, dass die übrigen Jäger, die neuerdings Nachtsichtgeräte im Kampf gegen Marderhunde einsetzen dürfen, dieses Hilfsmittel bald auch bei der Jagd auf Wildschweine nutzen dürfen.

Erlegte Wildschweine werden untersucht

Die Tiere dürfen zu allen Tageszeiten erlegt werden. Alle in Dänemark geschossenen Wildschweine müssen den Behörden innerhalb von 24 Stunden gemeldet werden, damit per Untersuchung festgestellt werden kann, ob eine Infektion mit der Schweinepest vorliegt.

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