Thema der Woche: Zurück aus dem Lockdown

Deutsche Minderheit: Ein Schritt in die richtige Richtung

Deutsche Minderheit: Ein Schritt in die richtige Richtung

Deutsche Minderheit: Ein Schritt in die richtige Richtung

Apenrade/Aabenraa
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Bis sich wieder so viele Menschen auf dem Knivsberg tummeln, wie beim Knivsbergfest 2019, wird es noch einige Zeit dauern. Foto: Karin Riggelsen

Die Institutionen in der Minderheit sind froh, dass mit dem Frühling auch die Wiedereröffnung einhergeht. Durch die gelockerten Maßnahmen kommen aber auch neue Aufgaben und Herausforderungen auf die Vereine und Verbände zu.

Über die Frage, ob in der deutschen Minderheit in Nordschleswig nun wieder Normalität einkehre, muss Lasse Tästensen, Abteilungsleiter des Deutschen Jugendverbandes für Nordschleswig (DJN) erst einmal nachdenken. „Normalität wie im vergangenen Sommer oder wie vor der Corona-Krise?“, fragt er dann.

Es wird noch einige Zeit dauern, bis das Leben in Nordschleswig wieder so wird wie vor der Pandemie, da ist sich der Abteilungsleiter sicher, aber dass es nun wieder möglich ist, gemeinsam Sport zu treiben und sich unter Auflagen zu treffen, sei ein Schritt in die richtige Richtung.

Wir sind bereit und freuen uns, wieder loszulegen.

Lasse Tästensen, DJN-Abteilungsleiter

„Wir sind bereit und freuen uns, wieder loszulegen. Am 6. Mai geht es auch wieder auf dem Knivsberg los“, so Tästensen. An dem Datum ist es laut Plan der Regierung erlaubt, dass Veranstaltungsorte, Theater und Kinos mit einem Corona-Pass wieder öffnen. Auch die Kontaktbeschränkungen werden an dem Tag auf 25 Personen im Innen- und 75 im Außenbereich erhöht.

„Das ist aber noch kein Normalzustand, eigentlich haben wir 50 bis 100 Gäste auf dem Knivsberg. So weit ist es noch nicht“, berichtet der Abteilungsleiter. Unter anderem aus diesem Grund mussten Veranstaltungen wie Konzerte, Kabarett und Theater, die im Mai geplant waren, abgesagt werden. Einige der Künstlerinnen und Künstler sollten aus Deutschland auf den Knivsberg kommen, dies war aufgrund der Quarantänebestimmungen beider Länder nicht möglich.

Aktivitäten werden gut angenommen

Lasse Tästensen stellt aber fest, dass die geplanten Unternehmungen auf dem Knivsberg gut angenommen werden: „Unsere Paddeltour über Himmelfahrt stößt auf reges Interesse, und die Familienfreizeit über Pfingsten ist ausgebucht.“

Er hat das Gefühl, dass die Nordschleswigerinnen und Nordschleswiger sich nach Angeboten und Freizeitaktivitäten vor Ort umgucken und fühlt sich für den Sommer gut gerüstet: „Der vergangene Sommer war mit den Corona-Auflagen eine Generalprobe für uns. Wir haben gezeigt, dass wir Hygienekonzepte erstellen und uns daran halten können – jetzt kommt nur noch der Corona-Pass hinzu.“

Das Angebot, vorbestellte Bücher abzuholen, besteht weiterhin. Foto: Privat

Mit einem Corona-Pass ist es mittlerweile auch wieder möglich, in die Bücherei zu gehen. „Es ist sehr ungewohnt, die Nutzerinnen und Nutzer zu kontrollieren“, stellt Büchereidirektorin Claudia Knauer fest.

Bevor die Besucher eintreten dürfen, müssen sie einen negativen Test, der nicht älter als 72 Stunden ist, eine überstandene Corona-Erkrankung oder eine vollständige Impfung vorweisen. „Wir mussten auch schon Gäste wegschicken“, bedauert die Büchereidirektorin.

Es ist sehr ungewohnt, die Nutzerinnen und Nutzer zu kontrollieren.

Claudia Knauer, Büchereidirektorin

„Aber wir sind dazu verpflichtet, diese Auflagen einzuhalten, und das tun wir auch, damit sich alle in der Bücherei sicher fühlen.“

Allerdings merkt Claudia Knauer an, dass insgesamt weniger Betrieb herrscht als sonst. Auch physische Veranstaltungen sind erst nach den Sommerferien wieder geplant. Der Kontakt zu den Nutzerinnen und Nutzern sei aber auch während des zweiten Lockdowns nicht abgerissen, sondern per E-Mail und Telefon aufrechterhalten worden.

Engen Kontakt hat auch der Sozialdienst für Nordschleswig zu seinen Mitgliedern gehalten. „Besonders in den Ortsvereinen haben wir versucht, im Rahmen der Möglichkeiten für alle da zu sein“, verrät Hans Grundt, Abteilunsgleiter des Sozialdienstes. Auch die Familienberaterinnen waren weiterhin mit Abstand aktiv. Aber nun können die Aktivitäten im Haus Quickborn wieder beginnen, freut sich der Abteilungsleiter auf ein Stück Normalität.

Obwohl wieder mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ins Büro zurückgekehrt sind, herrscht noch kein Normalbetrieb im Haus Nordschleswig. Foto: Karin Riggelsen

Etwas mehr Normalität kehrt auch im Haus Nordschleswig ein. „Wir richten uns nach den Maßnahmen für öffentliche Einrichtungen, und dort dürfen die Beschäftigten in erhöhtem Maße an die Arbeitsplätze zurückkehren“, berichtet der Generalsekretär des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Uwe Jessen.

Angestellte, die sonst nur ein oder zwei Tage im Büro gearbeitet haben und die restliche Zeit im Homeoffice waren, können jetzt für drei bis vier Tage wieder ins Büro kommen. Sitzungen mit Externen sind nur im großen Sitzungssaal möglich, wo der Abstand eingehalten werden kann.

Es ist aber noch keine Rückkehr zum Normalbetrieb.

Uwe Jessen, BDN-Generalsekretär

Auch in Büros, die sich mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilen, wird auf Abstand geachtet, ebenso wie in der Kantine, wo immer ein Stuhl frei gelassen wird. „Es ist aber noch keine Rückkehr zum Normalbetrieb“, so der Generalsekretär.

„Der Nordschleswiger“ plant eine etwas langsamere Rückkehr zu einem normalen Arbeitsalltag. Immer noch arbeiten viele Beschäftigte von zu Hause aus, und das soll auch erst einmal so bleiben.

„Wir wollen nichts überstürzen, möchten aber auch gerne langsam zurück zu einem normalen Alltag. Ich schätze, dass dies insgesamt noch einige Monate dauern wird, nämlich bis die meisten Mitarbeitenden geimpft worden sind“, so Chefredakteur Gwyn Nissen. Er hofft, dass sich die Lage bis nach den Sommerferien normalisiert hat.

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