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Ein grenzenloser Song auf Deutsch und Dänisch

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
Apenrade/Flensburg
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Rasmus Hoffmeister
Rasmus Hoffmeister Foto: PR

Der südschleswigsche Singer-Songwriter Rasmus Hoffmeister und die Sängerin Silje Søgaard aus Nordschleswig denken sich in ihrem neuen Song „Grenzenlos“ die Grenze einfach weg. Ihr Song feiert auf Deutsch und Dänisch das Lebensgefühl, mit zwei Sprachen aufzuwachsen. „Auf dem Papier sind wir verschieden, doch mein Herz schlägt wie deins“, singen die beiden.

Eigentlich ist Rasmus Hoffmeister kein politischer Liedermacher. „Die Songs, die ich schreibe, handeln von alltäglichen Dingen“, sagt er im Gespräch mit dem Nordschleswiger. „Ich habe mir nie vorgestellt, so etwas zu machen“, gesteht er – und so ist sein neuer Song in Zeiten von immer wieder verlängerten Grenzkontrollen denn auch kein agitativer Protest-Song geworden – sondern eine Liebeserklärung an die dänisch-deutsche Identität, die zwischen Königsau und Nord-Ostsee-Kanal gelebt wird.

„Grenzenlos“ beschreibe, „wie schön es sein kann, wenn man zweisprachig aufwächst“, sagt Hoffmeister, der Teil der dänischen Minderheit in Südschleswig ist. Mit seiner Gitarre ist er inzwischen in ganz Deutschland unterwegs und hat auch in Bayern viele Fans. Bei einem Auftritt in München sei er auf seinen nordisch klingenden Vornamen Rasmus angesprochen worden, erinnert er sich – und als er daraufhin erklären musste, was es mit der dänischen und der deutschen Minderheit im Grenzland auf sich hat, sei ihm die Idee gekommen, dieses Lebensgefühl in einen Song umzumünzen.

„Dass wir so frei sein können, ist ein Privileg“

„Ich habe diesen Song geschrieben, um zu zeigen, wie schön es sein kann, dass wir dieses Bindeglied sind“, sagt Hoffmeister. In Dänemark heiße es immer wieder „ach, die Deutschen“ – und südlich der Grenze „ach, die Dänen“, sagt er. Doch wer beide Sprachen, beide Kulturen in sich trägt, der sei, nicht nur davon, frei. „Dass wir so frei sein können, ist ein Privileg“, sagt Hoffmeister, der von dieser Freiheit auch privat Gebrauch gemacht hat. Als es ihm an seiner Schule in Schleswig-Holstein nicht mehr gefiel, ist er einfach ins dänische Sonderburg gewechselt und hat dort sein Abitur gemacht.

Heute arbeitet der 26-Jährige als Pädagoge im Engelsby Børne- og Ungdomshus in Flensburg mit Kindern und Jugendlichen – und ganz viel Musik. Ein toller Job, findet er – und dennoch hat er seine Stundenzahl ein wenig reduziert. Denn die Bühnen zwischen Ostsee und Alpenrand locken. Und Hoffmeister vertreibt seine Musik ohne Label im Rücken selbst – über iTunes, GooglePlay, Amazon und Youtube. Eine große Sommertournee hat er gerade hinter sich. Sein nächster Gig: Ein Auftritt im Deutschen Haus in Flensburg am 17. Dezember. Mit seiner Gitarre, Freunden wie Silje Søgaard aus Schmedeby (Smedeby), jeder Menge Alltagsbeobachtungen – und natürlich „Grenzenlos“.

Weitere Informationen: RasmusHoffmeister.com

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