UNESCO Weltkulturerbe

Neues Video zeigt Minderheitenalltag

Neues Video zeigt Minderheitenalltag

Neues Video zeigt Minderheitenalltag

Paul Sehstedt
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Standbild aus dem Film über die Minderheit
Szene aus dem Minderheitenalltag Foto: Patos/Bildschirmaufnahme

Bei einem Informationsabend ging es im Haus Nordschleswig um die Bewerbung des Grenzlandes um den Titel immaterielles UNESCO Kulturerbe. Ein neues Präsentationsvideo wurde vorgestellt – und diskutiert.

Info: Kulturerbe national und weltweit

Das deutsch-dänische Grenzland ist im Dezember 2018 in Deutschland als „immaterielles Kulturerbe“ anerkannt worden und auch in Dänemark steht es auf der nationalen Liste. Das Ziel der neuen Bewerbung ist es, auch von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt zu werden. Ziel war es, dies bis 2020 zu erreichen. Das kann jedoch aufgrund der umfangreichen Bewerbungsarbeit nicht erreicht werden.

„Das immaterielle Kulturerbe wird von einer Generation zur anderen übertragen. Es wird laufend von Gesellschaften und Gruppen erhalten – als eine Antwort an ihre Umwelt, ihrem Einklang mit der Natur und der Geschichte. Das gibt ihnen das Gefühl einer Identität und einer Kontinuität. Und schafft so den Respekt vor der kulturellen Vielfalt und menschlichen Kreativität.“ So fasste die Projektleiterin Maria Lang von der Königlichen Bibliothek die Auslegung der UNESCO vom Begriff des immateriellen Kulturerbes zusammen. Ein Titel, den die Volksgruppen im Grenzland in einem gemeinsamen Antrag an die Weltorganisation für sich beanspruchen möchten.

Der Bund Deutscher Nordschleswiger und Grænseforeningen hatten zu einem Themenabend ins Haus Nordschleswig geladen, um Interessierte über den Stand der Bemühungen zu informieren. Maria Lanng berichtete über die Rolle und Aufgaben der UNESCO in den jahrelangen Bemühungen, die deutsche-dänische Grenzregion in die Kulturerbeliste aufzunehmen.

„Im Februar dieses Jahres konnte Kulturministerin Mette Bock in einer Pressemitteilung verkünden, das Modell der friedlichen Koexistenz im Grenzland für den Eintrag in das Register für gute Praxisbeispiele der UNESCO zu nominieren.“ Die Königliche Bibliothek ist der dänische Verwalter der Konvention, die das immaterielle Kulturerbe schützen soll.

Maria Lanng von der Königlichen Bibliothek erläuterte die Rolle und Aufgaben der UNESCO. Foto: Paul Sehstedt



Harro Hallmann, Kommunikationschef des BDN, berichtete über den Werdegang des Antrages. „Wir haben schon seit etlichen Jahren an dem gemeinsamen Antrag gearbeitet und die ersten Gespräche fanden während des Jahrestreffens der Minderheit in Südschleswig 2016 statt, als Bertel Haarder noch Kultusminister war“, erinnerte sich Hallmann.

„Die Arbeit hat sich schwieriger gestaltet, als ich mir das vorgestellt hatte! Um dem Entscheidungsgreminum die Situation im Grenzland zu verdeutlichen, haben wir ein Präsentationsvideo produzieren lassen, das von der Region Süddänemark mit einem Zuschuss von 100.000 Kronen bedacht wurde.“

Szenen aus dem Minderheitenalltag im Film

Der von Patos Film hergestellte und am Mittwochabend vorgeführte Streifen zeigt Szenen aus dem Minderheitenalltag und lässt relevante Minderheitenvertreter zu Worte kommen. Nach der Vorführung wurde sowohl der Antrag als auch das Video kommentiert. Bemängelt wurde, dass die Kirchengemeinden auf beiden Seiten der Grenze nicht erwähnt wurden. Vermisst wurden Stimmen der Mehrheitsbevölkerungen, wie sie zu den Volksgruppen und den Bemühungen um Registrierung in der Kulturerbeliste stehen.

Kritisiert wurde, dass der Film ein geschöntes Bild vermittelt. Zum letzten Punkt bemerkte Maria Lanng, dass eine realistische Darstellung des Minderheitenalltages wichtig sei, um den Antrag, den der dänische Staat in Vertretung für die Bundesrepublik und die beiden Volksgruppen stellt, Gewicht zu verleihen.

Erster Filmausschnitt verfügbar

Wir dürfen euch exklusiv die ersten Szenen des Präsentationsvideos zeigen. Finanziert wurde der Film wurde von der Region Süddänemark.
Ob und wann das komplette Video öffentlich zugänglich sein wird, erfahrt ihr von uns.

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